Liesten (scf) l Der Start verlief für beide - um es noch positiv auszudrücken - schleppend, denn man wartet nach wie vor auf die ersten Saisonzähler. Vor dem direkten Duell stehen der SV Liesten 22 und der MTV Beetzendorf schon ein wenig mit dem Rücken zur Wand. Das Nachholspiel vom ersten Spieltag wird morgen um 15 Uhr von Schiedsrichter Christoph Blasig im Liestener Waldstadion angepfiffen. Eigentlich sollte diese Partie bereits am 2. August über die Bühne gehen, doch aus zwei Gründen wurde sie einen Monat nach hinten verlegt. In Liesten feierte man eine Hochzeit, der MTV befand sich parallel dazu im Trainingslager in Osterburg. Doch am morgigen Sonnabend steigt das brisante Derby der beiden noch punktlosen Westaltmärker, deren Tordifferenz sogar identisch ist. Da die Beetzendorfer aber bereits sechs Treffer erzielt haben und Liesten erst bei einem Tor steht, stehen die MTV-Schützlinge von Trainer Mayk Zürcher einen Platz besser da als der direkte Kontrahent und damit auch über dem ominösen Strich.

Die Liestener wollen dies aber so schnell wie möglich ändern. Für die Mannen um das Spielertrainergespann Lucas Bresch/Michael Piotrowski und die beiden Ex-Beetzendorfer Timm Müller und Stephan Benecke zählt natürlich nichts anderes als der erste Saisonerfolg. "Natürlich stehen wir schon ein wenig unter Druck, denn die ersten drei Spiele verliefen nicht nach unseren Vorstellungen", stellt SVL-Mannschaftsleiter Dietrich Timm klar. Kommt nun mit dem MTV Beetzendorf vielleicht genau der richtige Gegner, um den Bock umzustoßen? Diese Frage können sich die Liestener wohl nur selbst beantworten. Das Kernproblem, an dem bereits im Training gearbeitet wurde, ist jedenfalls ausgemacht. "Wir spielen fast immer auf Augenhöhe, doch uns fehlt einfach ein Knipser, der die vielen Chancen in Tore umwandelt", weiß Timm. Da ist speziell der lange Ausfall von Sven Komnick bitter. Denn Komnick ist einer, der für viele Treffer gut ist. Doch er hat noch immer mit den Folgen eines Kreuzbandrisses zu kämpfen und fehlt genauso wie die ebenfalls verletzten Markus Krotki, René Mangrapp und Martin Todte sowie den urlaubsbedingt verhinderten Christian Förster. "Es wird sicherlich ein kampfbetontes Spiel, in dem ich Beetzendorf defensiver erwarte. Wir sind in der Pflicht, das Spiel zu gestalten", erklärt Dietrich Timm, der nach den Auswärtsniederlagen in Goldbeck (1:2) und Arneburg (0:2) sowie der Heimpleite gegen Letzlingen (0:2) - egal wie - die ersten Zähler fordert. Die sind auch bitter nötig, um dem Abstiegskampf zu entfliehen.

Auf der Gegenseite liegen die Probleme zwar nicht im Angriff, dafür aber in der Abwehr. "Die war im letzten Jahr noch unser Prunkstück. Jetzt muss sie noch etwas konstanter werden. Es fehlt einfach noch an der Abstimmung", hat MTV-Trainer Mayk Zürcher erkannt. Schmerzlich vermisst wird der verletzte Holger Fritsche, der in der Vorsaison als Libero die Defensive noch zusammenhielt. Doch auch ohne ihn wird in Liesten mindestens ein Punkt anvisiert. "Jetzt müssen unbedingt Zähler her, gerade gegen einen direkten Konkurrenten", so Zürcher. "Wir kämpfen, spielen streckenweise auch guten Fußball. Es ist einfach eine Konzentrationsfrage, weshalb wir bisher immer verloren haben", glaubt Beetzendorfs Übungsleiter, der aus gesundheitlichen Gründen selbst nicht an der Seitenlinie stehen wird. Auch sein Assistent Detlef Schulz ist urlaubsbedingt nicht dabei, so dass sich Holger Fritsche und Kapitän Nico Schulz um die Organisation kümmern werden. Schulz selbst wird in Zukunft wohl einen defensiveren Part einnehmen, um der Hintermannschaft mehr Stabilität zu verleihen. "Gegen Letzlingen haben wir bis zum Ende ordentlich gespielt, gegen Warnau und Gardelegen immerhin eine Halbzeit. Die Jungs müssen sich einfach mal belohnen", so Mayk Zürcher. Den Gegner kennt er natürlich gut. "Wir sind eigentlich ganz gut befreundet. Das ist eine gute Truppe, die sicherlich viel mit Personalproblemen zu kämpfen hat", weiß Zürcher. Doch die Freundschaft ruht morgen für 90 Minuten.