Salzwedel l Spätestens jetzt wird es richtig ernst im Fußball-Kreispokal für die vier noch verbliebenen Teams. Am Pfingstmontag kämpfen sie im Halbfinale des Wettbewerbes um die beiden Finaltickets. Dabei gelten im Vorfeld natürlich die beiden Landesklasse-Vertreter SV Eintracht Salzwedel und SV Grün-Weiß Potzehne als die großen Favoriten. Der Titelverteidiger aus der Kreisstadt muss ab 14 Uhr beim Kreisligisten TSV Adler Jahrstedt ran, zeitgleich tritt Potzehne bei Kreisoberligist SV Heide Jävenitz an.

SV Heide Jävenitz - SV Grün-Weiß Potzehne (SR: Sven Schottenhamel). Die derzeitige Situation für die Jävenitzer Heide-Kicker ist nicht einfach. Noch in zwei Wettbewerben mischt die Mannschaft von Trainer Guido Euen weit vorn mit. Bloß worauf wird sie mehr Wert legen? In der Kreisoberliga, wo der Tabellendritte heute Abend beim FSV Eiche Mieste ab 18 Uhr ein Nachholspiel bestreitet, mischen Schmidt Co. noch um den Aufstieg mit, im Pokal träumen sie vom Finale. Doch zwei Partien rund um das Pfingstwochenende, die immens wichtig sind, verlangen eben kräftemäßig auch eine Menge ab. Nun bleibt abzuwarten, inwieweit die Heide-Kicker physisch in der Lage sind, diese Doppelbelastung zu meistern. Denn im Kampf um die Kreismeisterschaft sowie den Aufstieg in die Landesklasse muss heute Abend in Mieste ein Sieg her. Und auch am Montag gegen den Landesklasse-Vertreter rechnet sich die Euen-Elf durchaus etwas aus. Immerhin hat sie zuletzt mit dem FSV Heide Letzlingen (2:1) schon einen dicken Brocken in die Schranken gewiesen. Demzufolge werden die Jävenitzer auch gegen den Rangzehnten der Landesklasse mit breiter Brust aufspielen.

Die Grün-Weißen aus Potzehne legen ihren Fokus nun ausschließlich auf den Pokal, wo man ins Finale einziehen möchte. Trainer Nico Bremse hatte kürzlich erst betont, dass es in der Liga zuletzt nur noch ein Einspielen auf das Halbfinalduell in Jävenitz war. Gegen Dobberkau beim 3:0 klappte das am vergangenen Wochenende auch ganz gut. Mit diesem Erfolgserlebnis holte sich der Landesklasse-Vertreter, der sich im Viertelfinale zu einem 3:2 beim Kreisligisten Kuhfelder SV mühte, mit Sicherheit auch eine gehörige Portion Selbstvertrauen. Und das womöglich auch zu rechten Zeit. In Jävenitz geht es am Montag um den Einzug ins Endspiel. Doch für die Bremse-Elf, die schon in der gesamten Saison mit personellen Problemen zu kämpfen hat und in der Liga jenseits von Gut und Böse liegt, wird es alles andere als ein Spaziergang. Die Grün-Weißen müssen schon alle Kräfte bündeln und brauchen sicherlich auch eine gewisse Portion Glück, um als Sieger den Platz zu verlassen.

TSV Adler Jahrstedt - SV Eintracht Salzwedel 09 (SR: Andy Baumann). Die Jahrstedter Adler spielen bislang eine bärenstarke Saison und dürfen tatsächlich noch vom "Double" träumen. Das Klassement der Kreisliga führt die Mannschaft von Trainer Uwe Bartels an und visiert damit den Aufstieg in die Kreisoberliga an. Im Pokal geht es für die Adler hingegen um den Finaleinzug, was gegen den zwei Spielklassen höher angesiedelten Kontrahenten sicherlich nicht einfach wird. Allerdings können die Jahrstedter als Außenseiter völlig befreit aufspielen und über Konter ihren Erfolg suchen. Sollte die Hintermannschaft sicher stehen, ist für den Kreisligisten sicherlich etwas möglich. Das bekam auch schon Salzwedels Ligakonkurrent und Vorjahresfinalist SV Liesten 22 schmerzlich zu erfahren, der gleich in der zweiten Runde in Jahrstedt ausschied. Daher rechnen sich die Bartels-Schützlinge auch gegen den Titelverteidiger aus der Kreisstadt etwas aus.

Auf Salzwedeler Seite tritt man dem Underdog mit einer gewissen Portion Respekt entgegen. Jahrstedt war nun nicht gerade das Wunschlos für Trainer Burghardt Schulze. "Rein sportlich gesehen ist es sicherlich das einfachste Los, doch gegen unterklassige Teams hapert es bei meiner Mannschaft oft an der Einstellung", erklärt Schulze. Den Werdegang der Adler hat der Eintracht-Coach genau verfolgt. "Sie stehen schon nicht durch Zufall im Halbfinale. Immerhin haben sie auch Liesten eliminiert", warnt Schulze vor Leichtsinn. "Wir müssen zeigen, dass wir spielerisch besser sind, gleichzeitig aber auch den Kampf annehmen. Unterschätzen dürfen wir Jahrstedt nicht", erklärt der Salzwedeler Übungsleiter, der unbedingt wieder ins Finale möchte. Zuletzt im Viertelfinale in Kusey taten sich die Kreisstädter immens schwer und entgingen nur knapp dem Aus (2:1). Nach Rückstand drehte Joker Philip Müller erst in den Schlussminuten den Spieß zugunsten der Eintracht. Auf Seiten des Titelverteidigers, der bereits morgen in der Liga in Warnau im Einsatz ist und somit eine Doppelbelastung meistern muss, werden voraussichtlich alle Akteure einsatzfähig sein.