Nach neun Jahren in der Regional- beziehungsweise Mitteldeutschen Liga hat es in dieser Saison die Männer des SV Oebisfelde (SVO) erwischt. Sie steigen von der Mitteldeutschen Liga in die Sachsen-Anhalt-Liga ab. Jens Pickert sprach mit SVO-Teammanager Detlef Miegel.

Volksstimme: Nach Platz drei in der Vorsaison und sogar berechtigten Aufstiegshoffnungen in die dritte Liga liegt der SVO aktuell auf dem vorletzten Platz und ist abgestiegen. Haben Sie mit einem derartigen Absturz gerechnet?

Detlef Miegel: Nein, natürlich nicht. Seit Jahren spielt der SV Oebisfelde mit der ersten Männer-Mannschaft am Limit - sportlich, finanziell und logistisch. Der dritte Tabellenplatz in der Vorsaison hat meiner Meinung nach über diese Tatsache hinweggetäuscht. Dies lässt den Absturz noch dramatischer erscheinen.

Trotzdem habe ich zumindest mit einem einstelligen Tabellenplatz gerechnet und erst recht mit dem Klassenerhalt.

Was sind für Sie die Gründe für die negative Entwicklung in dieser Saison?

Allein sportliche Gründe sind für den Abstieg verantwortlich. Dass die neue Saison eine Herausforderung darstellen wird, war spätestens nach der schweren Verletzung von Christian Herrmann klar. Deshalb haben wir uns sehr um Verstärkung auf der halbrechten Position bemüht. Leider ist uns das in der laufenden Saison aus unterschiedlichen Gründen nicht gelungen. So zum Beispiel bei einem Akteur vom Liga-Kontrahent Rot-Weiß Staßfurt. Er hatte unter bestimmten Bedingungen sein Interesse bekundet, bei uns zu spielen. Wir haben uns für ihn eingesetzt. Leider hat er abgesagt.

Außerdem sind weitere verletzungsbedingte Ausfälle hinzugekommen. Die konnte die Mannschaft sportlich nicht kompensieren. Die Saison war daher leider geprägt von Pleiten, Pech und Pannen und dem frühzeitigen Phänomen Abstiegskampf, das bekanntermaßen seine eigenen Gesetze hat.

Wird sich die Mannschaft in der kommenden Saison in der Sachsen-Anhalt-Liga personell verändern?

Erfreulich ist, dass der komplette Kader einschließlich Trainer und Betreuerstab um Übungsleiter Hendrik Tuschy die Saison in der Sachsen-Anhalt-Liga in Angriff nehmen wird. Dass wir keine Abgänge zu verzeichnen haben, spricht für die Moral und den Zusammenhalt im Team und ist gleichzeitig Ausdruck des Vertrauens und der guten Zusammenarbeit zwischen den Sponsoren, den Verantwortlichen des SV Oebisfelde und des Fördervereins Handball sowie seinen Mitgliedern.

Sind für die neue Saison auch Neuzugänge vorgesehen?

Ziel ist es, den Kader zu vergrößern und zu verjüngen ohne möglichst an Schlagkraft zu verlieren. Dies wird aktuell nur über Neuzugänge zu erreichen sein, die nicht aus den eigenen Reihen kommen.

Entsprechende Gespräche mit Spielern aus anderen Vereinen gibt es bereits. Sie sind zum Teil schon recht weit fortgeschritten. Aufgrund der noch laufenden Spielzeiten möchte ich dazu aber noch keine weiteren Details bekanntgeben. Außerdem werden wir die Zusammenarbeit mit der eigenen A-Jugend intensivieren und auch einfordern.

Bis zum Start in die Sachsen-Anhalt-Liga sind noch knapp fünf Monate Zeit. Zu früh, um über Ziele zu reden?

Nein. Unsere Ziele für die kommende Saison sind klar definiert: Die Landesmeisterschaft und das damit verbundene Aufstiegsrecht in die Mitteldeutsche Oberliga. Es wird natürlich schwer, da wir die Gejagten sein werden, doch es ist machbar.

Herr Miegel, vielen Dank für das Gespräch.