Salzwedel l Tabellenführer SSV 80 Gardelegen ist gegen das Kellerkind MTV Beetzendorf der glasklare Favorit.

Die Spitzenteams der Liga stehen größtenteils vor lösbaren Aufgaben. Nicht nur die Gardelegener, sondern auch der SV Eintracht Salzwedel bekommt es mit einem abstiegsbedrohten Team zu tun. Die Eintracht ist Gastgeber für den FSV Havelberg. Etwas härter hat es da schon den SV Liesten 22 „erwischt“. Die Piotrowski-Elf muss beim FSV Saxonia Tangermünde antreten. Gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte müssen sich der SV Heide Jävenitz (SV Rot-Weiß Arneburg) und der SV Langenapel (Möringer SV) beweisen. Alle Begegnungen beginnen diesmal bereits um 13 Uhr.

SSV 80 Gardelegen – MTV 1880 Beetzendorf (SR: Benedict Ohrdorf). Wenn der Tabellenführer auf den Dreizehnten des Klassements trifft, braucht man über die Favoritenrolle nicht zu diskutieren. Die liegt ganz klar auf Seiten der Gardelegener. Für die zählt auch nichts anderes als ein Heimerfolg. „Ich erwarte einen tief stehenden, aber kampfstarken Gegner. Wichtig wird sein, dass wir Beetzendorf nicht unterschätzen“, warnt SSV-Trainer Norbert Scheinert vor Leichtsinn. Doch mit Blick auf die in der Vorwoche in Arneburg (1:0) gezeigte Leistung ist Scheinert guter Dinge: „Die Jungs haben den Plan gut umgesetzt und auch ansehnlichen Fußball gespielt. Genauso müssen wir auch weitermachen beziehungsweise sogar noch ein bisschen was drauflegen.“ Die Herbstmeisterschaft möchten sich die Rolandstädter, bei denen morgen Clemens-Paul Berlin, Frank Fehse und Stephan Fraedrich fehlen, bei fünf Punkten Vorsprung auf Verfolger Warnau nicht mehr nehmen lassen. Mehr noch. „Wir wollen aus den letzten drei Spielen neun Punkte holen“, so der SSV-Coach. Blickt man auf die bisherige Saison, scheint dieses Ziel alles andere als utopisch.

Ganz kleine Brötchen backt man vor dem Duell beim Primus, gegen den man bereits im August im Supercup beim 0:5 chancenlos war, in Beetzendorf. „Im Normalfall sollte für uns da nicht viel zu holen sein. Mal sehen, was dort über den Kampf möglich ist“, erklärt im Vorfeld MTV-Trainer Mayk Zürcher. Tritt der Aufsteiger so wie in der Vorwoche gegen Salzwedel auf, braucht er sich ganz sicher nicht zu verstecken. Zwar stimmte beim 1:4 das Ergebnis nicht, doch Schulz & Co. ließen wenig zu und zeigten sich speziell in der Defensive gut in Schuss. Drei Elfmeter brachten den amtierenden Kreismeister allerdings auf die Verliererstraße. „Wenn wir in Gardelegen einen Punkt mitnehmen könnten, wäre das super“, so Zürcher. Dafür darf sich der MTV ohne Robert Diekmann, Gordon Bock und Timm Müller allerdings gegen „eine starke Truppe mit hervorragenden Einzelspielern“ so gut wie keinen Fehler erlauben.

SV Eintracht Salzwedel 09 – FSV Havelberg (SR: Thomas Krugel). Für Salzwedels Trainer Burghardt Schulze zählen nicht zwingend nur die Ergebnisse, sondern auch die gebotene Leistung seiner Mannschaft. Selbige stimmte in der Vorwoche trotz des 4:1-Erfolges in Beetzendorf nicht. „Schlechter geht es kaum. Die Sache ist aber abgehakt und wir schauen nach vorn. Die Jungs wissen, dass es spielerisch wesentlich besser geht und auch die Einstellung besser sein muss“, so Schulze. Allerdings weiß der Übungsleiter auch, dass man bei den momentanen Platzverhältnissen auch schwer glänzen kann. Manchmal muss man stattdessen auch den Kampf annehmen. Genau das verlangt Burghardt Schulze von seinem Team auch gegen den Tabellenelften aus Havelberg. „Gegen diesen Gegner haben wir zu Hause fast immer gute Spiele abgeliefert. Er verfügt über eine starke Offensive, doch wir müssen den FSV vor allem defensiv ordentlich beschäftigen. Dann werden wir das Spiel auch gewinnen“, weiß der SVE-Coach. Da Philip Müller, Lukas Werner und Stefan Heuer fehlen, muss er erneut von seinem breiten Kader Gebrauch machen.

