Nach einem komfortablen 3:0 zur Pause ist es für die Landesklasse-Fußballer von Germania Wulferstedt erst im zweiten Durchgang das erwartet schwere DFB-Kreispokalspiel geworden, vor dem Trainer Siegmar Hohmann gewarnt hatte. Der TSV Niederndodeleben hat noch zwei Mal zurückschlagen, musste der höherklassigen Germania am Ende jedoch knapp den Finaleinzug überlassen.

Wulferstedt. Bei 114 Zuschauern, davon gut 75 aus Wulferstedt, konnte von regem Zuschauerinteresse seitens der Heimelf kaum die Rede sein. So machten wenigstens die Germania-Fans Stimmung und gaben dem Halbfinale den Hauch von Pokalatmosphäre.

Wulferstedt wollte dem TSV von Beginn an das eigene Spiel aufzwängen und den defensiv erwarteten Gastgeber durch sicheres Passspiel laufen lassen. Der Bördeligist erwischte aber den besseren Start. Germanias erster Abwehrfehler, aus einer Lässigkeit entstanden, zwang Torsten Herbst zu einem Foul am Sechzehner. Den gefährlichen Freistoß konnte Steve Hoffmann erst in zweiter Situation bereinigen. Zuerst half ihm der Pfosten, dann warf er sich entschlossen in den Nachschuss (2.). Beim nächsten TSV-Freistoß musste Daniel Dräger resolut klären (8.).

Es entwickelte sich ein munteres Spiel in beide Richtungen. Niederndodelebens Anteil daran war jedoch der Tatsache geschuldet, dass Wulferstedt nicht gleich mit 100 Prozent startete. Ab der zehnten Spielminute bot sich den Germania-Stürmern auffallend Platz in der Hälfte des Gegners. Gute Ansätze wurden aber zunächst umständlich verspielt, wie bei Werner, der links freie Bahn hatte, nach innen zog, den Verteidiger umspielte, um dann den Ball nicht voll zu treffen (12.). Der angeschlagene Daniel Brunke scheiterte nach einem Eckstoß auf den langen Pfosten per Kopfball an Keeper Pohl (18.). Brunke war überall. Defensiv bereinigte er volles Risiko eine TSV-Chance (19.) und wurde vom Gastgeber regelmäßig ins Fadenkreuz genommen. Einen langen Pass von Daniel Dräger nahm Werner aus der Luft und es stand 0:1 (20.). Gegenüber bewies Hoffmann bei einem Freistoß seine starke Form (24.).

Zunehmend übernahm Wulferstedt volle Konzentration und Spielkontrolle. Bestes Beispiel war René Jahn. Er setzte sich zweimal durch, spielte von der Grundlinie mit Übersicht auf Herbst, der den Ball zum 0:2 unter die Latte schoss (29.). Niederndodeleben hatte jetzt den Tiefpunkt erreicht und zeigte in allen Mannschaftsteilen Nerven. Folge war ein Eigentor nach Jahn-Freistoß, als man den Ball nach einem Abpraller im langen Eck versenkte (33.). Im Bewusstsein einer Vorentscheidung erlaubte Germania dem Gastgeber bis zur Pause trotzdem noch zwei Chancen (39., 41.).

Wulferstedt wollte nach dem Seitenwechsel das Ergebnis ausbauen und rechnete mit konditionellen Einbußen des Bördeligisten. Doch genau das Gegenteil passierte. Der Landesklassist ging mit den eigenen Möglichkeiten zu lässig um und packte hinten nicht mehr entschlossen genug zu. Niederndodeleben witterte Morgenluft. Komorous köpfte noch knapp über das Hoffmann-Tor (55.). Nach einer erneuten Glanztat von Hoffmann setzte Gottschalk nach und traf aus spitzem Winkel flach zum 1:3 (60.). Hoffmann war jetzt mehrmals gefordert. Wulferstedt verpasste das 4:1, als ein Herbst-Schuss um den Pfosten gekratzt wurde (74.). Der im ersten Durchgang noch kleinliche, aber sichere Schiedsrichter Wölkerling verlor seine Linie. Burghardt wurde im Strafraum umgemäht, doch der Pfiff blieb aus (68.). Ein Konter führte erneut durch Silvio Gottschalk zum 2:3 (79.). Für Wulferstedt scheiterte Manuel Zabel mit tollem Freistoß an der Latte (85.) und Stadler, schön von Zabel freigespielt, drosch den Ball aus zentraler Position übers Tor (88.). In der Nachspielzeit ersparte Steve Hoffmann den Wulferstedtern mit einer irren Glanztat die Verlängerung. Gemäß den eigenen Pokalgesetzen zitterte sich Wulferstedt am Ende ins Finale. Nach dem "Wie?" fragt bei kampfstarken unterklassigen Gegnern keiner mehr.

Germania Wulferstedt: Hoffmann - Dräger, Brunke (64. Zabel), Stadler, Charwat, Herbst, Werner, Dreyer, Frick, Burghardt (73. Jekal), R. Jahn

Torfolge: 0:1 Werner (20.), 0:2 Herbst (29.), 0:3 ET (33.), 1:3 Gottschalk (60.), 2:3 Gottschalk (79.)

SR: Siegward Wölkerling. Z: 114.