Die SG Seehausen hat ihr Auswärtsspiel beim HSV Haldensleben verloren. Im "schwächsten Spiel der Saison", so Trainer Thilo Hennigs, hatten die Seehäuser in der zweiten Halbzeit die Chance, das Spiel zu drehen.

Haldensleben l Am Ende reichte es für die Gäste nicht. Zwar gelang der SG in der letzten Sekunde noch der Treffer zum 27:23, doch der war nur noch die vielbeschriebene Ergebniskosmetik. Mit vier Toren Differenz kann man in Haldensleben mal verlieren. Die Art und Weise, wie das am Sonntagabend den Seehäusern passierte, ist schon ärgerlich.

SG-Trainer Thilo Hennigs sprach nach dem Abpfiff vom "schwächsten Spiel der Saison" und bezog sich damit ausdrücklich auf die Leistung beider Mannschaften. Die hatten sich vorher phasenweise ein Wettrennen im Auslassen von Chancen und Werfen von Fehlpässen geliefert.

In der ersten Halbzeit schien für die Seehäuser alles möglich. Die Haldensleber machten einen müden Eindruck und die SG hielt locker mit. Mehr als zwei Tore Differenz ließen die SG-Handballer nicht zu. Oft war der Spielstand ausgeglichen, bei 2:3 führte sie sogar einmal. Als die Gastgeber vor der Pause dann das erste Mal mit zwei Treffern zum 11:9 führten, gaben die Gäste noch einmal Gas. Lukas Philipp schaffte dann den erneuten Ausgleich zum 11:11. In den letzten Minuten vor der Pause nahm das Spiel dann einen leicht anderen Verlauf. Nach 12:12 machte Haldensleben noch zwei Tore und ging mit einem 14:12 in die Halbzeit. Das war schon ein kleiner Fingerzeig für den zweiten Durchgang.

Nach dem Seitenwechsel gab es gleich den nächsten Treffer für die Haldensleber, und der HSV führte zum ersten Mal mit drei Toren. In der Folge bauten die Gastgeber den Vorsprung Tor um Tor aus. In dieser Phase erlaubten sich die Seehäuser zu viele Fehler. So auch zum 20:15, als die aufmerksame Haldensleber Abwehr aufpasste und Marcel Moritz mit einem schnellen Gegenstoß für die gefühlte Vorentscheidung sorgte. Zu diesem Zeitpunkt waren zwar noch 20 Minuten zu spielen, das Spiel schien den Seehäusern aber zu entgleiten.

Wenig später hatte die SG sogar einen Sechs-Tore-Rückstand zu verdauen (22:16). Dass jetzt die SG noch einmal in das Spiel zurückfand, lang vor allem an Keeper Sebastian Johannes, der mehrere Angriffe der Haldensleber ganz cool vereitelte. Die Seehäuser nutzten das und kamen auf 22:18 heran.

Die Gastgeber hatten jetzt keinen richtige Zugriff und der Seehäuser Angriff war auf einmal bissig. Das zahlte sich aus. Der Vorsprung des HSV schmolz und bei 23:21 war auf einmal wieder alles möglich.

Seehausen war am Sonntag aber nicht stabil genug, um aus diesem kurzen Hoch einen Punkt oder sogar Sieg zu machen. Vielmehr zog der HSV noch einmal an und hatte kurz vor Schluss wieder fünf Tore Vorsprung.

Nach dem Abpfiff meinte SG-Trainer Thilo Hennigs: "Auf beiden Seiten war heute die Fehlerquote sehr hoch. Im Endeffekt haben wir fünf Fehler mehr gemacht als der Gegner. Das war letztendlich der Unterschied. Ansonsten kann man über das Spiel nur den Deckmantel des Schweigens breiten."

Sein Gegenüber Hannes Krause sagte: "Wir haben gewonnen. Es war für uns das erwartet schwere Spiel gegen eine durchaus überzeugende Mannschaft aus Seehausen. Die haben uns lange Zeit schwer geärgert, aber in den spielentscheidenden Situationen waren wir cleverer."

Für die SG geht es am kommenden Sonnabend in eigener Halle gegen Langenweddingen weiter.

HSV Haldensleben: Marvin Moritz 2, Hilliger 4, Teßmann 3, Rühl 7, Wurzel, Damann, Mucheyer, Finsker, Mocker, Stolze 3, Tysack 5, Krüger, Marcel Moritz 3.

SG Seehausen: Hennigs, Johannes, Fiedler, Mittag 5, Spöttle 3, Cornehl 1, Werneke 1, Söhnel 2, Arndt, 2, Weber 4, Kramer, Philipp 5.

Zeitstrafen: Haldensleben 6, Seehausen 3.

Siebenmeter: Haldensleben 4/2, Seehausen 4/2.