Wie unterschiedlich die Bilder am Sonnabend nach dem Schlusspfiff im Abstiegsendspiel doch waren: Auf der einen Seite wurde gefeiert, auf der anderen getrauert. Mit einem 6:3 (2:3) beim Diesdorfer SV sicherte der SV Viktoria Uenglingen den Verbleib in der Fußball-Landesklasse, Staffel I, für mindestens eine weitere Saison ab, der direkte Kontrahent ist hingegen sicher abgestiegen.

Diesdorf l Für die Diesdorfer stand wesentlich mehr auf dem Spiel. Sie mussten gewinnen, zumindest ein Remis erreichen, um noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt zu besitzen. Unerklärlich, warum beim Team von Trainer Jörg Kleiner nach einer 3:0-Führung nach knapp 20 Minuten der Faden fast komplett riss. Die Viktoria kam nicht nur zurück ins Spiel, sondern drehte den Spieß noch gänzlich in den Schlussminuten. Natürlich kannte der Jubel auf Seiten der Ostaltmärker keine Grenzen mehr, zumal ihnen neben dem Klassenerhalt auch noch die Revanche für die 2:4-Hinspielniederlage gelang.

In der Anfangsphase dieses sehr unterhaltsamen Duells auf ordentlichem Niveau war deutlich zu erkennen, wie viel für die Platzherren auf dem Spiel stand. Die Kleiner-Elf übernahm schnell die Initiative, während Uenglingen zunächst auf eine sichere Defensive bedacht war und mit den schnellen Offensivkräften Patrick Huch und Kevin Assmann über Konter seine Chance suchte. Das Konzept der Ahrendt-Elf ging zu Beginn allerdings nicht wirklich auf, denn sie leistete sich defensiv zu viele Fehler. So wie beim 0:1 aus ihrer Sicht, als Tobias Jordan nach einem Obst-Abstoß den Ball per Kopf direkt auf Christopher Brauer weiterleitete und der erfolgreich abschloss (16.). Dieser Treffer tat den Diesdorfern richtig gut. Ehe sich die Gäste versahen, stand es schon 0:3 aus ihrer Sicht. Beide DSV-Treffer gingen auf das Konto von Michael Kuhlmann, der zweimal gut nachsetzte (18., 19.).

Mit dieser sicheren Führung im Rücken schienen sich die Westaltmärker allerdings zu sicher gefühlt zu haben. In der Folge wirkte es so, als hätte jemand den Stecker bei der Kleiner-Elf gezogen. Die Viktoria wurde stärker und drängte mit aller Macht auf den ersten Treffer. Den verpassten Assmann (22., 25., 30.) und Huch (30.) noch, doch dann nutzte Marcel Weidebach seinen Platz und vollendete zum 1:3 aus Gäste-Sicht (31.). Und es wurde noch vor dem Kabinengang wieder spannend. Zunächst scheiterte Chris Rautenberg am starken Daniel Wolter (33.), doch dann nagelte Huch das Spielgerät frei vor dem Diesdorfer Schlussmann in den Winkel - der 2:3-Anschluss (42.) war hergestellt.

Nun war Uenglingen moralisch im Vorteil und schlug nach nicht einmal drei Minuten nach Wiederanpfiff erneut zu. Assmann markierte das umjubelte 3:3 (48.). In der Folge nahmen die Platzherren den Spielfaden allerdings wieder auf und verschafften sich wieder ein Übergewicht. Mario Winkler, der an Ulrich Obst scheiterte (54.), und Stefan Sültmann, dessen Freistoß ebenfalls Beute des Viktoria-Schlussmanns war (55.), vergaben die mögliche DSV-Führung. Allerdings mussten die Platzherren auch auf die Konter der Uenglinger aufpassen. So landete ein Assmann-Kopfball knapp über dem Kasten (60.), ein abgefälschter Huch-Schuss am Pfosten (68.). In die Drangphase der Diesdorfer, die unbedingt noch den Siegtreffer wollten, hinein fiel das 3:4 aus ihrer Sicht. Fast von der Mittellinie hämmerte Huch das Spielgerät über Wolter hinweg in die Maschen (87.). Dieses Traumtor war zugleich der Genickbruch für die Platzherren, die sich durch Assmann (88.) und Huch (90.), der übrigens zum dritten Mal erfolgreich war, noch zwei weitere Gegentore einfingen.

Torfolge: 1:0 Christopher Brauer (16.), 2:0, 3:0 Michael Kuhlmann (18., 19.), 3:1 Marcel Weidebach (31.), 3:2 Patrick Huch (42.), 3:3 Kevin Assmann (48.), 3:4 Patrick Huch (87.), 3:5 Kevin Assmann (88.), 3:6 Patrick Huch (90.).

SR: Michael Müller (Stendal).

Vorkommnisse: Keine.

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