Horst Müller hat vor wenigen Tagen seinen 80. Geburtstag gefeiert. Er ist einer der ältesten Schachspieler im Landkreis Stendal

Stendal (kpo/fko) l Dass ein Kuraufenthalt im Jahr 1949 in Harzgerode nicht nur für die Gesundung des damals 15- jährigen Horst Müller wichtig sein sollte, sondern auch Ausgangspunkt für sein Hobby, dem Schachspiel, wurde, ahnte der Stendaler damals natürlich nicht.

"Weihnachten ließ ich mir ein Schachspiel schenken."

Ein damaliger Kurgast weckte das Interesse für das Schachspiel bei Horst Müller und erläuterte ihm die Spielregeln und Züge. "Weihnachten danach ließ ich mir ein Schachspiel schenken, das ich heute noch besitze. Es hat inzwischen einen Ehrenplatz zwischen meinen Urkunden und Pokalen erhalten", erinnert er sich an die Anfänge seiner Spielleidenschaft, die ihn bis heute nicht losgelassen hat.

So genießt der Name Horst Müller in der Region und über die Landesgrenzen hinaus in den Schachkreisen einen besonderen Ruf.

Es verwundert deshalb nicht: Als er vor wenigen Tagen seinen 80. Geburtstag feierte, erhielt er viele Glückwünsche nicht nur von der Verwandtschaft, sondern auch von den Schachfreunden.

Trotz seines hohen Alters, was man ihm nicht ansieht, ist er immer noch ein gefürchteter Gegner, wenn er fast an jedem Wochenende am Brett sitzt.

1956 begann seine aktive Laufbahn bei Lok Stendal in der Bezirksliga. Als diese Mannschaft abstieg, verstärkte er das Team in Tangermünde, das aber ebenfalls nach zwei Jahren die Klasse nicht hielt. Wieder zurückgekehrt in die Altmarkmetropole, war Horst Müller als Sektions -und Übungsleiter tätig. Aus seiner Arbeit sind auch bekannte Spieler hervorgegangen, die in höheren Spielklassen in Deutschland ihr Können unter Beweis stellten. Als sich Lok Stendal 1993 von der Schachgruppe trennte, hat Horst Müller seinen Stammplatz, meist am ersten Brett, zunächst in Tangerhütte und seit 1997 bei Energie Stendal gefunden.

"Kontakt zu anderen Sportkameraden hält mich geistig frisch."

Im Laufe der Jahre hat der Schachfachmann schon über 1200 Wettkampfpartien gespielt und war nicht nur in Organisationsfragen als Vorsitzender des Kreisfachausschusses (KFA) erfolgreich, sondern auch bei Einsätzen in Bulgarien und Polen. Auch in Schulen und Jugendeinrichtungen betreute er den jüngsten Schachnachwuchs.

"Das Schachspiel und der Kontakt zu den anderen Sportkameraden hält mich geistig und körperlich fit, so dass ich, so lange ich gebraucht werde, auch noch weiterhin am Brett um Punkte kämpfen werde", meinte die Schachlegende.