Während gestern Abend die Sportjugend des Kreissportbundes (KSB) Altmark West im Winterfelder "Wieseneck" tagte und dabei einen neuen Vorstand wählte, legte der KSB selbst mit seiner Hauptausschusstagung am Donnerstagabend an gleicher Stelle vor.

Winterfeld. In diesem Rahmen legte der Vorstand um KSB-Chef Lutz Franke Rechenschaft über die geleistete Arbeit in 2010 ab. Das taten der Vorsitzende, der Schatzmeister Norbert Block und Kassenprüfer Günter Scholz dann auch in bewährter Form vor 103 stimmberechtigten Vereinsvertretern im großen Saal des Winterfelder "Wieseneck".

Zunächst begrüßte KSB-Geschäftsführer Peter Böse die Anwesenden, stellte die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest, ließ über die Tagesordnung abstimmen und übergab dann den rhetorischen Staffelstab an KSB-Chef Lutz Franke.

Der eröffnete seinen Bericht mit den Worten: "Ihr alle leistet ungezählte Stunde ehrenamtlicher Arbeit für die Mitglieder in unseren Sportvereinen. Das sind Stunden nach Feierabend, Stunden an Wochenenden, Stunden, die nicht mit Geld aufgerechnet werden können. Euer Einsatz schafft einen enormen Gewinn an Lebensqualität und sichert die Zukunft der Sportvereine in der Altmark. Euch, den Ehrenamtlichen, verdankt der organisierte Sport seine hohe gesellschaftliche Bedeutung und seine Unabhängigkeit".

Diesen Dank seitens des KSB-Vorsitzenden nahmen die anwesenden Vereinsvertreter - natürlich auch stellvertretend für alle, die sich engagieren und nicht an der Versammlung teilnahmen - gern entgegen.

Im ersten Punkt seines Berichts brachte Franke seine Enttäuschung über die Abstimmungsergebnisse beim 6. Ordentlichen Landessporttag (25. September 2010) hinsichtlich der Erhöhung der Mitgliederbeiträge und der Zwangszuordnung von allgemeinen Sportgruppen zum Ausdruck.

"In der Diskussion in Bernburg habe ich deutlich gemacht, dass es nicht sein kann, dass die Sportvereine für die Misswirtschaft der 2008 abgelösten LSB-Führung zur Kasse gebeten werden. Ich habe auch Befürchtungen zum Ausdruck gebracht, dass es gerade durch die Zuordnung und Beitragserhöhung bei allgemeinen Sportgruppen zu Austritten von Mitgliedern kommen wird. Das Ganze ist ein Nullsummenspiel, bei dem die Sportvereinen die Zeche zu bezahlen haben", so seine klaren Worte.

Positiv konnte er jedoch konstatieren, dass die Förderrichtlinien trotz des Mitgliederrückganges im KSB beim gleichen Volumen wie 2010 für die Vereins- und Fachverbandsarbeit beibehalten werden. Nähere Informationen, Zahlen und Anträge dazu sind auf der KSB-Homepage zu finden.

Ebenfalls als sehr wirkungsvoll lassen sich der abgeschlossene Zuwendungsvertrag zur Förderung der Sportarbeit im Landkreis zwischen dem Altmarkkreis Salzwedel und dem KSB und die "Finanzspritze" in Höhe von 20.000 Euro der Sparkasse Altmark West aus Zweckverträgen der PS-Sparlotterie bezeichnen.

"Das alles und auch die vielen anderen Sponsoren sichern uns die finanziellen Rahmenbedingungen", so Franke.

Trotz des bereits angesprochenen Mitgliederrückganges steht der KSB Altmark West mit einem Organisierungsgrad von 17,20 Prozent (15.562 Mitglieder in 172 Vereinen) weiterhin an der Spitze im Landesmaßstab und liegt somit 3,24 Prozent über dem Landesschnitt. Es konnten in 2010 über 175.000 Euro für fünf Baumaßnahmen im Bereich der Sportstättenentwicklung auf den Weg gebracht werden. "Auch für 2011 liegen bereits fünf Anträge vor", so Franke.

Mit erhobenem Zeigefinger sprach Franke dann den Rückgang von 45 Übungsleitern mit gültigen Lizenzen an. Ursache sei die "nicht fristgerechte Verlängerung der Lizenzen beziehungsweise das Auslaufen der Verträge mit den Vereinen". Dies sei auch der Grund für die Rückforderung von 2.500 Euro des Landes im Rahmen der Pauschalförderung 2009.

