In der Tischtennis-Oberliga haben die Damen des SSV 80 Gardelegen ihr vorletztes Heimspiel verloren. Der Reserve des VfL Tegel unterlagen die Rolandstädter am Ende knapp mit 6:8.

Gardelegen. Oberliga-Tischtennis ist, für Spielerinnen und auch Fans, unlängst ein sehr zeitintensives Hobby geworden. Wer sich als Zuschauer die vergangenen beiden Matches der Damen des SSV 80 Gardelegen anschauen wollte, musste insgesamt 6:10 Stunden investieren. Und in dieser Angabe sind weder An- noch Abreise enthalten. Gingen die Gardelegenerinnen vor einer Woche gegen den TSV Stahnsdorf nach 2:50 Stunden noch als 8:5-Sieger von den Tischen, so setzte es am Sonnabend im vorletzten Heimspiel der Saison nach exakt 3:20 eine äußerst knappe 6:8-Niederlage gegen die Reserve des VfL Tegel.

Und diese Niederlage hatte es in sich. Zunächst mussten die Altmärkerinnen auf Ulrike Scheinert, die beruflichen Verpflichtungen nachkommen musste, verzichten und später lagen die Gastgeberinnen bis zum 6:4 stetig in Front. Doch dann kam die letzte und alles entscheidende Einzelrunde.

Dass das Match an sich wieder zu einem Tischtennis-Marathon werden würde, zeigten schon die beiden Doppel. Erst 42 Minuten nach Matchbeginn stand das 1:1 auf der Anzeigetafel. Während Ulrike Grobleben/Marielle Warnecke gegen Gürbüz/Jünemann nach 0:2-Satzrückstand den Turbo einschalteten und noch 3:2 gewannen, unterlagen Dagmar Haack/Andrea Berg knapp mit 2:3 gegen Burkhardt/Cakirei. Diesmal führten die Gardelegenerinnen 2:1, verloren die Durchgänge vier und fünf aber äußerst knapp mit 10:12 und 15:17.

Die erste Einzelrunde verlief ebenfalls ausgeglichen. Während an Tisch 2 Marielle Warnecke mit der hochgehandelten Burkhardt beim 3:0 kurzen Prozess machte, hatte Ulrike Grobleben am Nebentisch mit Jünemann nur unwesentlich mehr Mühe und siegte mit 3:1. Exakt dieses Ergebnis brachte Trainer Egon Berg auch auf die kleine Anzeigetafel, und viele Zuschauer - auch Gästefans waren anwesend - trauten ihren Augen kaum. Der Absteiger aus Gardelegen führte also gegen den haushohen Favoriten. Das relativierte sich aber nach den Spielen von Dagmar Haack (0:3 gegen Gürbüz) und Andrea Berg (0:3 gegen Cakirei).

In der zweiten Einzelrunde sollten sich die Hoffnungen auf ein positives SSV-Ergebnis zum Ende der Partie weiter steigern. Grobleben (3:2 gegen Burkhardt) und Warnecke (3:1 gegen Jünemann) legten zum 5:3 vor, ehe Andrea Berg ihr Match klar mit 0:3 an Gürbüz abgeben musste. Doch dann kam die kleine Sensation. Dagmar Haack, in dieser Saison schon so oft mit 2:3 besiegt, hatte diesmal die besseren Nerven und holte gegen Cakirei mit dem knappen 3:2 den sechsten Gardelegener Punkt. Nun glaubten die Altmärkerinnen an sich und wollten den Sack zubinden, doch die Rechnung machten sie ohne den Wirt, der in diesem Falle VfL Tegel hieß.

In der letzten Einzelrunde verloren zunächst Dagmar Haack (1:3 gegen Burkhardt), und nur wenig später hatte auch Ulrike Grobleben gegen Cakirei beim 1:3 kein Glück - 6:6. Als dann auch noch Andrea Berg erwartungsgemäß 1:3 gegen Jünemann verlor (6:7) und Marille Warnecke am Nebentisch bereits mit 1:2 gegen Gürbüz hinten lag, war nicht nur die Führung futsch, sondern nun auch noch der Punktgewinn in Gefahr. Und es kam, wie es kommen musste. Warnecke gewann zwar nach großem Kampf den vierten Satz und rettete sich in den Entscheidungssatz, doch die an diesem Tag überragende Gürbüz hatte die besseren Nerven und sicherte ihrem VfL den achten Punkt.

SSV 80 Gardelegen: Warnecke (2,5), Grobleben (2,5), Haack (1), Berg (0).

VfL Tegel II: Burkhardt (1,5), Jünemann (1), Gürbüz (3), Cakirei (2,5).