Von Spitzenspielen bis hin zu Kellerduellen hat der sechste Spieltag der Fußball-Landesklasse, Staffel I, eigentlich alles zu bieten. Beispielsweise ist Tabellenführer SV Blau-Gelb Goldbeck zu Gast beim Rangvierten SV Grün-Weiß Potzehne, zudem empfängt in der unteren Tabellenhälfte der SV Eintracht Salzwedel im Derby den SV Liesten 22.

Salzwedel l Das Warten auf die ersten Punkte hat nun auch für die Salzwedeler Eintracht ein Ende, der erste Zähler ist durch ein 1:1 gegen Arneburg auf das Konto der Kreisstädter gewandert. Gegen Liesten, auch erst mit drei Punkten ausgestattet, soll morgen ab 14 Uhr nachgelegt werden. Noch zählerlos ist einzig der MTV Beetzendorf. Ob sich das ausgerechnet gegen den Tabellendritten FSV Havelberg ändert, bleibt abzuwarten. Spitzenreiter Goldbeck eins auswischen möchten die noch ungeschlagenen Potzehner. Der FSV Heide Letzlingen geht als klarer Favorit in sein Heimspiel gegen den SV Viktoria Uenglingen, außerdem reist der SSV 80 Gardelegen zum SSV Havelwinkel Warnau.

SV Eintracht Salzwedel 09 - SV Liesten 22 (SR: Thomas Krugel). Ihr drittes von vier Heimspielen in Folge vor Augen hat die Eintracht aus Salzwedel. Nach zuvor einer Niederlage (2:4 Goldbeck) sowie dem 1:1 zuletzt gegen Arneburg soll nun im Nachbarschaftsderby der erste Sieg her. "Wir wollen unsere positive Tendenz, angefangen beim Spiel gegen Goldbeck, fortsetzen und endlich mal gewinnen", verdeutlicht SVE-Trainer Burghardt Schulze. Der weiß genau, was es noch zu verbessern gibt. "Wir müssen unsere eigenen Fehler minimieren und die Chancen besser nutzen", so Schulze. Spielerisch steigert sich die Eintracht von Spiel zu Spiel, doch belohnt hat sie sich bisher nicht. "Ich wünsche mir ein faires Spiel. Die Brisanz ist sicherlich nicht mehr ganz so groß, dennoch dürfte es interessant werden. Wir sind Tabellennachbarn und werden es wohl auch eine Zeit lang bleiben", fügt der Salzwedeler Coach an. Der muss auf die verletzten Julian Seehausen und Mario Heinicke verzichten.

Nach dem ersten Saisonsieg gegen Beetzendorf (6:2) gab es für die Liestener in der Vorwoche beim 3:5 gegen Warnau wieder einen Rückschlag, der erst einmal sacken musste. "Die Niederlage war nicht unbedingt zu erwarten. Man hat gesehen, dass im neuen System noch einiges im Argen liegt. Doch wir werden daran nichts ändern und auch gegen Salzwedel so auftreten", erklärt SVL-Mannschaftsleiter Dietrich Timm. Seinen Ex-Verein aus der Kreisstadt nahm Timm zuletzt beim 1:1 gegen Arneburg vor Ort unter die Lupe. "Das wird für uns ein schwieriges Unterfangen. Die Eintracht hat einen guten Eindruck hinterlassen", so der Mannschaftsleiter. Als Verlierer möchte Liesten keinesfalls die Flora verlassen. "Jeder versucht, da unten heraus zu kommen. Beide Teams verspüren den Druck", erklärt Dietrich Timm, der ohne die verletzten René Mangrapp, Sven Komnick und Martin Todte planen muss und sich ein faires Derby wünscht. "Körperlich wird es sicherlich zur Sache gehen", vermutet Timm.

SV Grün-Weiß Potzehne - SV Blau-Gelb Goldbeck (SR: Steffen Look). Zwei noch unbezwungene Teams treffen in Potzehne aufeinander, weshalb es schwer fällt, im Vorfeld einen Favoriten auszumachen. Die Goldbecker haben immerhin noch eine weiße Weste vorzuweisen, gewannen alle fünf Partien und stehen mit 15 Zählern auf Rang eins. Potzehne hat erst vier Begegnungen absolviert und daraus zehn Punkte ergattert. "Wir sind gut drauf. Wenn wir die Leistungen aus den vorangegangenen Spielen wiederholen, sollte etwas möglich sein. Wir wollen die drei Punkte daheim behalten", verrät Grün-Weiß-Trainer Nico Bremse. Da die Partie in Möringen in der Vorwoche ausfiel, tat der Landesliga-Absteiger etwas für die mannschaftliche Geschlossenheit. Erst verfolgte man geschlossen das Derby zwischen Gardelegen und Letzlingen (2:2), anschließend wurde noch zusammen gefeiert. "Das tat auch mal gut. Die Stimmung ist gut, auch im Training ziehen alle mit. Wir sind gerüstet, auch wenn es gegen Goldbeck sicher nicht einfach wird", erklärt Bremse. Einige angeschlagene Spieler konnten sich durch die Spielpause zuletzt regenerieren, weiterhin fehlen morgen die verletzten Enrico Bierstedt, Phillip Lehrmann und Jan Küllmei.