SV Heide Jävenitz – SV Rot-Weiß Arneburg (SR: Torsten Felkel). Viermal blieben die Jävenitzer zuletzt in der Liga ungeschlagen. Dadurch konnte sich das Team von Trainer Guido Euen von den Abstiegsplätzen lösen. Allzu groß ist das Polster aber nicht. „Wir wollen und müssen unsere Serie weiter fortsetzen und zumindest nicht verlieren“, erklärt Co-Trainer Sören Kleinau. Der erinnert sich gern an das Heimspiel gegen Arneburg aus der Vorsaison zurück. Dieses wurde nämlich mit 2:1 gewonnen. „Das wird für uns aber schwer zu wiederholen, denn wir sind in dieser Saison insgesamt einfach zu ungefährlich vor dem Tor“, hat Kleinau ausgemacht. RWA hält er für eine „erfahrene, taktisch gut aufgestellte Mannschaft mit starken Einzelspielern“. Gegen die solide Viererkette des Dobberkau-Teams wollen die Jävenitzer, in deren Reihen Christopher Schmidt (Beruf) und Nils Wolter (Sperre) fehlen, ihre Chancen über Standards suchen. Nach der Partie ist noch der Besuch des ortseigenen Weihnachtsmarktes geplant. Dorthin soll es möglichst nicht ohne Punkte gehen.

SV 51 Langenapel – Möringer SV (SR: Christoph Blasig). Die Formkurve in Langenapel zeigt zum Ende der Hinrunde – und damit womöglich auch zum richtigen Zeitpunkt – wieder nach oben. Einem 2:2 gegen Havelberg ließ die Elf von Trainer Ronny Müller in der Vorwoche einen enorm wichtigen 2:1-Erfolg in Wahrburg folgen. Mit acht Punkten hat der SVL, obwohl immer noch Schlusslicht im Klassement, den Anschluss wieder hergestellt. Trotzdem darf sich der Aufsteiger nun natürlich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Genau das werden die Mannen um Kapitän Fred Neuling aber auch ganz gewiss nicht tun. Ähnlich kämpferisch wie in den letzten Partien möchten sie auch dem Titelkandidaten aus Möringen entgegen treten. Der ist als gegenwärtiger Rangvierter zwar sicherlich eine andere Hausnummer und auch der klare Favorit, doch gerade nach den letzten beiden Auftritten müssen sich die Langenapeler gegen den spielstarken MSV ganz sicher nicht verstecken. Jeder einzelne Punkt hilft dem Müller-Team in der derzeitigen Lage weiter.

FSV Saxonia Tangermünde – SV Liesten 22 (SR: Julien-René Franke). Seit nunmehr fünf Partien ist Liesten ungeschlagen. Das dürfte Mut machen. Gleiches gilt für das 1:1 vor sechs Tagen in Möringen. „Mit dem Ergebnis, aber auch mit der Leistung können wir zufrieden sein. Es gilt allerdings, noch an kleinen Stellschrauben zu drehen“, erklärt SVL-Sektionsleiter Mario Schulz. Die von Neutrainer Michael Piotrowski forcierte Verbesserung der Abwehrarbeit macht Fortschritte. Allerdings wollen es die Liestener zukünftig auch noch öfter in den gegnerischen Kästen klingeln lassen. „Ich denke, gegen Tangermünde wird es kein torreiches Spiel geben. Wir treffen auf einen defensiv starken Gegner, der vor allen Dingen auch bei Standards gefährlich ist“, so Schulz. Der SVL muss mit Sebastian Kordus, Henning Schröder, Florian Mönke und Matthias Wiese zwar vier Stammspieler ersetzen, geht angesichts der momentanen Serie aber mit breiter Brust in dieses Altmarkderby.