Salzwedel. Im Nachholspiel in der Fußball-Landesliga Nord kam der ehemals Tabellenletzte SG Blau-Weiß Gerwisch zu einem nicht ganz unverdienten 3:2-Erfolg beim SV Eintracht Salzwedel. Die Gäste haben durch den Erfolg die Rote Laterne an Aschersleben abgegeben und können nun im Abstiegskampf wieder hoffen.

Rein rechnerisch ist für die kampftstarke Truppe von Thomas Sauer noch alles möglich. Für den SVE war es hingegen eine Fortsetzung dessen, was zuletzt auf heimischem Geläuf an der Tagesordnung war: Mangelnde Chancenverwertung zum einen, unzureichendes Abwehrverhalten zum anderen und eine stark verbesserungswürdige Einstellung.

Dass Gerwisch nun spielerisch auf der Flora überzeugte, davon kann keine Rede sein. Aber die Blau-Weißen wussten um ihre Misere und kämpften bis zum Schluss erbarmungslos um jede Möglichkeit, die es auszuschöpfen galt

Nach acht Minuten hätte der Gast eigentlich schon in Führung gehen müssen. Erst versuchte Andrè Schacker sein Glück. Der Ball blieb im Spiel und Jens Schacker stand plötzlich mutterseelenallein vor Salzwedels Keeper Dennis Röhl. Mit Vollspann zog der Gerwischer ein wenig zu übermotiviert ab. Salzwedel kam nur sporadisch vor den blau-weißen Kasten, im Abschluss fehlte oft die zündende Idee. Auch in Standardsituation blieben die Platzherren noch ungefährlich.

In der 22. Minute nutzte dann Gerwischs Mario Träbert einen fälligen Elfmeter zum 1:0 für seine Farben. Kevin Gebert stieg zuvor zu hart bei der Klärung eines Balles ein. Die Trotzreaktion der Eintracht blieb nicht aus. Mit einem Zuckerpass bediente Matthias Wiese Stürmer Mario Schulz, der es nicht allein versuchte, sondern den besser postierten Linksaußen Benjamin Wagner ins Geschehen einbezog. Der fasste sich ein Herz und zog einfach mal ab. Der Versuch war es jedenfalls wert, wenn auch nicht von Erfolg gekrönt.

In der 26. Minute kamen die Platzherren jedoch zum Ausgleich. Nach Falkenhagen-Eckstoß war Stefan Schmidt mit dem Kopf am Ball und nickte zum umjubelten Ausgleich ein.

In der Folge hätte Gerwisch sogar den alten Abstand wiederherstellen können, aber Andrè Lisak, der von der Salzwedeler Hintermannschaft nur unzureichend gedeckt wurde, kam zwar frei zum Schuss, legte aber nicht die nötige Genauigkeit an den Tag (38.). Die letzte gute Aktion der ersten Hälfte gehörte dann dem Pätzold-Team. Mario Schulz wurde schön freigespielt. Den Pass wollte der Stürmer, der kurz zuvor wegen Ballwegschlagens Gelb sah, volley nehmen, doch unter Bedrängnis bekam er das Leder nicht so unter Kontrolle, wie es notwendig war. Mehr mit der Fußspitze treffend, zog er das Leder am langen Pfosten vorbei. Mit einem 1:1-Pausenstand wechselten die Mannschaften die Seiten. Sigmar Pätzold musste zu diesem Zeitpunkt schon auf Schulz verzichten, der im ersten Abschnitt gefoult wurde und nicht mehr weiterspielen konnte. Maximilian Müller bekam Einsatzzeit. Allerdings war ein konstruktives Spiel nach vorn nicht mehr vorhanden. Die Eintracht verhaspelte sich oftmals in ihren Aktionen, so dass wirkliche Torgefahr selten bestand. Trotzdem ging der Favorit der Partie wieder in Front. Gregor Roth gelang dabei eine Art verunglückter Sonntagsschuss. Einen geklärten Eckball bekam er etwa fünf bis zehn Meter hinter dem Sechszehner auf den Schlappen. Er zog unverrichteter Dinge ab. Der Ball landete zum Erstaunen - auch seiner Mitspieler - genau im Dreiangel. Gerwischs Keeper Marco Pranke konnte nur ungläubig hinterher schauen. Pätzold wechselte weiter durch. Stabilität gab das seinem Team scheinbar nicht. Denn in den Schlussminuten kam es zum Debakel.

Die Salzwedeler Abwehr war gleich zweimal nicht auf dem Posten. Nach Einwurf tauchte Mario Träbert völlig frei vor Röhl auf, der beim 2:2 (89.) nicht den Hauch einer Abwehrchance hatte. Zu guter Letzt holte sich die niemals aufsteckende Gerwischer Truppe noch die Punkte zwei und drei. Wieder ging ein Abwehrschnitzer der Salzwedeler voraus. Markus Rogge schoss knochenfrei zum 3:2-Sieg ein.

Torfolge: 0:1 Träbert (22./FE.), 1:1 S. Schmidt (26.), 2:1 Roth (58.), 2:2 Träbert (89.), 2:3 Rogge (90.).

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