Persönlich ist es für die Sportlerin ein Gewinn, für ihren bisherigen Verein, die SG Seehausen, aber ein schwerer Verlust. Handball-Torjägerin Johanna Willing ist auf dem Weg aus der Altmark nach Berlin zum TSC in die 3. Bundesliga.

Seehausen l Johanna Willing ist eine eher zierliche Person. Das hindert sie jedoch nicht daran, auf dem Handball-Spielfeld mit einem Tempo und einem Torinstinkt der Extraklasse aufzutreten.

Man traut der Altmärkerin auf den ersten Blick nicht zu, dass sie so etwas wie den handballerischen Killer-Instinkt besitzt.

Den Beweis lieferte sie jedoch Wochenende für Wochenende in vier Jahren der Zugehörigkeit ihrer Seehäuser Frauenmannschaft zur höchsten Spielklasse von Sachsen-Anhalt sowie in bislang gut einer halben Serie in der Mitteldeutschen Oberliga ab. Gleich drei Serien in der Sachsen-Anhalt-Liga schloss Johanna als Torschützenkönigin ab, auch in der Mitteldeutschen Oberliga ist sie an der Spitze dieses Klassements zu finden. Das Wurfrepertoire beherrscht sie in der ganzen Breite. Eine ihrer Besonderheiten ist es, wenn es eine etwa 30 Zentimeter breite Lücke zwischen zwei Gegenspielerinnen gibt, sich genau dort hindurchzuschlängeln.

Angebote bekam die Altmärkerin bereits aus der Landeshauptstadt und dem Kreis Börde, schlug die jedoch zu Gunsten ihres Heimatvereins bisher immer aus.

Der Blondschopf wohnt und arbeitet (als Physiotherapeutin) seit über einem Jahr in Berlin und trainiert dort beim TSC mit, der derzeit Drittletzter der 3. Bundesliga Ost ist. Der TSC hat ihr jetzt ein Vertragsangebot unterbreitet, schon zum 15. Februar, wie SG-Abteilungsleiter Frank Leo bestätigte. Leo: "Wir werden ihr keine Steine in den Weg legen."

Die letzte Information von Trainerin Anja Wachholz lautete gestern: "Johanna spielt bis zum Sommer bei uns."