Von heute bis zum 7. Mai finden in Weißenfels die 6. Weltmeis-terschaften der Altersklasse U19 im Floorball statt. Das Ereignis an sich ist für die Region ziemlich spektakulär, reicht sogar bis nach Salzwedel hinein. Denn Maximilian Radtke - oder Max, wie ihn die meisten Leute nennen - von den Floorball Grizzly\'s aus Salzwedel hat es geschafft, ins Nationalteam vorzustoßen und vertritt die deutschen Farben.

Salzwedel. Max Radtke, oft wird und wurde über diesen jungen Mann in den hiesigen Zeitungen geschrieben. Kein Wunder, versuchte sich der Sportler, Geburtsjahr 1993, der am Salzwedeler Jahn-Gymnasium zur Schule geht, schon in einigen anderen Sportarten recht erfolgreich.

Alles begann mit Fußball als "kleiner Steppke" und setzte sich im Tennissport fort. Max war im Alter von zehn Jahren frühzeitig beim Floorball aktiv und entschied sich letztlich auch dafür.

"Hier konnte sich Max gut entwickeln", freute sich Vater Heino, der seinen Sohn im Regionalliga-Team der "Floorball Grizzly\'s" Salzwedel - Floorball ist eine Sparte des TV Jahn - trainiert und dadurch wunderbar begleiten kann.

Seitdem spielt der Gymnasiast äußerst erfolgreich auf. Seine beste Saison spielte Radtke bisher 2008/2009. Mit dem Team holte er den zweiten Platz bei der Deutschen Meisterschaft der U17 in Salzwedel und wurde zudem als Top-Scorer der laufenden Serie ausgezeichnet. Der junge Stürmer wurde zu einer Sichtung nach Regensburg eingeladen, um festzustellen, ober er geeignet ist, im Nationalteam zu spielen. Ausdauer, Kraft und Kondition sind die Eckpfeiler, bei denen die Akteure auf Herz und Nieren geprüft werden. Nach der Auswertung stand es fest: Max gehörte zum Stamm der 33 Spieler, die für die deutsche Mannschaft in Frage kämen. In Trainingslagern und Vorbereitungsspielen müssen sich die Spieler weiter beweisen und sich vor allem empfehlen.

Seit Herbst, so erklärte Max Radtke, liefen die Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft. "Die Turniere liefen gut", sagte er. Prompt erhielt der Salzwedeler Schüler die Zusage. 18 Feldspieler und zwei Keeper schafften den Sprung. Eine Zusage, um tatsächlich einen Einsatz bei der WM zu erhalten, war das trotzdem nicht. "Aber auch die Bank ist enorm wichtig", weiß Max um die Bedeutung der Wechselspieler.

"Auch die Bank ist enorm wichtig"

Mit einem festen Ziel vor Augen geschah gegen Ende des vergangenen Jahres ein Unglück. Der Floorballer hatte einen Unfall mit seinem Moped. "Jetzt habe ich gedacht, es ist vorbei. Dann kam ein Anruf vom Trainer, dass sie weiterhin mit mir arbeiten wollen und zur WM fest mit mir rechnen. Das war ein gutes Gefühl, dass sie noch hinter mir stehen", freute sich Radtke. "Das geschenkte Vertrauen muss Max nun aber bestätigen", meint Vater Heino, der stolz auf seinen Filius ist. Und das Trainingslager im Vorfeld zeigte den Trainern wohl auch, dass Max das Zeug hat, mit seiner Leistung bei der WM zu überzeugen. "Ich werde wohl häufiger eingesetzt", weiß er um die Bürde, die ihm auferlegt wurde. Die Last ist enorm. Schließlich will Deutschland Weltmeister in der B-Division werden, um dann in die A-Division aufzusteigen.

Zwar wird Radtke in zwei Jahren nicht mehr im U19-Team stehen, weil er dann zu alt ist, aber er wüsste, dass er möglicherweise einen entscheidenden Anteil daran gehabt haben könnte. Auch die Freigabe von der Schule war absolut kein Problem. Das Salzwedeler Jahn-Gymnasium hat schon dreimal den Titel der besten Schule Deutschlands im Floorball errungen und ist dieser Tradition ein wenig verpflichtet. "Jetzt hoffe ich nur noch, dass ich oft eingesetzt werde und auf viele Zuschauer, die mich und unser Team unterstützen. Schließlich ist Weißenfels nicht weit."

Das deutsche Team wurde in die Gruppe D gelost und gehört zur Division B. Mit dabei sind ebenso Spanien als Nachrücker für Japan, das aufgrund der Katastrophe in seinem Land die Teilnahme absagte, Kanada und Polen.

Das letztgenannte Team wird auch erster Gegner für Max und seine Kameraden sein. Heute um 19.15 Uhr erfolgt der Anpfiff des Gruppenspiels. Morgen steht Deutschland ab 19 Uhr Spanien gegenüber. Am Donnerstag, 5. Mai, 19 Uhr, duelliert sich die deutsche Mannschaft mit Kanada. Alle Vorrundenspiele der Deutschen sind in der Stadthalle Weißenfels zu sehen. Am Freitag kommender Woche sind die Halbfinal- und Platzierungsspiele sowie tags darauf die Finalbegegnungen geplant.

Wer Lust hat, das deutsche Team spielen zu sehen, kann am Freitag, 6. Mai, 15 Uhr, mit einem Bus vom Salzwedeler Bahnhof aus nach Weißenfels mitfahren. Zehn Euro kostet die Fahrt, acht Euro der Eintritt. Kinder bis 14 Jahre zahlen am Spielort keinen Eintritt. Allerdings sind im Bus nicht mehr viele Plätze frei, so dass eine Kontaktierung von Heino Radtke im Vorfeld äußerst sinnvoll wäre.

Unter der Nummer 0170/3013364 hilt der Salzwedeler Coach gerne weiter.