Auf einen heißen Tanz müssen sich morgen die Mitteldeutschen Oberliga-Männer des SV Oebisfelde bei der TSG Calbe einstellen. Denn der Traditionsverein von der Saale kämpft als Aufsteiger ums Überleben in der Liga. Anwurf ist um 17 Uhr.

Oebisfelde l Allerdings wissen die Oebisfelder um ihren Trainer Hendrik Tuschy nicht, was der Kontrahent in petto hat. Grund: Calbe reiste zum Hinspiel nach Oebisfelde wegen zahlreicher verletzter Spieler, anders als der LSV Ziegelheim, nicht an. "Wir geben die Punkte lieber kampflos ab als uns abschlachten zu lassen", sagte damals TSG-Trainer René Linkohr. Diesmal, zum Rückspiel, bleibt Übungsleiter Linkohr, der zwei Spielzeiten auch in Oebisfelde tätig war und die Mannschaft in die Regionalliga führte, stumm. Denn der Köthener ist in Calbe kein Trainer mehr. Er ging nicht freiwillig, sondern Ende Februar auf Betreiben eines Teils der Spieler. Betreut wird die Mannschaft jetzt vom vorherigen Co-Trainer Peter Weiß.

Übrigens waren viele SVO-Anhänger der Meinung, dass das Rückspiel in Oebisfelde ausgetragen wird, doch die Regelung - reist eine Mannschaft nicht an, hat sie das Rückspiel ebenfalls beim Kontrahenten zu bestreiten - greife in der Mitteldeutschen Liga nicht, wie Liga-Leiter Klaus Rupprich auf Anfrage informierte. Keine Rolle spiele dabei, dass dem gastgebenden Verein durch den Ausfall Einnahmen wegbrechen. Betroffen seien auch Zuschauer, die Dauerkarten erworben haben. Sie sehen nun ein Heimspiel weniger.

Ganz andere Sorgen hat dagegen SVO-Trainer Tuschy. Sein Personal macht ihm zu schaffen. Passen muss Mittelmann Alexander Vogel. Er hatte sich im letzten Heimspiel gegen Plauen am Knie verletzt. "Auf Alex müssen wir wohl in den nächsten beiden Spielen auch noch verzichten", schätzte Tuschy ein. Fehlen werde auch weiterhin Michael Meichsner. Ein Fragezeichen stehe dagegen hinter Kreismann Nico Bischoff. Er sehe zum ersten Mal Vaterfreuden entgegen. Ersatz bekommt Tuschy jedoch aus der Zweiten. Toni Seiler und erstmals Phil Schliephake werden mit auf der Bank sitzen.

"Trotz unserer personellen Schwierigkeiten sind wir in Calbe die Favoriten. Doch es wird keine leichte Aufgabe. Calbe braucht für den Klassenerhalt jeden Zähler und steht vor heimischer Kulisse unter Druck. Wir müssen uns auf etwas gefasst machen. Doch wenn wir weiter um die Meisterschaft mitreden wollen, wären zwei Zähler nicht schlecht", erklärte Tuschy.