Ein Traum ist wahr geworden. So ähnlich darf man den Gewinn der Landesmeisterschaft der Basketballer des VfL Kalbe/Milde bezeichnen. Nach dem verlorenen LM-Finale vor sieben Jahren schafften die Schützlinge von Spielertrainer Harald Lotsch am Sonnabend ihr großes Meisterstück.

Kalbe/Milde l Keinen, aber wirklich keinen, Fan des VfL hielt es kurz vor Schluss in der zweiten Playoff-Partie gegen den USC Magdeburg in der Sporthalle an der Felstraße mehr auf den Bänken. Stehend, singend, feiernd, jubelnd, in den Armen liegend, sogar weinend bedachten die knapp 250 Zuschauer ihren VfL mit sämtlichen Emotionen und begleiteten das Team so durch die Schlussphase.

Zu diesem Zeitpunkt war klar: Der VfL Kalbe/Milde wird Basketball-Landesmeister werden. 180 Sekunden später war es dann auch soweit. Michael Berck sicherte sich den Rebound, dribbelte in die Magdeburger Spielhälfte und schaute zur Uhr - es war vollbracht.

Was dann passierte, war der absolute Wahnsinn. Die VfL-Cracks boten ein Emotionsbad, rissen die Arme in die Höhe, schrien quasi die gesamte Saison aus dem Leib und vergossen auch die eine oder andere Freudenträne.

Die Erinnerung an die 0:2-Niederlage in der Finalserie von vor sieben Jahren - Gegner war damals ebenfalls eine Magdeburger Truppe - steckte noch in den Köpfen der VfL-Cracks. Auch das Ding war also geradegebogen. Sieben Jahre wartete somit ein Großteil der Mannschaft auf die erneute Meisterschaftschance - diesmal ergriff sie der Lotsch-Fünfer und holte den Titel.

"Das ist absoluter Wahnsinn. Ich hatte schon zu Beginn der Rückrunde so ein Gefühl, dass dies eine grandiose Saison werden könnte. Nun ist sie zu Ende und wir sind Landesmeister", so ein komplett fertiger aber überaus erleichterter Spielertrainer Harald Lotsch. Er und seine Mannschaft werden allerdings nicht von ihrem Aufstiegsrecht Gebrauch machen und nicht in die Regionalliga aufsteigen. "Der Aufwand - nicht nur finanziell - ist einfach viel zu hoch. Wir haben damals den Klassenerhalt zwar sportlich in dieser Liga geschafft, doch das hat viel Kraft gekostet und war nur mit äußersten Anstrengungen zu stemmen", begründet Lotsch den Verzicht. Das war der Mannschaft aber schon vorher klar, die wollte nur den Landestitel.

Sogar 20 Jahre auf einen Landestitel warten musste dagegen Dan Schröder. Der Center spielte schon einmal in einer Oberliga-Truppe, doch nicht in der Altmark. "Das ist absolut geil. Ich hatte zwar schon höherklassig gespielt, aber dass ich das nach meiner 20-jährigen Kariere noch miterleben darf, ist einfach nur geil".

Er selbst gab ebenfalls alles, holte sich kurz vor der Spielentscheidung beim Reboundkampf sogar noch einen Cut an der linken Augenbraue ab, doch der war ihm nach Spielende völlig egal - der Pott war da.

Vollkommen siegessicher war sich Marcel Manthey schon vor dem Match. "Wir werden heute Landesmeister. Ich weiß das", so seine klaren Worte vor der Partie. Dass diese Worte nicht nur aus der hohlen Hand geholt waren, bewies er mit einer bärenstarken Vorstellung und 18 Punkten.

Und noch etwas war besonders am vergangenen Sonnabend in der Kalbenser Sporthalle. Sämtliche Trainer, die den VfL in den vergangenen zwölf Jahren betreut hatten, waren in der Halle und somit auch Zeugen des Titelgewinns. Der erfolgreichste von allen heißt aber Harald Lotsch. Ihm ist es gelungen, mit seiner Mannschaft den Titel an die Milde zu holen und hat damit nicht nur alle Spieler, sondern auch die frenetischen VfL-Fans überglücklich gemacht. Die standen nämlich in den gesamten Jahren immer voll hinter ihrer Mannschaft und haben somit den Titel auch ein wenig mitgewonnen.

   

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