Manchmal weiß Stefan Jürges wohl selbst nicht so recht, wo er sich wohler fühlt: Ob nun auf oder neben dem Platz. Fakt ist, dass der 32-Jährige sowohl als Spieler als auch als Trainer mittlerweile eine echte Institution bei den Fußballern des VfB Klötze 07 ist.

Klötze l Stefan Jürges? Klar! Der zweikampfstarke Verteidiger beim VfB Klötze 07, der vielen Stürmern auf Kreis-, aber auch Landesebene auch unter dem Spitznamen "Jochen" gut bekannt sein dürfte. Doch mittlerweile ist der ehrgeizige Westaltmärker auch ein wenig in die Jahre gekommen und geht hauptsächlich nur noch für die VfB-Altherren auf Punktejagd. Bei der ersten Herrenmannschaft der Purnitzstädter fungiert der 32-Jährige als Co-Trainer von Kevin Riewe und schnürt nur noch im absoluten Notfall die Schuhe.

Erst mit 15 Jahren in der C-Jugend begonnen

Dass Stefan Jürges überhaupt noch einmal zum Fußball übergehen würde, war in seiner Jugendzeit mehr als fraglich. Schließlich war Tennis zunächst die Sportart, die es dem Westaltmärker angetan hatte. Ein Freund hatte ihn dazu überredet. "Doch das war auf Dauer dann doch nichts für mich", erklärt der heute 32-Jährige. Erst mit 15 Jahren tauschte Jürges den Schläger gegen die Fußballschuhe ein und schloss sich den C-Junioren des VfB Klötze 07 an, bei denen Thomas Schittek als Trainer fungierte. "Viele meiner Freunde waren dabei, außerdem haben wir auch oft in der Freizeit gebolzt", begründet Stefan Jürges diesen Schritt, den er bis heute nicht bereut hat. Als rechter Verteidiger machte sich der Klötzer schnell einen Namen.

Nach seiner nur kurzen Nachwuchszeit hatte sich Stefan Jürges eigentlich vorgenommen, für die zweite Herrenvertretung des VfB zu spielen. Doch der Trainer der ersten Mannschaft, Mario Förster, hatte den robusten und humorlosen Defensivakteur längst auf seinem Zettel zu stehen. Dazu kam auch noch die Empfehlung von Jürges` A-Jugend-Coach Gerd Rau. "Ich war vielleicht fußballerisch nicht der Beste, aber ich konnte kämpfen", verrät der Purnitzstädter. Nach nur zwei Trainingseinheiten war Stefan Jürges bereits fester Bestandteil der Erstvertretung, die zu dieser Zeit in der Landesklasse unterwegs war. Auch wenn Jürges sich schnell einen Stammplatz erarbeitete, behält er diese Saison allerdings nur ungern in Erinnerung. Schließlich stieg der VfB seinerzeit in die Kreisliga ab.

Auf Kreisebene freute sich Stefan Jürges dann aber über den Hallenkreismeistertitel sowie 2009 unter der Regie von Dirk Reichelt über den Kreismeistertitel ("Ein echtes Highlight") und damit verbunden die Rückkehr in die Landesklasse. Dort konnte sich der VfB mehrere Jahre halten, ehe 2012 wiederum der Abstieg in die Kreisliga folgte. Die Zeit des heute 32-jährigen Defensivmannes neigte sich nun allmählich dem Ende entgegen. Seit Beginn dieser Spielzeit in der Kreisoberliga arbeitet Stefan Jürges als Assistent von Trainer Kevin Riewe, der vom SSV 80 Gardelegen kam und André Dörk ablöste, bei den Klötzer Herren. "Ich habe zunächst einmal Platz für die Jungen gemacht. Außerdem wollte Kevin einen Co-Trainer, der die Mannschaft kennt", verrät Jürges. Der war für diese Aufgabe somit nahezu prädestiniert. "Selbst konnte ich leider berufsbedingt nicht mehr trainieren", erzählt der Westaltmärker. Somit stand für ihn zugleich auch fest, nur noch als Aushilfe bei den Männern zu fungieren.

Stefan Jürges konzentriert sich nun voll und ganz auf seine Aufgabe als Spieler bei den VfB-Altherren, die in der Kreisliga unterwegs sind. "Dort gefällt es mir sehr, schließlich kenne ich all meine Mitspieler gut", so Jürges. Während er also sonnabends selbst auf Punktejagd mit den Oldies geht, nimmt der 32-Jährige sonntags auf der Trainerbank der Herren Platz. "Das ist eine gute Truppe, die harmoniert. Wir haben Spaß, wobei wir vielleicht manchmal doch zu viel wollen", spricht der Klötzer über die Männertruppe. Stefan Jürges betrat als Coach übrigens kein Neuland, denn bereits von 2009 bis 2012 war er für die E- und D-Junioren des VfB Klötze 07 zuständig. "Andreas Hetfleisch hatte mich damals gefragt, dann war ich eigentlich auch schon dabei", sagt Jürges, der bei Gelegenheit noch immer Nachwuchsspiele in Klötze als Schiedsrichter leitet und froh ist, dass Freundin Stefanie voll und ganz dahinter steht. In der Landesliga schaffte der Westaltmärker mit den D-Junioren sogar zweimal den Klassenerhalt. Berufsbedingt musste er die Truppe dann allerdings abgeben und konzentrierte sich fortan nur noch auf seine Aufgabe als Spieler.

Mittlerweile ist Stefan Jürges auf die Trainerbank zurückgekehrt und leistet zusammen mit Kevin Riewe gute Arbeit. In der Kreisoberliga mischen die Mannen von der Purnitz weit oben mit und visieren den vierten Tabellenplatz hinter dem Spitzentrio aus Diesdorf, Langenapel und Jävenitz an. "Wir wollen definitiv oben mitmischen. Wenn wir vielleicht noch ein paar Verstärkungen bekommen, können wir auf Dauer womöglich auch mal wieder über die Landesklasse sprechen", wagt Jürges einen kurzen Blick in die Zukunft. "Als Trainer würde ich dort gern noch einmal hin", fügt der 32-Jährige, der sich generell als "ehrgeizig und erfolgsorientiert" einschätzt, an. In dieser Spielzeit musste Stefan Jürges notgedrungen oft selbst wieder ran. "Als Co-Trainer möchte man Vorbild sein und hängt sich daher auch voll rein. Allerdings reicht es konditionell bei mir einfach nicht mehr", erklärt der Routinier, der im Notfall seine Sporttasche immer am Mann hat.

Als Trainer gern noch mal zurück in Landesklasse

Mit den Altherren des VfB Klötze 07 hat Stefan Jürges dagegen noch viel vor. "Ich würde schon gern noch einmal Kreismeister werden", sagt der 32-Jährige, der einer der Jüngsten im Team ist. "Ich hoffe, dass es die Gesundheit zulässt, dass ich noch einige Jahre spielen kann", so der Wunsch des Purnitzstädters. Für den gesamten Verein hofft der Westaltmärker, dass er "insgesamt mehr zusammen wächst. Das Zwischenmenschliche kommt manchmal einfach noch zu kurz". Dabei hofft er, dass in Zukunft immer mehr junge Spieler im Männerteam integriert werden. Dann kann womöglich auch das Ziel des Stefan Jürges, den VfB Klötze 07 irgendwann zurück in die Landesklasse zu bringen, erreicht werden.