Zwei Punkte hätten es werden sollen, nur für einen hat es gereicht. Das 26:26 (13:12)-Unentschieden des SV Lok Oschersleben daheim gegen den SV Germania Borne ist für die Bodestädter ein Dämpfer im Rennen um die Handball-Bezirksmeisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Verbandsliga. Das Ziel ist für Lok aus eigener Kraft kaum mehr zu erreichen, ist Oschersleben gegenüber Borne in ungünstiger Ausgangsposition und auf Schützenhilfe anderer angewiesen.

Oschersleben. Alle Zutaten für ein wirkliches Spitzenspiel waren angerichtet: Eine prall gefüllte Damaschkehalle mit zahlreichen erwartungsfrohen Fans beider Lager, zwei bis in die Haarspitzen motivierte Mannschaften, ein erstklassiges Schiedsrichterpaar Hagen Becker/Axel Hack. Um es vorweg zu sagen: jeder trug auf seine Weise dazu bei, dass es ein herausragendes Erlebnis wurde.

Dramatik pur bis zur letzten Sekunde atmete die Auseinandersetzung, kein Autor hätte ein besseres Drehbuch schreiben können. Dass Kampfkraft und Leidenschaft mehr in den Vordergrund rückten als Spielkultur, war der Bedeutung des Matches zuzuschreiben. Oschersleben mit der Pflicht zum Siegen, Borne mit der Absicht auf mindestens ein Unentschieden - nur stärkste Nerven hätten wohl unter diesen Umständen eine rauschende Ballnacht zuwege gebracht.

Borne erwischte den besseren Start, führte nach fünf Minuten 4:1. Lok kämpfte und glich zweimal aus - 4:4 und 6:6. Gewachsenes Selbstvertrauen brachte Lok in die Spur und zur Drei-Toreführung. Borne blieb unbeeindruckt und schmolz den Rückstand bis kurz vor dem Pausenpfiff wieder ab - 12:12. Noch bevor die beiden äußerst aufmerksamen Schiedsrichter die ersten 30 Minuten beendeten, hatte sich Oschersleben aber wieder hauchdünn in Führung gebracht - 13:12.

Beinahe im Gleichklang schritten beide Kontrahenten durch die zweite Halbzeit. Bis zur 50. Minute legte Oschersleben die Führung vor, postwendend kam Bornes Antwort mit dem Ausgleich. Dann schien die Partie zu Gunsten des Gastes zu kippen. Fortan legte Germania die Führung vor, brachte Lok in Zugzwang, aber nicht ins Stocken. Die Mannschaft um Trainer Roland Eisenkolb biss die Zähne zusammen und sicherte auf der Zielgeraden zumindest das Unentschieden.

Oschersleben: Fichtner, Pierschalla - Hilliger (3 Tore), Trojahn (12), Fritsche (1), Garnatz (2), Müller (3), Schannor, Garbaczok, D. Fischer (1), Bentsch (2), Armbrüster (1), Levec, T. Fischer (1).

Siebenmeter: Oschersleben 6/6, Borne 8/6. Zeitstrafen: Oschersleben 8, Borne 8.