Der Diesdorfer SV hat sich die Tabellenführung in der Fußball-Kreisoberliga zurückerobert. Am gestrigen Sonntag gewannen die Schützlinge von Jörg Kleiner das absolute Spitzenspiel beim bisherigen Spitzenreiter SV Heide Jävenitz nach einem Treffer von Michael Kuhlmann in der ersten Hälfte mit 1:0 (1:0).

Jävenitz l Sicherlich ist es noch viel zu früh, um von einer Vorentscheidung im Meisterschaftskampf zu sprechen, aber ein Fingerzeig und eine Kampfansage war zumindest das Ergebnis aus Sicht der Diesdorfer schon.

Jävenitz aktiver und Diesdorf effektiver

Die - von Trainer Jörg Kleiner taktisch hervorragend eingestellt - zeigten den Platzherren eindeutig den Unterschied zwischen aktiv und effektiv auf. Während die Jävenitzer mit weitaus mehr Ballbesitz und vielleicht auch einem kleineren Chancenplus aufwarten konnten, zeigten sich die Gäste als Meister der Effektivität. Naja, vielleicht nicht ganz, denn Mario Winkler scheiterte in der 23. Minute per Foulelfmeter an Heide-Keeper Heinze. Auch der Nachschuss brachte nichts ein und segelte in den wolkenverhangenen Himmel. Die zweite Möglichkeit saß dann aber. Nach einer Ecke von Thomas Griese nahm Michael Kuhlmann das Leder an der Strafraumgrenze volley und vollendete zum 1:0 (35.). Dass dies der einzige und entscheidende Treffer an diesem Tag bleiben sollte, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand.

Zuvor allerdings waren die Gastgeber wohl etwas näher an der Führung. Zwei kleinere Möglichkeiten von Schmidt (16., 21.) und auch ein indirekter Freistoß von Reineke innerhalb des DSV-16ers - zuvor hatte Keeper Wolter ein Rückspiel fälschlicherweise aufgenommen - brachten nichts ein. Die dickste Chance der Jävenitzer vergab dann erneut Schmidt in Minute 41, als der Stürmer völlig freistehend das Leder von Salam Naom serviert bekam, aber anstatt sich die Ecke auszugucken, Keeper Wolter, der gerade noch so die Arme hoch bekam, anschoss. So ging es mit der knappen Führung für die Diesdorfer in die Kabinen.

Nach dem Wechsel änderte sich das Bild kaum. Die Elf von Trainer Guido Euen übernahm den aktiven Part, steigerte den eigenen Ballbesitz weiter um ein paar Prozentpunkte, biss sich aber an der sehr stabilen und kompromisslosen Diesdorfer Defensive die Zähne aus. Nichts funktionierte in der Offensive, auch die Beorderung von Libero Daniel Schönfeld in den Sturm fruchtete kaum.

Die Gäste ließen es dagegen mit der Führung im Rücken natürlich ruhig angehen, wirkten ruhig und klärten alles, was es zu klären gab. Das machten die sogar so gut, dass es die Heide-Kicker nicht vermochten, sich überhaupt noch eine echte Torchance zu erspielen. Nur in der Schlussphase, als die Gastgeber bereits alles nach vorn warfen, sorgten noch zwei Ecken für Gefahr. Doch weder Nico Müller noch Christian Reineke, der das Leder knapp mit dem Kopf verfehlte, konnten daraus Kapital schlagen. Entlastung gab es zuvor für die Diesdorfer zumeist mit langen Bällen. Die fingen die Jävenitzer immer wieder ab, mussten aber viel investieren und immer wieder neu aufbauen. Das juckte die Gäste aber kaum, da sie defensiv wirklich alles unter Kontrolle hatten, sich selbst aber auch keine echten Möglichkeiten erspielen konnten.

Im Spielzeugnis der Jävenitzer dürfte somit nicht für viel mehr Platz gewesen sein als für den Satz: "Sie waren stets bemüht". Das waren die Platzherren auch, trafen aber in diesem Spitzenspiel auf einen cleveren und taktisch hervorragend eingestellten Gegner.

Tor: 0:1 Michael Kuhlmann (35.).

SR: Karsten Fettback (KFV Altmark Ost)

Zuschauer: 235.

Vorkommnisse: Keine.