Weiterhin konnte der KSB im Breiten- und Gesundheitssport wieder mächtig punkten. 140 durchgeführte Veranstaltungen - das Firmen- und Familiensportfest des SV Eintracht Salzwedel 09, der 12. Volkswandertag und der Herbstcross in Kakerbeck sind dabei an erster Stelle zu nennen - belegen das eindrucksvoll. Allerdings bestehe im Bereich Sportabzeichen noch großer Nachholbedarf. "Die Anzahl der Sportabzeichenablegungen im Jahr 2010 bedeutet mit 607 leider den letzten Platz im Ranking des LSB", stellte KSB-Chef Franke fest.

Positiv bestätigt wurden dagegen durch das Land die zwei hauptamtlichen Stellen (Geschäftsführer und Stellvertreter) für den KSB Altmark West. Das betrifft also Peter Böse und ab dem 1. Januar 2012 auch den neuen Stellvertreter, denn Eckhard Schulz wird seinen verdienten Ruhestand antreten. "Diese Stelle wird KSB-intern ausgeschrieben und zum genannten Zeitpunkt neu besetzt", so Franke weiter.

Warten müssen der KSB und auch die betroffenen Vereine allerdings noch auf die Bewilligungen weiterer 24 zum 1. Juni 2011 beantragter Mitarbeiter aus dem Bereich der Maßnahmenkonzepte der Agentur für Arbeit.

"Ich hoffe und wünsche mir persönlich eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit euch allen, viele tolle und erlebnisreiche Sportereignisse sowie weiterhin viel Spaß bei der schönsten Nebensache der Welt, Sport frei". Mit diesen Worten beendete Franke seinen Bericht und erntete dafür von der Versammlung viel Applaus.

Im Anschluss gab Schatzmeister Norbert Block einen Überblick über den Jahresabschluss 2010, konnte dort einen Überschuss feststellen, der aus der nicht geplanten und großzügigen Spende von Chef Lutz Franke (2.900 Euro/50. Geburtstag) und dem ALSO-Projekt (6.400 Euro) resultiert. Zudem konnte eine Rücklage von 24.428,47 Euro ausgewiesen werden. Ebenfalls vorgestellt wurde von Block der Haushaltsplan 2011, der Einnahmen in Höhe von 543.436,00 Euro (inklusive Sportjugend) und Ausgaben in Höhe von 523.436,00 Euro vorgibt.

In Folge bescheinigte Kassenprüfer Günter Scholz - auch im Namen von Hilke Klopp - dem KSB eine "ordnungsgemäße Buchführung und eine zweckmäßige Mittelverwendung" im Jahr 2010. Weiterhin empfahl er somit die Entlastung für den Jahresabschluss.

Im Rahmen der Aussprache gab Geschäftsführer Böse der Versammlung noch einen "netten Hinweis" - wie er es treffend formulierte - mit auf den Weg, denn bei noch 14 Vereinen stehen Beitragszahlungen an den KSB aus. "Ich möchte hier auch nicht große Mahnungen aussprechen, aber die entsprechenden Vereine sollten das Geld in Kürze überweisen, und dann haben wir das auch erledigt", so Peter Böse.

Der stellvertretende Gechäftsführer Eckhard Schulz nahm dagegen den demographischen Wandel und die damit verbundenen Veränderungen im Sport im Altmarkkreis kritisch unter die Lupe. Demnach wohnen derzeit zirka 95.000 Menschen im Einzugsgebiet des KSB. "Im Jahr 2025 werden das aber nur noch rund 78.000 sein", so Schulz. Hier seien die Einbindung der ganzen Familie in den Sport, die enge Zusammenarbeit von Schule und Verein, die Zusammenführung von Mannschaften in Sportgemeinschaften und eine frühe Vereinsbindung einige Schwerpunkte, um trotz der sinkenden Einwohnerzahlen ein attraktives Sportangebot aufrecht zu erhalten. Dabei sollte der "Sport und die Bewegung an sich eine selbstverständliche Alltagsbeschäftigung sein", so Schulz weiter.

Wichtig dabei seien auch die eherenamtlichen und qualifizierten Übunsgleiter - besonders für Kinder und Jugendliche - die, so formulierte Schulz sehr treffend, "Goldstaub" für den KSB sind.

Danach kam es zur Beschlussfassung. Während der Jahresabschluss 2010 mit nur einer Stimmenenthaltung (Schatzmeister Norbert Block) verabschiedet wurde, wurden der vorgestellte Haushaltsplan 2011 und auch die Sportförderrichtlinien 2011 einstimmig beschlossen.

Ausgezeichnet wurden im Rahmen der Hauptausschuss-tagung noch nachträglich Mandy Schulze (SV Grün-Weiß Potzehne), Heinrich Piep (Diesdorfer SV/KFV Fußball Altmark West) mit der Sportehrengabe des Landrates und Egon Daugs (SV Gardelegen) mit der Ehrenmedaille des Kreissportbundes.

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