Im mit Spannung erwarteten Kreisderby der 1. Nordliga zwischen dem VfB Klötze und der SG Neuferchau/Kunrau ist die Siegesserie der SG-Männer am Sonnabend nicht gerissen. Mit 28:21, damit unerwartet hoch, entführten sie aus der Zinnberghalle die Punkte und setzten sich in der Tabelle dadurch vor den Kontrahenten.

Klötze l Schon bei der Anreise zur Halle wurde mit Blick auf den vollen Parkplatz deutlich, dass es an Stimmung bei den gut 200 Fans beider Lager auf den Rängen ebenso nicht mangeln würde, wie an der Unterstützung der jeweiligen Mannschaft.

Entsprechend angestachelt stiegen beide Teams auch in die Partie ein, zeigten sich vor allem im Abwehrverhalten nicht zimperlich. Die Tore zum 1:0 und 1:1 fielen so fast folgerichtig aus Siebenmetern durch Tim Reuschel für den VfB und Florian Runow für die SG. Mit diesem Wechselspiel an Toren ging es weiter bis zum 3:3. Der Wille, sich abzusetzen, führte dann allerdings zu einigen Härten und Foulspielen.

Die Oebisfelder Schiedsrichter-Routiniers Michael Schlüter und Gerd Henneboh mussten mit je zwei Zeitstrafen auf beiden Seiten "Dampf aus dem Kessel nehmen". Der Gastgeber nutzte das, um sich vom 5:5 durch Tore von Tim Reuschel (2), Mirko Böhlen und Stefan Philipp bei einem Gegentor von Rechtsaußen Mario Leder auf 9:6 abzusetzen. SG-Spielertrainer Michael Jahn, der über die gesamte Spielzeit seine Mannschaft überragend dirigierte und auch mit Toren nicht geizte, nahm daraufhin die Auszeit (22.).

Die richtigen Worte

Die richtigen Worte an seine Mitspieler schien er da gegeben zu haben, denn der sprunggewaltige Rückraumspieler Ingo Hübener traf im Doppelpack zum 10:10. Stefan Philipp konterte zwar zur 11:10-Führung des VfB, doch postwendend bauten Frank Bartels und Robert Liebelt zum 12:11 für die SG aus. Fast mit dem Pausenpfiff traf dann Tim Reuschel zum 12:12.

Es schien so, als würde die zweite Halbzeit nach dem gleichen Muster verlaufen. Das tat sie auch, allerdings nur knapp sieben Minuten mit dem Ergebnis des 14:14-Gleichstandes. Es sollte über fast eine Viertelstunde nämlich das letzte Tor des VfB bleiben. Zu statisch und einfallslos versuchte der Gastgeber aus dem Positionsspiel die kompakte 6:0-Abwehr der Jahn-Sieben zu knacken. Einige Einzelaktionen brachten ebenso wenig ein. Die Folge: Mit sieben Toren in Folge setzten sich die Neuferchauer und Kunrauer entscheidend auf 21:14 ab.

"Von diesem Schlag haben wir uns nicht mehr erholt. Unser Spiel ist regelrecht zerbröselt. Wir haben die schon schwachen zehn letzten Minuten der ersten Halbzeit mit in die zweite Hälfte genommen. Leider hatten wir keinen Michael Jahn, der Struktur in das Spiel seiner Mannschaft gebracht hat, in unseren Reihen", sah von der Tribüne aus VfB-Spartenmitglied Michael Cibis das Unheil kommen.

Der Gastgeber fing sich dann zwar etwas, profitierte insbesondere von den starken Einzelaktionen eines Stephan Philipp, der fünf Tore in dieser Phase erzielte. Doch die Antwort der SG-Sieben blieb nicht aus. Sie hielt fast ohne Mühe das Sieben-Tore-Polster bis zum Schluss.

Ein kleines Schmankerl am Ende brachte die SG-Fangemeinde dann noch richtig in Feierlaune. Ihre Torwartlegende Ralf Bauke, in der 58. Minute bei einem Siebenmeter zu seinem ersten Einsatz in den Kasten gewechselt, parierte gegen Tim Reuschel. Den Gegenzug krönte Steve Dannies dann mit dem 28:21.

VfB Klötze: F. Tobies, König - Nerlich (2), L. Tobies (2/39 Rote Karte), Philipp (7), Reuschel (7), Sommer, Böhlen (1), Thiele (2), Brunke, Paul, Lietze.

Siebenmeter: 3/2;Strafzeiten: 7.

SG Neuferchau/Kunrau: I. Hübener, Bauke - Runow (1), C. Grabow (5), Schulz (2), Leder (3), Günther (2), M. Hübener (5), Liebelt (2), Dannies (2), Bartels (1/40. Rote Karte), Beneke, Hesse, Jahn (5).

Siebenmeter: 4/3;Strafzeiten: 7.