Die Messe "Partner Pferd" in Leipzig mit vier Weltcup-Finals war das größte Pferdesportereignis des Jahres. Im Rahmenprogramm mischten vor internationaler Kulisse auch Reiter und Fahrer aus Sachsen-Anhalt, darunter eine stattliche Abordnung aus der Altmark, mit und erbrachten dabei respektable Leistungen.

Leipzig/Salzwedel. Gut, der ganze große Wurf ist in diesem Jahr keinem Pferdesportler aus der Altmark gelungen. Hatte beispielsweise Robert Stein aus Mieste im vergangenen Jahr das Finale im Partner-Pferd-Cup gewonnen, musste sich der Reiter in diesem Jahr mit dem 16. Rang zufrieden geben. Dafür kamen andere zum Zuge und erreichten mehr als Achtungserfolge.

Torsten Ritter beispielsweise (wir berichteten). Der Mahlsdorfer war in der Einlaufprüfung des Partner-Pferd-Cups auf Askino zunächst Dritter geworden. Für das Finale sattelte er dann Kim, erreichte mit ihr wie fünf weitere Reiter das Stechen des schweren Springens und wurde am Ende mit der Zeit von 36,32 Sekunden guter Zweiter. Den Sieg in der ostdeutschen Springserie holte sich Michael Kölz (Leisnig) auf Landfee Z. Der war wie Ritter und zwei weitere Finalisten ohne Abwürfe geblieben, konnte mit 32,35 Sekunden aber die beste Zeit vorweisen. Die Ehre Sachsen-Anhalts retteten darüber hinaus Dominik Jahn (Greppin) auf Levist und Andreas Kempf (Klötze) auf Cora, die Siebter und Achter wurden. Die Einlaufprüfung hatte verheißungsvoll Stephan Lerche auf Fanfarron gewonnen und Kempf und Ritter auf die Plätze zwei und drei verwiesen. Im Finale setzte Lerche dann auf Rosanna und wurde 14., womit er einen Rang hinter Philipp Ulrich (Immekath) und Anka lag.

Lerche mit Nullrunde im schweren Finale

Lerche bekam zum Schluss des Weltcups-Turniers noch die Gelegenheit, im Finale der German-Horse-Pellets-Tour nach dem Sieg zu greifen. Mit Fanfarron hatte er sich beim Hallenturnier in Grasleben für die Endrunde qualifiziert. Nachdem er in der Einlaufprüfung 13. geworden war, erreichte er im schweren Finale durch eine Nullrunde das Stechen. Allerdings kassierte der Routinier dann hier acht Strafpunkte. Damit wurde er insgesamt auf Rang neun zweiter Reservist. Trotzdem ging Sachsen-Anhalt nicht leer aus, denn strahlender Sieger beider Prüfungen war Steffen Buchheim (Ihleburg) mit Lavingon. Der ist nun noch eine Runde weiter und hat sich durch den Finalsieg einen Startplatz beim internationalen Turnier "Gera Summer Meeting" gesichert, das im Juli stattfindet.

Auf dem Kutschbock vertrat neben Vater und Sohn Gerhard und Heino Gerich aus Klötze noch Tino Bode (Prussendorf) die Farben Sachsen-Anhalts. Bode konnte mit Florett und Fouche an den Leinen dann auch das finale Zeit-Hindernisfahren gewinnen. Von der Grundzeit her lagen alle Starter ziemlich gleich auf. Allerdings schepperte es bei einigen reichlich Strafsekunden aufs Konto - fünf pro Fehler, also Ball, der vom Kegel fiel, oder Zylinder, der vom Geländehindernis kippte. Dieses Schicksal ereilte auch die Klötzer Gespannfahrer, so dass Gerhard Gerich mit Prinzessin und Rudi Fünfter und Heino Gerich mit Leon und Romeo Sechster wurde. In der Einlaufprüfung hatte Vater Gerich noch hinter Bode auf Rang zwei gelegen, Heino Gerich war Vierter geworden. Über den Sieg hatte sich Norman Schröder (Drebkau) freuen können.

Erstmals seit langem war die Altmark auch wieder im Dressurviereck vertreten. Ilka-Kerstin Geiss und Salimera hatten sich durch den Sieg bei der Landesmeisterschaft für Leipzig empfohlen. Wie andere Pferde auch, kam die Stute mit der unruhigen Atmosphäre in der Messehalle, die auch Flaniermeile und Marktplatz war, nicht so gut klar, so dass sie recht angespannt war. So verpasste das sympathische Paar - zwar nur knapp, aber eben doch - das Finale. "Naja, es waren schon einige grobe Schnitzer drin", kommentierte Geiss ihren Ritt und arrangierte sich mit ihrem Schicksal. Sachsen-Anhalt stand dennoch achtbar da. Immerhin war Andrea Hintsche (Prussendorf) in der Einlaufprüfung mit Donnersmarck mit nur geringem Abstand hinter Jens Lattermann und Lightness aus dem thüringischen Gompitz gute Zweite geworden. Im Finale siegte Lattermann erneut, Hintsche kam auf Platz drei und Ute Belitz (Gerbstedt) erreichte mit Lord Mc Kinley den fünften Platz.

Das Hauptaugenmerk der Weltöffenlichkeit lag in Leipzig bei vier Weltcup-Finals. Weltcupsieger der Springreiter wurde Christian Ahlmann aus Marl. Patric Looser aus der Schweiz und Simone Wiegele aus Grevenbroich sind die Sieger im Voltigieren. In der Dressur konnte Adelinde Cornelissen aus den Niederlanden den Erwartungen ihrer Landsleute gerecht werden und mit dem Vierspänner fuhr der Australier Boyd Exell an die Spitze der Konkurrenz.

 

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