Ganz stark ist der SV Altenweddingen in das Jahr 2011 in der Fußball-Landesklasse, Staffel 2, gestartet. In vier Spielen, unter anderem gegen die Spitzenteams TuS Magdeburg-Neustadt und FSV Barleben, haben die Sülzetaler drei Siege und ein Remis eingefahren. Dabei hatten sie noch auf einem Abstiegsplatz überwintert. Volksstimme-Redakteurin Stefanie Brandt suchte mit Steffen Mootz, dem Abteilungsleiter des SV Altenweddingen, der auch als Spieler in der ersten Mannschaft aktiv ist, nach den Gründen für den Aufschwung.

Volksstimme: Herr Mootz, am Sonnabend hat der SV Altenweddingen Tabellenführer FSV Barleben mit 1:0 geschlagen. Hatten Sie erwartet, dass es so gut laufen würde?

Steffen Mootz: Ehrlich gesagt nicht. Das war für uns schon eine Überraschung. Wir haben jetzt das dritte Mal hintereinander zu Null gespielt. Vorne hatten wir natürlich Glück, dass das Tor gefallen ist. Viele Chancen hatten wir ja im Prinzip nicht.

Volksstimme: Nachdem die Hinrunde auf dem 14. Platz abgeschlossen wurde, ist Altenweddingen 2011 bisher erfolgreichstes Team der Liga. Was hat sich in der Winterpause geändert, wodurch diese enorme Steigerung zu erklären ist?

Steffen Mootz: Tja, ich weiß es auch nicht. Auf jeden Fall ist das Defensivverhalten viel besser geworden. Woran das liegt, ist die Frage. Marcel Herzog ist nach seiner Verletzung zurück in der Abwehr und im Mittelfeld sorgt André Lucht für Stabilität. Das sind zwei ältere Spieler, deren Erfahrung sich sicher positiv auswirkt.

Volksstimme: Woran muss noch gearbeitet werden, um den Ligaverbleib zu realisieren?

Steffen Mootz: Auf jeden Fall müssen wir mehr Chancen herausspielen und mehr Tore schießen. Wichtig wäre es auch, mal gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte gut zu spielen, nicht nur gegen solche wie Barleben oder TuS. Gegen Arminia oder den BSV - da muss man Tore schießen! Insgesamt muss das Spiel nach vorn einfach besser werden.

Volksstimme: Im vergangenen Jahr hat der SVA gerade so die Klasse gehalten. Damals belegte man zur Winterpause noch den elften Rang. Glauben Sie, dass es im Nachhinein vielleicht ganz gut war, dass die Mannschaft dieses Mal auf einem Abstiegsplatz überwintern musste?

Steffen Mootz: Bei uns ist das kurios. Es scheint, als könnten wir immer nur eine gute Runde spielen. Vielleicht ist das ja dieses Mal wieder so und wir spielen nach der schlechten Hinrunde eine super Rückrunde. Positiv könnte es sich dabei auswirken, dass wir jetzt schon im Abstiegskampf erprobt sind. Allerdings hatte ich auch zu Beginn dieser Saison gedacht, wir hätten aus dem letzten Jahr gelernt, aber das hat sich ja leider nicht so richtig bestätigt.

Volksstimme: Nachdem Sie zuletzt gegen zwei Mannschaften aus dem Spitzenfeld gut gespielt haben, stehen nun die Partien gegen Börde II und Arminia Magdeburg an, die selbst noch gegen den Abstieg kämpfen. Welches sind die schwierigeren Begegnungen?

Steffen Mootz: Ich denke, die jetzt anstehenden Aufgaben werden schwieriger. Gegen Barleben und TuS hatten wir ja nichts zu verlieren. In den Spielen jetzt sind wir der Favorit. Damit müssen wir auch erstmal leben und umgehen können. Zu Hause gegen Arminia (Anmerk. d. Red.: Ansetzung am 12.3.) sind wir schon zum Siegen verdammt, um den Vorsprung weiter auszubauen. Am Sonnabend, bei Börde II, müsste man aber auch mit einem Remis leben können.

Volksstimme: Wie viele Punkte sollen es also aus den nächsten zwei Spielen werden?

Steffen Mootz: Also unser Ziel sollten vier Punkte - schöner wären sechs - sein, um den Abstand zu den Abstiegsplätzen zu vergrößern. Man kann in der aktuellen Situation ganz schnell Neunter sein, aber wenn es nicht so gut läuft, auch ganz schnell wieder unter dem Strich stehen. Wir sollten auf uns schauen und zusehen, dass wir unsere Spiele gewinnen. Wir dürfen nicht zu sehr nach unten schauen.

Volksstimme: Wer sind die härtesten Konkurrenten im Abstiegskampf?

Steffen Mootz: Na auf jeden Fall die drei Mannschaften, die im Moment unten stehen. Wobei man nicht weiß, ob beim BSV Magdeburg noch mal was kommt, denn bisher haben die erst elf Punkte geholt. Ich betrachte eigentlich alle Mannschaften vom neunten bis zum 15. Platz als Konkurrenz. Das Feld ist ja total eng. Außerdem gibt es solche Überraschungen wie Arminias Sieg in Gommern, sonst wären die auch schon fast weggewesen. Gut ist, dass wir den Klassenerhalt noch selbst in der Hand haben.

Volksstimme: Dafür müsste man aber auch auswärts mal ein paar Punkte holen. Hier wartet der SVA aber noch auf den ersten Saisonsieg. Wo sehen Sie die Gründe dafür?

Steffen Mootz: Ich denke, das Selbstvertrauen ist auswärts vielleicht nicht so stark. Im letzten Jahr hat es da ja auch nur zu zwei Siegen für uns gereicht. Aber vielleicht bringt es was, dass wir jetzt bei TuS ein Unentschieden geschafft haben.

Volksstimme: Wie stehen denn die Chancen, dass es am Sonnabend mit drei Punkten bei Börde klappt?

Steffen Mootz: Wir wollen natürlich gewinnen. Aber wir werden erstmal wie bei TuS spielen und hinten sicher stehen. Ein Unentschieden ist bei Börde auf jeden Fall drin. Vielleicht reicht es ja auch mal zum Sieg.