Ist der SV Liesten 22 nun endgültig in der Saison der Fußball-Landesklasse, Staffel I, angekommen? Zumindest landeten Wiese Co. am Sonnabend beim 2:0 (2:0) gegen Schlusslicht SV Viktoria Uenglingen endlich mal den zweiten Erfolg in Serie.

Liesten l Mit nunmehr zwölf Punkten auf der Habenseite arbeiten sich die Liestener so langsam ins Mittelfeld des Klassements vor. Mit dem Abstieg will man beim SVL nichts zu tun haben - hat man vorerst auch nicht. Dafür sorgte Martin Böhm, der innerhalb kürzester Zeit mit einem Doppelpack die Viktoria erlegte.

Allerdings hatten sich die Gäste aus der Ostaltmark nach 90 Minuten tollem Kampf am Ende nichts vorzuwerfen. Selbst nach dem 0:2 steckte die Mannschaft von Trainer Enrico Ahrendt, die im Waldstadion stark ersatzgeschwächt antrat und mit dem neuen Vereinsvorsitzenden Klaus Reimer nur einen Wechselspieler zur Verfügung hatte, nicht auf und versuchte zumindest bis zum Abpfiff von Schiedsrichter Rolf Vorsprach, die Niederlage in Grenzen zu halten. Dank einer ordentlichen Abwehrarbeit gelang ihr das am Ende auch. "Ich ziehe den Hut davor, wie wir hier heute aufgetreten sind. Das war schon ein halber Erfolg für uns, wenngleich wir uns vielleicht sogar ein Tor verdient gehabt hätten", so Viktoria-Coach Ahrendt.

Die Liestener siegten zwar hochverdient, hätten allerdings mit Sicherheit gern noch etwas mehr für das durchwachsene Torverhältnis getan. Möglichkeiten dafür besaß die Elf von Spielertrainer Michael Piotrowski, der den in China weilenden Lucas Bresch vertrat, zu Genüge. "An der Chancenverwertung müssen wir noch arbeiten. Allerdings haben wir unsere Möglichkeiten oft auch nicht konsequent genug ausgespielt. Mit dem dritten Tor wäre der Sack zu gewesen", meinte Piotrowski. Und genau dieses besagte dritte Tor hätte der SVL in den zweiten 45 Minuten eigentlich auch noch erzielen müssen, doch Pech, Unvermögen, aber auch ein starker Schlussmann Thilo Picht verhinderten dieses.

Von Beginn an lief Liesten gegen ein dicht gestaffeltes Abwehrbollwerk aus Uenglingen an. Bei den Gästen spielte zumindest offensiv Patrick Huch den Alleinunterhalter. Er konnte sich im Verlauf der ersten Hälfte immerhin drei gute Chancen erarbeiten. Per Kopf traf er das Außennetz (17.), dann scheiterte er an Piotrowski (20.) sowie später am gut klärenden Hannes Glameyer (40.).

Gefährlicher war es auf der Gegenseite, doch auch dort vergaben Martin Böhm (8./gehalten), Matthias Wiese (15./vorbei) per Kopf und Stephan Benecke (23./gehalten) noch die ersten Gelegenheiten. Mit einem überlegten Heber über den etwas zu weit vor seinem Gehäuse postierten Picht hinweg gelang Böhm dann allerdings in Minute 24 die fast überfällige SVL-Führung. Der Jubel war gerade einmal verhallt, da legte Böhm gleich nach. Diesmal gab Picht allerdings nicht die beste Figur ab, der Schuss des Liestener Angreifers war nicht einmal platziert und ging eher auf den Torhüter - 2:0 (28.). Zweimal Böhm (37., 44./jeweils vorbei) verpasste es, vor dem Kabinengang noch weiter nachzulegen.

Nach Wiederbeginn schien es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann der erneut drückende SVL die Führung weiter ausbaut. Doch das Piotrowski-Team übertraf sich nahezu im Chancenauslassen. So schepperte es gleich dreimal am Aluminium des Viktoria-Gehäuses. Zunächst traf Wiese den Pfosten (54.), dann lenkte Picht einen Versuch von René Mangrapp an den Pfosten (78.), ehe Böhm an der Querlatte scheiterte (79.). Auch jeweils per Kopf Christian Walter (62.), René Mangrapp (75.) und Marc Pätzold (89.) sowie abermals Böhm (87.) vermochten es nicht, das Ergebnis in die Höhe zu treiben. Für die Gäste verpassten indes Marcel Weidebach und im Nachschuss Huch knapp das Anschlusstor (66.).

Torfolge: 1:0, 2:0 Martin Böhm (24., 28.).

SR: Rolf Vorsprach (Miesterhorst).

Vorkommnisse: Keine.