Am 9. Spieltag in der Fußball-Landesklasse, Staffel I, hat Tabellenführer Blau-Gelb Goldbeck am morgigen Sonnabend eine nach der Papierform vermeintlich leichte Aufgabe.

Stendal l Zu Gast ist der MTV Beetzendorf, der als Aufsteiger aus dem Kreisfachverband Altmark-West bisher noch keine Bäume ausgerissen hat.

"Wir lassen uns vom Tabellenstand aber nicht blenden", sagt Goldbecks Trainer Andreas Kahlow, der weiter erklärt: "Bei uns sind alle an Bord. An Spielern mangelt es zurzeit nicht. Als Tabellenführer sind wir natürlich die Gejagten. Die Favoritenrolle nehmen wir an, alle warten auf einen Ausrutscher von uns. Wir werden hoch konzentriert zu Werke gehen, um die Punkte in Goldbeck zu behalten."

Aus ostaltmärkischer Sicht sind morgen zwei Derbys angesetzt. Der SV Rot-Weiß Arneburg erwartet den SV Preußen Dobberkau. Die Gastgeber sind sicher in der Favoritenstellung, sie haben aber zuletzt einige personelle Sorgen durch Verletzungen gehabt.

Weiterhin tritt der SSV Havelwinkel Warnau beim SV Krüden/Groß Garz an. Wenn man das Wort Minikrise in den Mund nimmt, trifft es vielleicht auf den SSV zu. Derby-Niederlage gegen Havelberg und das Aus im Altmarkpokal in Uchtspringe - die beiden vergangenen Spiele verliefen sicher nicht nach den Vorstellungen von Trainer Heino Kühne. Bekommt der Aufsteiger jetzt die Wut der Warnauer zu spüren?

Der FSV Havelberg erwartet den SSV Gardelegen. "Personell gibt es bei uns noch viele Fragezeichen", sagte Havelbergs Trainer Hagen Walther. Daniel Rateitschak (Knie), Thoralf Gennermann (Erkältung), David Stamer (Sprunggelenk) werden kaum spielen. Dazu ist Thomas Dreisow noch gesperrt. "Gardelegen hat viele Tore geschossen, aber vielleicht auch Abwehrprobleme. Es wird keine leichte Aufgabe, sondern eine harte Nuss. Wir werden uns ganz schön strecken müssen, wollen wir unser Ziel erfüllen", sagte Walther, der mit seinem Team die drei Punkte anvisiert. "Dafür spielen wir Fußball." Das zweite Heimspiel in Folge hat morgen der Möringer SV. Nach dem 1:0-Sieg gegen Potzehne sieht die Welt beim MSV jetzt wesentlich freundlicher aus. Durch den Trainerwechsel gab es vielleicht einen neuen Impuls. Einige Spieler der Letzlinger waren am Sonnabend in Möringen und haben die Partie live verfolgt. Sie wissen, was sie erwartet. Eine schwere Aufgabe hat Viktoria Uenglingen vor Augen. Das Ahrendt-Team tritt beim SV Liesten an. Viktoria ist klarer Außenseiter und wird mit einer kämpferischen Leistung versuchen müssen, etwas aus der Westaltmark mitzunehmen. Ebenfalls in die Westaltmark reist das Team von Germania Tangerhütte, das bei Eintracht Salzwedel antritt. Nach der deutlichen Heim-Niederlage gegen Arneburg muss Trainer Vasco Lühmann wieder Selbstvertrauen in die Köpfe seiner Spieler bekommen. Carsten Knackmuß und Florian Schwarz werden bei Germania auf jeden Fall fehlen. Der Einsatz von Tim Reiter ist noch mit einem Fragezeichen versehen.

"Natürlich wollen wir unseren Aufwärtstrend fortsetzen und dieses Spiel gewinnen", redet Salzwedels Trainer Schulze nicht lange um den heißen Brei herum. "Kämpferisch und vom Willen her müssen wir an das Spiel in Potzehne und die zweite Halbzeit gegen Uchtspringe anknüpfen", fügt der Coach an. Die Germanen haben nur drei Zähler mehr auf dem Konto als die Kreisstädter. "Sie haben einen neuen Trainer, weshalb ich sie nur schwer einschätzen kann. Doch die Spiele in der Vergangenheit waren fast immer eng", weiß Schulze. Planen muss er im Heimspiel ohne die beiden langzeitverletzten Christian Minkus und Benjamin Wagner.

Medizin Uchtspringe erwartet Grün-Weiß Potzehne. Interessierter Beobachter war Medizin-Trainer Jörn Schulz in der Vorwoche, als Potzehne in Möringen spielte. Er hat einen kampfkräftigen Gegner beobachtet, dem es aber im Sturm an Durchschlagskraft mangelte. "Wir wollen den Schwung des Pokalsieges gegen Warnau mit in das Spiel nehmen. Wir werden versuchen, mit einem Sieg in diesem Heimspiel unseren Platz in der Tabelle zu festigen", erklärt Schulz.