FSV Heide Letzlingen - SV Viktoria Uenglingen (SR: Torsten Felkel). Die Tabellenführung haben die Letzlinger zuletzt nach dem 2:2 in Gardelegen an Goldbeck abgeben müssen. Kein Beinbruch für die Heide-Mannen. "Das ist mir momentan eigentlich vollkommen egal", so Co-Trainer Michael Friedrichs, der mit dem bisherigen Saisonverlauf seiner Schützlinge sehr zufrieden sein kann. Obwohl man bereits dreimal auswärts antreten musste, liegt man noch immer ungeschlagen auf Platz zwei des Klassements. "Wir müssen allerdings wieder etwas besser Fußball spielen als zuletzt gegen Gardelegen. Dort kam gegen zehn Mann am Ende einfach zu wenig", erklärt Friedrichs. "Wenn uns das gelingt, werden wir die Partie gegen Uenglingen auch gewinnen können", fügt der Assistenzcoach, durch die Erkrankung von Dieter Förster weiterhin in alleiniger Verantwortung, optimistisch an. "Uenglingen hat sicherlich gute Einzelspieler im Kader, doch es spielt sehr körperbetont. Da haben wir uns in der Vergangenheit immer schwer getan", so Michael Friedrichs. Der muss Marcel Grabau (Fußbruch) und den privat verhinderten Felix Belling ersetzen.

MTV 1880 Beetzendorf - FSV Havelberg (SR: Bernd Manecke). So allmählich steht der MTV in der Pflicht. Das neue Schlusslicht hat noch keinen Punkt vorzuweisen. Dabei läuft es offensiv gar nicht so schlecht beim Aufsteiger, der immerhin schon zwölf Tore erzielt hat. Dafür klemmt in der Hintermannschaft der Schuh, was 22 Gegentreffer belegen. Zuletzt im Kellerduell in Uenglingen erzielten die Beetzendorfer vier Tore, mussten aber auch fünf hinnehmen. Sollten die Schützlinge von Trainer Mayk Zürcher mehr Stabilität in die Defensive bekommen, sollten sie auch in der Lage sein, in der neuen Spielklasse mitzuhalten. Morgen wartet auf den MTV allerdings ein schweres Kaliber. Die Havelberger belegen Rang drei und wollen um den Staffelsieg mitspielen. Nur wenn die Beetzendorfer einen perfekten Tag erwischen, sollte für sie gegen den Favoriten aus der Ostaltmark etwas möglich sein. Bleibt abzuwarten, welches taktische Konzept sich Coach Zürcher gegen die Havelberger ausgrübelt, um die Partie zumindest lange offen zu gestalten.

SSV Havelwinkel Warnau - SSV 80 Gardelegen (SR: Thomas Görges). Die Gardelegener wollen ihre positive Serie in Form von drei ungeschlagenen Spielen in Folge natürlich auch in Warnau fortsetzen. "Ich kenne den Platz nicht, aber ich habe gehört, dass wir uns da immer schwer getan und noch nie gewonnen haben. Aber wir bereiten uns ganz gezielt vor", so SSV-Trainer Norbert Scheinert. Taktisch wollen die Rolandstädter ähnlich auftreten wie zuletzt im Derby gegen Letzlingen (2:2). "Wir wollen hinten eng stehen, wenig Chancen zulassen und über unsere schnellen Stürmer Nadelstiche setzen", erklärt Scheinert. Gegen den FSV Heide klappte das gut, trotz Unterzahl erreichte man einen Zähler. Sollte dieser auch morgen eingefahren werden, wäre im SSV-Lager Zufriedenheit angesagt. Nach seiner Roten Karte zuletzt fehlt Hannes Malek, studienbedingt verhindert ist Daniel Leberecht. Ob Andy Stottmeister, der nach Verletzung wieder trainiert, mitwirken kann, ist noch unklar.