Arendsee l Auch die Plätze zwei und drei gingen an den Gastgeber. Das war eine Regatta, bei der neben seglerischen Fähigkeiten und gutem Material auch Willen gefrag war. An zwei Tagen segelten die H-Jollen-Crews vier Rennen. Mehr wären kaum möglich gewesen. Mensch und Material mussten an ihre Grenzen gehen - gingen teilweise darüber hinaus.

An beiden Tagen herrschten Temperaturen um die zehn Grad Celius, dazu kam ein straffer Westwind. Der war vor allem am Sonnabend ruppig und in Böen sogar 29 Knoten stark. Das sind über 50 km/h. Durch das ständige Spritzwasser kühlten die Crews zusätzlich aus. Einige kenterten auch. Jeder, der die vier Rennen durchfuhr, konnte sich schon allein für das Durchhalten auf die Schultern klopfen.

Doch nur ums Durchhalten ging es den Spitzencrews natürlich nicht. Nach einem ersten Fehlstart mit Rückruf für das gesamte Feld ging es gleich richtig zur Sache. Florian Stock gewann die Startkreuz und Wilfried Schomäker lag mit seiner nagelneuen H-2086 dicht dahinter.

Auf der zweiten Halbwindstrecke war dann für den Altmeister Schluss. Bruch am Mast und Kenterung bei voller Fahrt. Damit war die Regatta für ihn beendet. Seine kurze Vorstellung reichte aber aus, um ihn in diesem Jahr bei den Favoriten mit auf dem Zettel zu haben. Stock/Barthel gewannen das Rennen und auch im zweiten am Sonnabend verbuchten sie den Sieg. Schon in diesem Rennen waren von den gemeldeten 24 Crews nur noch ganze zwölf am Start.

Am Sonntag hatte Wettfahrtleiter Enrico Hauschild ein Einsehen und kündigte zwei abgekürzte Rennen an. Trotzdem wollten nur noch 16 Crews den Ritt auf dem Arend­see wagen.

In der dritten Wettfahrt lagen Stock/Barthel klar vorn, bekamen aber an Tonne drei kurz vor der Zielkreuz den Spinnaker nicht mehr eingezogen und verloren dadurch auch viele Plätze. Da es jetzt noch zum vierten Rennen kam, war klar, dass sie die dritte Wettfahrt streichen können.

Im vierten Rennen gaben sie sich allerdings keine Blöße und holten sich ganz sicher den Sieg. Da Christian Stock mit Vorschotmann Sven Friedrich und Stefan und Heiko Seifert ganz solide im Gesamtklassement auf den Plätzen zwei und drei landeten, war diese Pfingstregatta wohl die erfolgreichste Regatta für den ARV und Arend­see überhaupt.