Der FSV Heide Letzlingen war mit leisen Tönen in die Saison der Fußball-Landesklasse, Staffel I, gegangen. Von einem einstelligen Tabellenplatz, sogar teilweise vom Klassenerhalt war die Rede, als es um die Zielstellung der Heide-Mannen ging. Doch die Südaltmärker starteten eindrucksvoll und finden sich nach vier Spieltagen an der Tabellenspitze wieder.

Salzwedel l Die Entwicklungskurve in Letzlingen zeigt über die letzten Jahre hinweg nach oben. Nachdem die Mannschaft von Trainer Dieter Förster, der krankheitsbedingt zurzeit durch seinen Assistenten Michael Friedrichs an der Seitenlinie vertreten wird, in der Vorsaison bereits einen respektablen vierten Platz - und das trotz starker personeller Probleme - eingenommen hatte, würde sie sich in der aktuellen Spielzeit gern noch weiter verbessern. Und Rang eins ist keine Überraschung, schließlich spielen die Letzlinger, die bisher (noch) nicht vom Personalpech verfolgt waren, einen attraktiven Offensivfußball, was nicht nur die maximalen zwölf Zähler, sondern auch 16 erzielte Treffer belegen. An der Defensivarbeit muss der FSV (sieben Gegentore) zwar sicherlich noch feilen, doch das Friedrichs-Team, das am Sonnabend Warnau mit 6:3 bezwang, dürfte ein gehöriges Wörtchen im Kampf um den Staffelsieg mitsprechen. Dabei bleibt abzuwarten, ob die Letzlinger die Konstanz wahren können. Nach Punkten gleichauf mit den Heide-Mannen ist der SV Blau-Gelb Goldbeck, der beim 4:2 in Salzwedel auch sein viertes Saisonspiel gewann und nur durch das schlechtere Torverhältnis von Rang eins getrennt ist.

Ein Auge auf den Platz an der Sonne hat auch der SV Grün-Weiß Potzehne geworfen. Der Landesliga-Absteiger um Trainer Nico Bremse besiegte Aufsteiger SV Krüden/Groß Garz deutlich mit 5:1 und festigte damit Rang drei. Drei Siegen steht lediglich das 2:2 in Havelberg gegenüber. Doch auch die Grün-Weißen dürfen von einem Start nach Maß sprechen. Mit 19 Toren stellt das Bremse-Team den besten Angriff der Liga und hat seinen Torhunger noch längst nicht gestillt. Auch die Potzehner wollen bis zum Ende um den Titel mitspielen und dürften sicherlich gute Karten haben, sollten sie die bisher gezeigten Leistungen über den Saisonverlauf hinweg bestätigen können. Gleiches gilt auch für den SV Medizin Uchtspringe, der nach dem 3:1 gegen Möringen ebenfalls noch ungeschlagen ist und genau wie Potzehne bei zehn Zählern steht.

Dem führenden Quartett dicht auf den Fersen liegen der SV Rot-Weiß Arneburg (2:0 Liesten/neun Punkte), der FSV Havelberg (1:0 Tangerhütte/acht Zähler) und der SSV Havelwinkel Warnau (3:6 Letzlingen/sieben Punkte). Langsam in Form zu kommen scheint der SSV 80 Gardelegen. Das 4:2 in Beetzendorf bedeutete bereits den zweiten Saisonsieg für die Mannen von Neutrainer Norbert Scheinert, die damit mit sechs Zählern Rang neun einnehmen - übrigens punktgleich mit dem SV Germania Tangerhütte.

Seinen ersten Saisonsieg feierte Aufsteiger SV Preußen Dobberkau beim 3:1 gegen Uenglingen. Mit nunmehr vier Punkten auf der Habenseite zog das Schönhoff-Team am Möringer SV und SV Krüden/Groß Garz, die bei drei Zählern verharren, vorbei.

Ein Quartett wartet am Tabellenende noch auf seine ersten Punkte. Darunter sind mit dem MTV Beetzendorf, dem SV Liesten 22 und dem SV Eintracht Salzwedel auch drei westaltmärkische Vertreter. Während Beetzendorf und Liesten in ihrem jeweils dritten Spiel erneut leer ausgingen, kassierte die Eintracht aus der Kreisstadt bereits ihre vierte Pleite. Das Trio steht somit bereits unter Zugzwang, auch wenn natürlich noch lange nichts verloren ist. Viertes Team, das noch zählerlos dasteht, ist der SV Viktoria Uenglingen. Der hat bereits 21 Gegentreffer auf dem Konto und damit deutlich mehr als die direkte Konkurrenz.

Am kommenden Wochenende ist Pokalpause, wobei sich jedoch der SV Liesten 22 und der MTV Beetzendorf am Sonnabend in einem Nachholspiel vom ersten Spieltag gegenüberstehen. Das Westaltmarkderby, in dem für beide Teams mit Blick auf die Tabellensituation viel auf dem Spiel steht, beginnt um 15 Uhr im Liestener Waldstadion. Der fünfte Spieltag steigt dann am 12. beziehungsweise 13. September - unter anderem mit dem spannungsgeladenen Derby zwischen dem SSV 80 Gardelegen und dem FSV Heide Letzlingen. Ob die Letzlinger ihre weiße Weste auch dort wahren können?