Vor einer Traumkulisse von 224 Zuschauern haben sich am Ostermontag Germania Wulferstedt und der favorisierte SV Westerhausen 2:2 (1:1)-unentschieden getrennt. Der Klassiker zwischen den altbekannten Rivalen in der Fußball-Landesklasse 3 passte sich diesmal der Feiertagsatmosphäre an und bot den vielen Zuschauern eher durchschnittliche Fußballkost.

Von Stefan Grimbach

Wulferstedt. Besonders in der ersten Halbzeit war es ein verkrampftes Spiel der Tabellennachbarn. Westerhausen, ohne Torjäger Martin Gottowik und die gesperrten Kittke und Stachowiak, erwies sich als unbequemer Gegner, der seiner Favoritenrolle als beste Rückrundenmannschaft allerdings hinterherlief. Wulferstedt machte aus der ebenfalls stark angespannten Personalsituation das Beste, konnte den Gast im ersten Durchgang jedoch kaum richtig fordern.

Die Vorstöße der Wulferstedter brachten zunächst keine echte Gefahr. Auf der Gegenseite hatte die aufmerksame Germania-Abwehr samt Torhüter Sebastian Nowack gegen die Angriffsbemühungen der Gäste die Oberhand. Als Philipp Jekal im Strafraum gegen Dennis Mzyk den Ball behauptete, war die Schussbahn frei für Torsten Herbst. Der Neuzugang vom TSV Hornhausen schob den Ball gefühlvoll an Gästekeeper Meissner vorbei zum 1:0 und belohnte sich in seinem neunten Einsatz mit dem ersten Tor (36.).

Die Freude wehrte aber nicht lange: Westerhausen zwang die sonst gut postierte Germania-Defensive zu einem einzigen Fehler. Kapitän Stephan Arbeiter nutzte die überlegte Ablage seines Kameraden und traf ins leere Tor zum 1:1 (39.).

Die zweite Halbzeit gehörte wie so oft den Wulferstedtern, die jetzt eindeutig die Initiative ergriffen. Nach einer schönen Hereingabe von Philipp Charwat stieg Torsten Herbst am höchsten und köpfte unhaltbar ins lange Eck zum 2:1 (50.). Burghardt hätte für die Vorentscheidung sorgen können, als er, von Jahn bedient, allein vor Meissner auftauchte, aber sehr torhüterfreundlich abschloss (52.).

Westerhausen zog sich jetzt deutlich zurück, blieb aber mit gut angelegten Kontern über die starke rechte Seite kreuzgefährlich. Nowack musste hier mehrmals gewaltig aufpassen (59., 61., 73.). Besonders der eingewechselte Danny Maulhardt prüfte Nowack mit zwei gefährlichen Kopfbällen aus nächster Nähe. Aus einer von drei heißen Chancen (78., 80., 82.) hätte Wulferstedt die Entscheidung erzwingen können. Stadler schoss aber aus zwölf Metern haarscharf am Winkel vorbei und Jahns scharfer Linksschuss verfehlte knapp die lange Ecke.

So stand das Spiel noch lange auf der Kippe. Wulferstedt überstand auch die drei angezeigten Nachspielminuten schadlos. Doch der gute Schiedsrichter Majchrzak legte noch mal das Doppelte drauf. Mit dem letzten Freistoß in der 95. Minute aus dem rechten Halbfeld kam Westerhausen noch zum Ausgleich, als Dennis Mzyk den Ball mit der Brust ins Netz abfälschte. So wurde der "Herbst-Doppelpack" doch nicht mit einem Sieg belohnt.

Germania Wulferstedt: Nowack - Dräger, Burghardt (90. Zabel), Dreyer, Werner (82. Reimann), Frick, Jekal (54. Schrader), Charwat, Stadler, Herbst, R. Jahn.

Torfolge: 1:0 Herbst (36.), 1:1 Arbeiter (39.), 2:1 Herbst (50.), 2:2 Mzyk (90.+5).

Schiedsrichter: Steven Majchrzak (Zielitz). Zuschauer: 224.