Florian Stock und Tobias Barthel vom Arendseer Regattaverein haben die Pfingstregatta der H-Jollen gewonnen. Anders als in den Jahren zuvor schafften es die Segler nicht, die geforderten drei Wettfahrten zu absolvieren.

Arendsee l Wind, Sturm, Regen, Eisregen, Flaute und Hitze hat es bei der Pfingstregatta in ihrer langjährigen Geschichte schon oft gegeben, aber tropische Temperaturen gepaart mit einem nur lauen Lüftchen an zwei Tagen gab es so lange nicht. Baden statt segeln war die Devise am Arendsee.

Wettfahrtleiter Siegfried Müller war um seine Aufgabe an diesem Wochenende nicht zu beneiden. 32 Crews hatten für die Pfingstwettfahrten gemeldet - ein tolles Feld - doch der Wind fehlte einfach. Und auf dem Wasser schmoren lassen, wollte er die Crews bei 30 Grad im Schatten auch nicht. Also gab es pünktlich zum Regattaauftakt am Sonnabend das Signal zur Startverschiebung.

Frühstart rettet Stock/Barthel

Zum Nachmittag hin wurde es mit dem Wind etwas besser, und zu 16 Uhr waren alle Boote auf dem Wasser. Gegen 16.30 Uhr wurde die erste, und was noch keiner wissen konnte, auch die einzige Wettfahrt, gestartet.

Die Lokalmatadoren Florian Stock und Tobias Barthel hatten sich beim Start verzockt und waren deutlich zu früh über der Linie. Sie erkannten das und fuhren zurück, um diesen Fehler zu beheben. Damit wären sie am Ende des Feldes gewesen und hätten für eine vordere Platzierung schon sehr gut segeln müssen.

Zu ihrem Glück war noch vor dem Startsignal das halbe Feld über die gedachte Startlinie gefahren und das Rennen wurde somit abgeschossen. Fünf Minuten später ging es erneut los. Diesmal machten es die beiden Arendseer besser und segelten unangefochten zum Start-Ziel-Sieg.

Zweiter wurde Altmeister Wilfried Schomäker aus Bad Zwischenahn. Auf dem dritten Platz kamen Thomas Bergner und Lars Hückstädt in das Ziel. Sie hatten das Signal Bahnverkürzung nicht gesehen und hatten ihre Zieldurchquerung noch gar nicht bemerkt. Erst als sie umkehrten und das Ziel bewusst durchfahren wollten, bekamen sie das Zeichen: "Alles in Ordnung, wir haben euch auf dem Zettel".

Einen Achtungserfolg verbuchten Carlo Schütte und Andreas Dobrindt. Sie fuhren bei schwachem Wind stark und ließen einige namhafte Crews hinter sich. Mit ihnen ist in dieser Saison zu rechnen.

Nach der Wettfahrt wurde noch ein Protest verhandelt. Eine Crew hatte eine Tonnenberührung von Routinier Ulrich Bischoff bemerkt. Sowohl Steuerfrau als auch Vorschotmann hatten den Fehler gesehen und die Crew darauf aufmerksam gemacht. Hätte Bischoff mit seinem Boot eine 360-Grad-Drehung gemacht, hätte er seinen Fehler auf dem Wasser wieder gut gemacht. Da er das nicht tat und den beiden Zeugen Glauben geschenkt wurde, kam es zu einer Disqualifikation, und er wurde für diese Wettfahrt nur als Letzter gewertet.

Der Sonntag begann und endete mit Flaute. Der Wind war zwar strichweise auf dem See zusehen, für eine reguläre Wettfahrt reichte es aber nicht. Um 15 Uhr hatte der Wettfahrtleiter ein Einsehen und erlöste die wartenden Crews.

Den Siegerpokal und den altmärkischen Spargel gab es aber dennoch. Nur Ranglistenpunkte konnte man sich bei dieser Regatta nicht holen. Dazu hätten es die ausgeschriebenen drei Rennen geben müssen.

Trotz des schwachen Windes war die Stimmung auf dem Vereinsgelände gut. Die Seglerfrauen hatten sich wieder hervorragend um Essen, Kuchen und Getränke gekümmert. Und bei der Baumkuchenregatta im August haben die Arendseer bestimmt mehr Wind.