Er kann es mit der Hand und mit dem Fuß, doch begabter ist der 23-jährige Tim Reuschel mit Sicherheit beim Handball, wo er für den VfB Klötze 07 in der 1. Nordliga auf Torejagd geht. Außerdem kickt Reuschel für den MTV Beetzendorf II in der 1. Kreisklasse.

Beetzendorf/Klötze l Tim Reuschel stammt aus einer Handballerfamilie. Sein Vater Ulrich war früher für den MTV Beetzendorf aktiv und bis vor kurzem Trainer der Männermannschaft seines Heimatvereins. Seinem Sohn Tim legte Ulrich Reuschel das Talent praktisch in die Wiege.

Der heute 23-jährige Tim begann 2003, Handball zu spielen. Er schloss sich dort der C-Jugend der SG Neuferchau/Kunrau an, wo Hans-Jürgen Kleinecke als Trainer das Sagen hatte. "Ich musste mich dort natürlich erst einmal integrieren und beweisen. Wir hatten viele gute Spieler wie zum Beispiel Björn Schulenburg dabei", erinnert sich der Beetzendorfer an seine Anfänge zurück. Schon in der B-Jugend spielte Tim Reuschel mit der SGN in der Nordliga. Beheimatet war Reuschel als Rechtshänder schon immer im Rückraum - seine Lieblingsposition. Nachdem seine Nachwuchszeit bei Neuferchau/Kunrau beendet war, ging es für den Youngster direkt hoch zu den Männern des MTV Beetzendorf, wo Senior Ulrich als Trainer fungierte. "Mein Vater wollte es so, dass ich im Männerbereich für den MTV spiele", verrät Tim mit einem Schmunzeln.

Nach zwei Jahren bei den Herren des MTV Wechsel nach Klötze

Zwei Spielzeiten war Reuschel mit den Beetzendorfern in der Kreisliga aktiv, und sein Talent hatte sich längst herumgesprochen. Angebote hatte er aus der 1. Nordliga vom VfB Klötze 07 und der SG Neuferchau/Kunrau. Bei beiden Teams absolvierte der Beetzendorfer ein Probetraining, entschieden hatte er sich letztendlich für Klötze. "Ich war im C-Jugend-Alter schon einmal zu einem Probetraining beim VfB. Schon damals wollte mich Trainer Roger Nerlich gern haben", verrät der 23-Jährige, der zur Spielzeit 2010/2011 in die Purnitzstadt wechselte.

Klötze war letztendlich eine "Bauchentscheidung". "Wir sind beim VfB eine junge Truppe mit vielen guten Spielern. Es war definitiv der richtige Schritt. Ich fühle mich wohl und habe den Wechsel nie bereut", schwärmt Tim Reuschel. Der 23-Jährige hat sich in Klötze weiterentwickelt und in der Mannschaft von Trainer Roger Nerlich fest etabliert. "Ich denke, meine Stärken sind die Sprungkraft und die Wurfgewalt", verrät der ehrgeizige Westaltmärker. "Ich denke, dass wir auf jeden Fall Nordliga-Niveau haben. Wenn wir unser durchschnittliches Niveau immer abrufen würden, bin ich mir sicher, dass wir oben mitspielen könnten", so Reuschel. In dieser Spielzeit läuft es für den VfB noch nicht ganz nach Wunsch, die Nerlich-Sieben ging mit 9:13 Punkten auf Rang neun in die Weihnachtspause. "Ein Aufstieg wäre für mich persönlich sehr reizvoll. Mal in die Verbandsliga reinzuschnuppern, würde mich schon reizen", blickt Tim Reuschel in die Zukunft. Wichtig ist es ihm, dass "ich von Verletzungen verschont bleibe und meine Karriere ordentlich und noch mit ein paar Erfolgen beende". Auch eine Rückkehr zu den Wurzeln ist für den 23-Jährigen irgendwann vorstellbar. "Vielleicht spiele ich irgendwann wieder für den MTV Beetzendorf", so Reuschel.

Beim MTV Beetzendorf II auf den Außenbahnen im Einsatz

Der spielt seit dieser Saison auch noch Fußball für die neugegründete zweite Männermannschaft des MTV Beetzendorf, die mit 22 Punkten auf einem respektablen dritten Tabellenplatz der 1. Kreisklasse überwintert. "Ich habe früher in der F-Jugend ab und an mal mittrainiert, doch da hatte ich noch Angst vor dem Ball", erinnert sich Tim mit einem Lächeln an seine Anfänge mit dem runden Leder zurück. Bis zu Beginn dieser Saison beließ er es beim Handballspielen. "Doch dann wurde ich von meinen Kumpels gefragt, ob ich auch noch Fußball für die zweite Mannschaft in Beetzendorf spielen würde", erklärt der 23-Jährige, der sich daraufhin beim MTV anmeldete.

"Ich bin gut aufgenommen worden. Ich bin zwar technisch sicherlich nicht der Stärkste, aber meine Kondition und Schnelligkeit helfen mir wesentlich weiter", verrät Reuschel. Durch viele Akteure, die bereits höherklassig gespielt haben, verfüge das Team über viel Potenzial, erklärt der 23-Jährige. Somit sei es für ihn vorstellbar, dass die 1. Kreisklasse noch nicht die Endstation für die MTV-Reserve ist. Bei Trainer Marco Hoppe kommt Tim im linken oder rechten Mittelfeld zum Einsatz.

Neuerdings muss Tim Reuschel in der Woche drei Trainingseinheiten - zweimal mit dem Handball, einmal mit dem Fußball - absolvieren. Am Wochenende ist er zumeist am Sonnabend für die VfB-Handballer, am Sonntag für die MTV-Fußballer aktiv. "Wenn sich das mal überschneidet, dann würde ich mich doch für Handball entscheiden", verrät Reuschel, der sich um die zehn Stunden pro Woche sportlich betätigt. "Das ist neben dem Beruf zu schaffen", so der KFZ-Mechatroniker. "Wichtig ist es, dass noch genügend Zeit für Familie und Freunde da ist", weiß Tim Reuschel, für den der Sport eine große Rolle spielt - eine so große, dass er ihm schon in etwa die Hälfte seiner Freizeit widmet.

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