Das Ultimatum ist abgelaufen: Zur neuen Saison muss sich Eintracht Salzwedel um einen neuen Trainerstab bemühen. Darüber informierte Abteilungsleiter Fußball, Guido Eisenschmidt, nach dem Landesliga-Punktspiel des SVE gegen Grün-Weiß Potzehne, das der Gast mit 3:1 gewann.

Salzwedel. Mit dieser einschlagenden Meldung rückte das Punktspiel, das die Potzehner verdient in der Hansestadt gewannen, ein wenig in den Hintergrund.

Der Salzwedeler Elf stellte der Trainerstab um Sigmar Pätzold, Detlef Schulz und Dietrich Timm ein Ultimatum. Im Derby gegen die abstiegsbedrohten Potzehner sollte das Team zeigen, ob es gewillt ist, von ihrer Einstellung und Leistungsstärke her mehr zu investieren als in den zahlreichen Partien zuvor.

Das tat es augenscheinlich nicht. Alle Entschuldigungen ließ Trainer Pätzold nicht mehr gelten. Sein Entschluss und auch der seines Stabes stand unmittelbar nach dem Derby fest. In einem rund einstündigen Krisengespräch teilten die Drei das ihrer Mannschaft mit. Die Spieler nahmen nach Auskunft von Eisenschmidt diesen unumstößlichen Entschluss teilweise sogar mit Unverständnis auf, kritisierten den Zeitpunkt und wohl auch das Warum. Angeblich sei die Mannschaft mit ihrer Leistung gegen die Potzehner zufrieden gewesen. Als Grund wurde das Fehlen von Stammspielern genannnt, es sei wohl unter diesen Bedigungen nicht mehr möglich gewesen.

Andere Führungsspieler hingegen hätten den Entschluss des Trainers und der Betreuer verstanden, sagte Eisenschmidt. Dennoch will der Übungsleiterstab die Mannschaft noch bis zum Saisonende begleiten. Daran gebe es nichts zu rütteln.

Das Spiel entschied nicht nur Personalien, sondern hatte auch wichtige sportliche Aspekte. Nämlich die, dass die Truppe von Erich Krümmling immer noch in Sachen Klassenerhalt hoffen darf. Das hat die Elf in Salzwedel eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Grün-Weißen kämpften bis zur letzten Spielminute, ließen den Gastgeber nicht ansatzweise ins Spiel kommen und erarbeiteten sich zahlreiche Torchancen. Dass es am Ende nur drei Treffer wurden, lag zum einen am gut eingestellten Salzwedeler Ersatzkeeper Christian Ehlers, der um seine Aufgabe wusste und an den zu dünnen Nervenfäden der Potzehner. Mit einem Salzwedeler Eigentor, Gregor Roth wollte einen Flankenschuss von Marcus Behrends klären, begann die Partie nach neun Minuten Spielzeit. Allerdings glich die Eintracht nach Vorlage von Nico Schulz durch Robert Diekmann schnell aus (20.). Die Grün-Weißem machten weiter das Spiel, konnten jedoch nichts in Zählbares umwandeln. Nach der Halbzeit fiel durch Ingo Wiegmann - es waren gerade einmal rund 45 Sekunden gespielt - schnell das 2:1 (46.).

Der Torschütze profitierte von der guten Zuarbeit von Peter Hesse. Potzehne ließ nicht locker und wurde für seinen Einsatz belohnt. Nach einem Eckball, Mathias Lenz trat ihn, segelte der Ball an Freund und Feind vorbei. Als Endstation erreichte er den Kopf von Thomas Müller, der zum umjubelten 3:1 (71.) einnickte. Jetzt musste der Gast bangen, hatte zwar zwar durch Lenz und Behrends noch zwei Hundertprozentige, aber Salzwedel ruckte an. Doch Stefan Schmidts Schuss klärte Urbschat sehenswert (90.+2), und bei den Pfostenschüssen von Roth und Wiese (90.+2) war das Glück zur Stelle und bescherte den Potzehnern einen völlig verdienten Derbysieg.

Torfolge: 0:1 Roth ET (9.), 1:1 Diekmann (20.), 1:2 Wiegmann (46.), 1:3 Müller (71.).

Bilder