Knapp 180 Zuschauer sind am Sonnabend in die "Willi-Friedrichs-Halle" gekommen, weil es um die Wurst ging. Allerdings nahmen die Gäste aus Ballenstedt das Filetstück mit nach Hause und entführten alle drei Punkte aus dem Spiellokal des SSV 80 Gardelegen.

Gardelegen l Kurz nach 19.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit stand sie fest, die erste Saisonheimniederlage der Landesoberliga-Volleyballer des SSV 80 Gardelegen. Und sie war bitter, sehr bitter sogar. Die Schützlinge von Gerhard Müller verloren nach der wohl schwächsten Saisonvorstellung nicht nur einfach 1:3 gegen den amtierenden Landesmeister Fortuna Ballenstedt, sondern gaben damit auch ihre gute Ausgangsposition im Kampf um die Landesmeisterschaft aus der Hand.

Der MTV Wittenberg, ärgster Verfolger des SSV und nunmehr wieder der Liga-Primus (3:0 beim USC Magdeburg) dürfte sich schon am Sonnabendabend die Hände gerieben haben, als das Ergebnis aus Gardelegen über den Ticker rutschte. In der Altmark jedoch schauten sich die Akteure und auch viele Zuschauer verdutzt an, warfen sich fragende Blicke zu und mussten das soeben Erlebte erst einmal verarbeiten.

"So schlecht wie heute haben wir wohl noch nie angegriffen. Ich weiß auch nicht, was los war", suchte SSV-Akteur Matthias Koepke nach der Ursache. Auch SSV-Kapitän Arne Kreißl verstand die Welt nicht mehr. "Das war nichts heute. Wir haben uns die Niederlage selbst zuzuschreiben. Es ist irgendwie komisch. Wenn man es genau nimmt und wir alles das umgesetzt hätten, was wir uns vorgenommen haben, hätten wir das Spiel nicht verlieren müssen".

Trainer Gerhard Müller litt ebenfalls mit seinen Jungs. "Das ist natürlich Mist, dass wir gerade heute eines unserer schwächsten Spiele abgeliefert haben. Ballenstedt hat verdient gewonnen, obwohl eigentlich nur wir selbst dafür verantwortlich waren".

Auch Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs, selbst eingefleischter SSV-Volleyballfan, analysierte die Partie. "Ich denke Ballenstedt hat verdient gewonnen. Die Mannschaft war heute einfach besser und das muss man anerkennen. Und wer weiß, wozu diese Niederlage gut war. Irgendwie konnte der SSV heute seine Leistung nicht abrufen".

Und für wahr. Der Spielfunke sprang nämlich nur phasenweise über. Mit einer 7:1-Führung legte der SSV einen Traumstart in Satz Nummer eins hin, doch Fortuna kam zurück und nutzte die Fehler des SSV (Annahme, Aufschläge und Angriff) konsequent aus. Ballenstedt kam auf 11:11 herad. Spannend blieb es bis zum 21:21, ehe erneute SSV-Fehler den Fortuna-Satzgewinn perfekt machten - 22:25. In Durchgang Nummer zwei hatten die Kreißl Co. sich und vor allem auch den Gegner im Griff. Zwar hielten die Gäste bis zum 7:7 mit, doch dann zog der SSV auf 12:7 davon - die Vorentcheidung. Über 22:12 gelang der ungefährdete Satzausgleich (25:16). Satz Nummer drei war an Spannung kaum zu überbieten. Nach 22:20-Führung für den SSV bahnte sich eine haarige Schlussphase an. Über 24:24, 25:25, 26:26 und zwei abgewehrten Satzbällen musste der SSV doch noch passen - 26:28.

Nun wollten die Altmärker zumindest noch den möglichen 3:2-Sieg einfahren, doch auch daraus wurde nichts. Wie schon in Satz Nummer eins führten sie zunächst deutlich mit 9:3, mussten die Gäste aber später von 13:10 auf 13:16 vorbeiziehen lassen. Beim 23:18 für Ballenstedt herrschte eine Totenstille in der Halle, man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Und nur wenig später machte Ballenstedt den Sack zu und siegte schlussendlich mit 25:21.

SSV 80 Gardelegen: Arne Kreißl, Lukas Kreißl, Philipp Lenz, Pascal Grothe, Jonas Rummel, Florian Winkler, Matthias Koepke, Tom Heidecke, Lucien Braune, Christoph Hasse, Tobias Weber, Thomas Viehmann, Christian Buchholz.

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