Wulferstedt. Germania Wulferstedt hat an die Leistung der Vorwoche angeknüpft und nach Bernburg auch den Spitzenreiter der Fußball-Landesklasse 3, Lok Aschersleben, mit einer 4:1-Packung auf die Heimreise geschickt.

Aschersleben ließ Wulferstedt beobachten, zog daraus jedoch nicht die richtigen Schlüsse. Lok-Trainer Siegfried Keller nach Abpfiff: "Wulferstedt hat auch in dieser Höhe verdient gewonnen. Noch nie war meine Mannschaft derart unterlegen. Ich wusste, dass es nicht einfach wird, konnte meine Jungs aber nur schwer motivieren. Sie hören nur das, was sie wollen, und die Punkte waren wohl im Kopf schon gebucht." Aschersleben lieferte insgesamt eine erstaunlich bescheidene Leistung ab, verantwortlich dafür war grenzenloser kämpferischer Einsatz der Germania-Elf, die auch spielerisch dominierte.

Der Beginn spielte der jungen Lok-Mannschaft in die Karten, denn der Favorit führte nach zehn Minuten: Ein Abstoß wurde über zwei Stationen auf den guten Devis Rama weitergeleitet, der von halbrechts mit schönem Schuss ins obere lange Eck traf. Wulferstedt machte es Lok dabei sehr einfach.

Statt einer möglichen Entscheidung zugunsten Ascherslebens durch den Ausbau der Führung, war dieser frühe Gegentreffer aber der Weckruf für den Gastgeber. Germania spielte sich in einen Rausch, setzte den Spitzenreiter unter Druck, wobei Aschersleben schonungslos Angriffsfläche bot. Zunächst tauchte Alex Burghardt frei vor Torhüter Bähsler auf, spitzelte den Ball aber genau auf den Keeper (11.). Aschersleben spielte noch recht gut mit, sah sich allerdings in die Konterrolle gedrängt. Toptorjäger Kilian prüfte Sebastian Nowack mit einem Kopfball (14.) und Rama zog das Leder deutlich über den Balken (28.). In der Abwehr, dem mit 23 Gegentoren liebsten Kind der Gäste, entstand aber Verwirrung pur. Torhüter Bähsler zeigte Nerven und war plötzlich vollkommen von der Rolle. Mit etwas mehr Glück hätte Robert Dreyer einen Frick-Schuss mit der Hacke noch ins Tor lenken können (21.). In der 36. Minute ein Konter des Spitzenreiters: Kilian sah den freien Rama, der einschussbereit den auf der Linie blind reagierenden Nowack traf. Glück für Germania, denn es hätte das 0:2 sein können. Anschließend rächte sich für die Gäste das Nervenflattern ihres Keepers: Als Bähsler herausstürmte und vorm Sechzehner mit dem Bauch klärte, reagierte Burghardt schnell und hob den Ball zum 1:1 ins leere Tor (39.). Eine Fortsetzung des Germania-Drucks nach der Pause war nach einer verletzungsbedingten Umstellung nicht unbedingt logisch, doch Wulferstedt legte noch einen Zahn zu. Libero Daniel Dräger zeigte mit seinem Abwehrverbund ganz großes Kino. Einen krassen Stellungsfehler des Torhüters bestrafte Burghardt mit dem 2:1, lupfte gefühlvoll ein (70.). Christian Reimann behauptete den Ball dann an der Grundlinie, spielte scharf hinein, Freund und Feind verfehlten zunächst, bis Sebastian Stadler wuchtig aus 12 Metern in den Winkel traf - 3:1 (71.). Den Endstand besorgte Manuel Werner per Abstauber (79.).

Der Vergleich der beiden im Fairplay führenden Mannschaften spiegelte sich auch auf dem Platz wieder: Das Schiedsrichtertrio zückte nur einmal gelb.

Germania Wulferstedt: Nowack - Dräger, Dannenberg (39. Werner), Jäger (46. Reimann), Burghardt, Dreyer, Frick, Jekal, Charwat, Stadler, Jahn.

Torfolge: 0:1 Rama (10.), 1:1 Burghardt (39.), 2:1 Burghardt (70.), 3:1 Stadler (71.), 4:1 Werner (79.). SR: Tobias Janke (Magdeburg) - Thomas Ratschat - Benjamin Lanzki. Z: 109.