Grenzenloser Jubel und ausgelassene Freude herrschten bei den Langenweddinger Handballern als am Sonnabend der Schlusspfiff des Sachsen-Anhalt-Ligaspiels bei der TSG Calbe ertönte und die Mannschaft nach einer tollen Leistung von ihren vielen mitgereisten Fans für einen 27:26 (10:10)-Auswärtserfolg gefeiert wurde.

Langenweddingen. Zu Beginn lieferten sich beide Teams ein Kopf-an-Kopf-Rennen (2:2, 6:6), wobei Karl Herrmann, Ricardo Schult und Jörg Friedrich mit toll herausgespielten Toren erfolgreich waren. Auch die SVL-Deckung arbeitete gut und Matthias Krüger im Tor glänzte erneut mit großartigen Paraden. Durch Treffer von Steffen Lange, Tim Heine und Stefan Schult setzten sich die Sülzetaler nun auf 9:6 ab.

Calbe schien geschockt. TSG-Trainer René Linkohr reagierte folgerichtig mit einer Auszeit. Und diese sollte fruchten, denn die Gäste waren plötzlich aus dem Spiel, was Calbe zu nutzen wusste: 10:9. SVL-Trainer Markus Deinert ordnete nun sein Team ebenfalls neu. Es gelang vor dem Wechsel noch der Ausgleich.

Neu eingestellt und sofort hellwach kam der SVL zurück aufs Feld. Die Abwehr verteidigte mit allen Mitteln und Matthias Krüger lief zu Höchstform auf. Nun konnte der SVL kontern, millimetergenau kamen Krügers Pässe auf den eingewechselten Tino Bzdok, der von Trainer Markus Deinert zu einem spektakulären Comeback überredet worden war. Bzdok zahlte das Vertrauen mit fünf wichtigen Treffern zurück. Über 11:14, 14:18 und 17:21 bestimmten die Gäste die Partie. Durch Rückraumtreffer von Sebastian Schneider, Tim Heine und Jörg Friedrich, sowie des eingewechselten Sebastian Höppner, dem vier herrliche Treffer in Folge vom Kreis gelangen, setzte sich der SVL über 18:24 vorentscheidend auf 20:26 ab. Grundlage war, dass sich allein zehn SVL-Spieler in die Torschützenliste eintrugen.

Was nun geschah, damit hatte niemand mehr gerechnet. Der SVL agierte in Unterzahl, was Calbe zu zwei Treffern in Folge nutze. Erneut war es Tino Bzdok, der in der 55. Spielminute auf 22:27 erhöhte. Es sollte der letzte Treffer der Gäste gewesen sein. Die Ursache dafür sahen die Langenweddinger im Schiedsrichterteam: Die Herren in Schwarz kamen nach tadelloser Leistung bis dahin völlig von ihrer Linie ab und brachten mit ihren Entscheidungen Hektik in die Partie. In doppelter Überzahl kam Calbe auf 24:27 heran. Als der SVL nur noch zu dritt auf dem Platz stand, war das Chaos perfekt und der Gastgeber dank seiner Manndeckung beim 25:27 wieder im Spiel. Nach und nach konnte man zwar wieder ergänzen, doch fast jeder Angriff wurde durch Zeitspiel gegen den SVL entschieden. SVL-Trainer Markus Deinert beruhigte sein Team und nahm eine Auszeit -Durchatmen und Kraft tanken für die letzten Sekunden. Zwar musste sein Team sofort abschließen, doch die Zeit lief ebenfalls herunter. Calbe rannte nochmals an und verkürzte auf 26:27. Ein Fehlpass brachte die TSG erneut in Ballbesitz. Sie versuchte alles, doch Tino Bzdok war es, der sich in den Dienst der Mannschaft stellte und gegen seinen Gegenspieler zwar so verteidigte, dass er mit Roter Karte vom Spielfeld musste, doch Calbe bekam nur noch einen direkten Freiwurf auf der Außenbahn zugesprochen, der nichts einbrachte und im großen Jubel des SVL unterging. Mit diesem Erfolg ist der SVL weiterhin im Spitzenfeld der Tabelle präsent und nährt die Hoffnung auf eine Medaille in dieser starken Spielklasse.

SV Langenweddingen: Krüger, Tischmeyer - Friedrich (6 Tore), R. Schult (2), Schneider (1), Höppner (4), Lange (1), T. Bzdok (5), Herrmann (2), Daffend (1), Heine (4), Rohr, S. Schult (1).