Nach dem knappen aber nicht unverdienten 4:3 (2:2)-Auswärtssieg am Ostersonnabend bei Kreisoberligist SV Heide Jävenitz steht der SV Liesten 22 als Landesklasse-Vertreter zum dritten Mal in Folge im Kreispokalfinale der Männer.

Jävenitz l Und somit hat die Elf von Coach Sigmar Pätzold auch die Möglichkeit, den Pott zum dritten Mal in Serie zu gewinnen, denn sowohl 2012 (5:1 gegen SSV 80 Gardelegen) und 2013 (4:3 n. V. gegen Heide Letzlingen) ging der Kreispokal bereits nach Liesten. Für die Jävenitzer indes scheint die Saison irgendwie gelaufen zu sein. In der Meisterschaft liegt man nach der Niederlage gegen Langenapel (0:2) am vergangenen Wochenende sechs Punkte hinter dem MTV Beetzendorf und die Pokalfahrt ist nun seit Sonnabend und der Niederlage gegen Liesten auch endgültig beendet. "Naja, ich bin Realist. Mit dem verlorenen Halbfinale ist das Ding irgendwie durch für diese Saison. Erschwerend kommt hinzu, dass uns Christian Reineke wohl nicht mehr zu Verfügung steht für die restlichen Saisonspiele. Aber wer weiß, vielleicht können wir es doch noch bis zum letzten Spieltag der Liga spannend gestalten", so ein aufgeschlossener Heide-Coach Guido Euen nach Spielschluss.

Das Pokalhalbfinale an sich war allerdings für die knapp 220 Zuschauer gut anzusehen. Die Fans sahen sieben - teilweise sehenswerte - Treffer, aßen und tranken bei bestem Frühlingswetter, warteten aber trotzdem vergeblich - zumindest aus sportlicher Sicht - auf ein vorgezogenes Osterfeuer. Das brannten eben beide Teams nicht ab. Zwar gelang dem SVL frühzeitig die Führung durch Timm Müller (5.), der nach einem geblockten Falkenhagen-Freistoß schnell reagierte, und locker zum 0:1 einschob. Dieser Treffer gab Sicherheit, ließ die Liestener aber auch in eine Art Lethargie verfallen. Das sah auch Coach Sigmar Pätzold so. "Das Tor ist viel zu früh gefallen. Von da an haben wir uns viel zu sicher gefühlt und Spannung und Konzentration nicht mehr hoch genug gehalten".

Und er hatte Recht, denn nach knapp einer halben Stunde traf Schmidt (27.), der einen kollektiven Abwehrschnitzer des SVL nutzte, zum 1:1. Damit nicht genug. Als Andy Ackermann nur zehn Minuten später nach einer Ecke sogar zum 2:1 (37.) für Heide einstocherte, wurde es sogar laut auf der Liestener Bank. Pätzold und das gesamte Trainer- und Betreuergefolge äußerten ihren Unmut darüber.

Aber die Worte wurden erhört auf dem Rasen. Kurz vor der Pause spitzelte Bierstedt das Leder in den Lauf von René Mangrapp (42.). Friedenreich und Weber schienen sich in der Defensivarbeit nicht einig zu sein und Mangrapp schob locker zum 2:2 ein - Pause.

Nach dem Wechsel blieb es spannend, allerdings besserte sich das spielerische und technische Niveau nicht wirklich. Den ersten Aufreger gab es bei einem vermeintlichen Rückpass von Paschke, der aber wohl mehr einer Rettungstat ähnelte, als einem gezielten Zuspiel. Egal - Heide-Keeper Heinze fing das Leder - Freistoß im Fünfmeterraum. Diesen drosch Wiese jedoch in den wolkenlosen Himmel. Treffer Nummer fünf der Partie - und Nummer drei für Liesten - fiel dann aber in Minute 59, als Wiese einen Kopfball nach Ecke von Mangrapp versenken konnte.

Die Jävenitzer Antwort kam aber von Christopher Schmidt - und wie. Aus 25 Metern schoss der Stürmer das Leder in den Winkel - 3:3 (72.). SVL-Schlussmann Piotrowski hatte da nicht den Hauch einer Chance.

In der Schlussphase ging es munter hin und her. Während Bierstedt (75.) bei seinem Treffer noch im Abseits stand, sorgte der eingewechselte Michael Buchholz nur 60 Sekunden später mit dem 4:3 für die Entscheidung. Jävenitz kam - auch in der sechsminütigen Nachspielzeit - nicht mehr zurück.

Torfolge: 0:1 Timm Müller (5.), 1:1 Christopher Schmidt (27.), 2:1 Andy Ackermann (37.), 2:2 René Mangrapp (42.), 2:3 Matthias Wiese (59.), 3:3 Christopher Schmidt (72.), 3:4 Michael Buchholz (76.).

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