Nach vier Siegen in Folge ist Fußball-Verbandsligist Lok Stendal am Sonnabend daheim entzaubert worden - durch Matthias Härtel, der für sein Arnstedter Team drei Treffer erzielte. Zuvor hatte der Gastgeber 2:0 geführt. Kein Mensch dachte da an eine Spielwende.

Stendal l Eigentlich wollten die Altmärker ihrem Trainer Sven Körner, der am Sonnabend seinen 33. Geburtstag feierte, ein Punktpräsent in Form eines "Dreiers" machen. Und alles sah über eine Stunde lang ganz eindeutig danach aus.

Lok begann die Partie gegen den Tabellendritten mit Feuereifer und druckvollem Spiel, womit die Gästeabwehr alle Hände voll zu tun hatte.

Gästekeeper Tobias Witte bemerkte, während er einmal den Ball aus dem Aus holte: "Die können richtig gut Fußball spielen, das kann man nicht anders sagen."

In der 17. Minute wurde das durch das 1:0 für den Gastgeber bestätigt. Nach Eckball Franz Erdmanns verlängerte Vincent Kühn auf den am langen Pfosten lauernden Steven Schubert, der das Leder zum 1:0 einschoss. Arnstedt konnte anschließend sein Spiel ordnen, jedoch keinen wirklichen Druck auf die Stendaler Abwehr erzeugen. In der 37. Minute gab es den zweiten Stadionjubel. Philipp Groß erhöhte nach starker Vorarbeit von Benedikt Nellessen auf 2:0.

Sechs Minuten später tauchte Arnstedts Torjäger Matthias Härtl erstmals kreuzgefährlich vor dem Kasten der Gastgeber auf, im Direktduell konnte sich jedoch Lok-Keeper Bryan Giebichenstein durchsetzen.

Bis zur 67. Minute gab es noch vier klare Torchancen (Groß - Unterkante Latte, Kühn, Grempler, Schubert) für den praktisch immer noch im Spielrausch befindlichen Gastgeber. Dass keine davon genutzt wurde, rächte sich noch bitter.

Denn Arnstedts Edelweiße besitzen in Torjäger Matthias Härtl bekanntlich so etwas wie ihre Lebensversicherung. In der 73. Minute bekam er seine nächste, die zweite Torchance, die er aber auch nicht nutzte.

Stendals Abwehr, insbesondere auch Keeper Giebichenstein, war inzwischen aber verunsichert und half dabei, dass der kaltschnäuzige Härtl weitere drei Möglichkeiten bekam und nun mit absoluter Sicherheit auch nutzte. Hattrick innerhalb von acht Minuten; Lok wurde praktisch aus dem Spielrausch geholt. So grausam kann Fußball auch sein.

Stendal: Giebichenstein - Gebauer, Sikulskyi, Sommermeyer, Groß, Erdmann (79. Cham), Schubert, Kühn, Instenberg, Nellessen, Grempler (68. Buschke).

Zuschauer: 152, Schiedsrichter: Sven Schweinefuß (Rieder), Torfolge: 1:0 Steven Schubert (17.), 2:0 Philipp Groß (37.), 2:1, 2:2, 2:3 Matthias Härtl (80., 83., 88.).