Wulferstedt. Eine Schlüsselszene hat im Fußball-Landesklassespiel der Staffel 3 zwischen Gastgeber Germania Wulferstedt und Grün-Weiß Ilsenburg zur schlussendlich deutlichen 0:3 (0:1)-Niederlage geführt.

Ein Blackout vom Schiedsrichter sorgte für großes Unverständnis: Nach 65 Minuten gab Tim Kohnert in einer starken Drangphase der Wulferstedter im Bemühen um das 1:1 einen für beide Teams überraschenden Strafstoß. Grün-Weiß Stürmer Tommy Berndt wurde im Strafraum bedrängt und spielte den Angriff unbeschadet aus. Kohnert überraschte alle Beteiligten mit seinem Pfiff und brachte Ilsenburg mit diesem gefühlten Geschenk zum 2:0 auf die Siegerstraße. Ein überragend fairer Tommy Berndt nach dem Spiel: "Ich habe nichts gespürt. Der Strafstoß kam auch für mich überraschend."

Wulferstedt begann unerklärlich nervös. Ilsenburg fühlte sich davon beflügelt und erwischte den klar besseren Start. Besonders die Defensive der Germanen wirkte hier nicht sattelfest. Der erste richtige Entlastungsangriff hätte dagegen Wulferstedt die Führung bringen können: Einen tollen Pass von Jahn quer über das Spielfeld in den Lauf von Manuel Werner setzte der Germania-Stürmer per Direktschuss an Keeper Stötzner vorbei an den Pfosten (12.). Ilsenburg wollte mit hohen Bällen in den Germania-Strafraum Fehler provozieren und hatte in der 19. Minute Erfolg: Ein Aufsetzer führte zum Abwehrschnitzer, den Tommy Berndt mit dem verdienten 0:1 bestrafte. Bis zur Pause standen Verletzungsunterbrechungen im Mittelpunkt. Marcus Behrens musste schwer verletzt vom Feld (33., Verdacht auf Bänderriss) und auch Nowack bekam einen Stollen ab und wurde behandelt (35.) Auf Wulferstedt wirkte Ilsenburg phasenweise übermotiviert, wogegen Schiedsrichter Kohnert keine Mittel fand.

Wulferstedt zeigte die passende Reaktion und spielte sich in ein Powerplay für den Ausgleich. Ilsenburg schmeckte das wenig. Gegen Daniel Brunke wurde aus Frust an der Torauslinie nachgetreten - ungeahndet. Eine Eingabe von Stadler in den Strafraum entschärften die Gäste mit der Hand - ungeahndet. Dann hatte Burghardt die Chance zum Ausgleich, köpfte nach einer Traumflanke von Stadler am fast leeren Tor vorbei (52.). Dann die Szene, die ein Stich ins Herz der jungen Germania-Elf war. Hentschel nahm das Geschenk an und sorgte für die Vorentscheidung. Dann rollte ein abgefälschter Ball von Eggert noch unhaltbar zum 0:3 ins Netz (69.).

Lobenswert ist das faire Verhalten der Gäste nach dem Spiel, was die erhitzten Gemüter beruhigte. Das fehlende Statement des Schiedsrichters trug dazu eher weniger bei. So war dieses Spitzenspiel der Staffel 3 kein Sieg des fairen Wettbewerbs.

Germania Wulferstedt: Nowack - Brunke, Jäger, Behrens (33. Dräger), Stadler, Dreyer, Zabel (46. Herbst), Werner, Charwat, Burghardt (80. Schrader), R. Jahn.

Tore: 0:1 Berndt (19.), 0:2 Hentschel (Strafstoß, 65.), 0:3 Eggert (69.)

Schiedsrichter: Tim Kohnert (Ballen-stedt). Zuschauer: 136.