Nach 30 Jahren als Vorsitzender der TSG Calbe hat Rüdiger Uhlmann sein Amt niederelegt. "Vor dieser Leistung muss man den Hut ziehen", sagt Sven Hause, der diese Position nun übernommen hat. Sportredakteur Frank Nahrstedt sprach mit dem 41-jährigen Verwaltungsfachwirt und Bereichsleiter im Jobcenter über Perspektiven und Ziele.

Volksstimme: Herr Hause, warum haben Sie sich für dieses Amt zur Wahl gestellt?

Sven Hause: Im August des vergangenen Jahres sind Mitglieder des Vorstands der TSG Calbe an mich herangetreten und haben erste Gespräche geführt. Grundsätzlich konnte ich mir dieses Engagement vorstellen. Die Gespräche wurden bis zum Dezember intensiviert. Den Zeitpunkt der Wahl legte Rüdiger Uhlmann fest, dafür wurde eine Delegiertenkonferenz einberufen. Nun freue ich mich auf die neue Aufgabe. Sie ist herausfordernd. Aufgrund des demografischen Wandels und knapper Kassen müssen wir wichtige Fundamente für die Zukunft legen.

Volksstimme: Wie sollen diese Grundlagen aussehen?

Hause: Es gibt mehrere Ziele, die es zu verfolgen gilt - kurz- und langfristige. Im ersten Halbjahr 2014 bekommen wir voraussichtlich mit Karate und Judo zwei neue Abteilungen. Langfristig ist es wichtig, für ältere und älter werdende Mitglieder gut angelegte, organisierte und altersgerechte Sportangebote in den Abteilungen bereitzuhalten, sonst könnte uns in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine große Anzahl an Mitgliedern wegbrechen. Gleichzeitig soll der Kinder- und Jugendsport mit dem gleichen Stellenwert fortgesetzt werden. Diese Aufgabe möchte ich gemeinsam mit den Abteilungen angehen.

Volksstimme: Und die kurzfristigen Ziele?

Hause: Das betrifft vor allem die Schließung der Sporthalle "Zuckerfabrik". Wir haben durch das Hochwasser eine neue Situation, da beispielsweise die Abteilung Kanu ihre Räume nicht nutzen kann. Zudem gibt es Bauarbeiten an den Sporthallen der Herder- und Lessingschule. Bis voraussichtlich 2016 brauchen wir die "Zuckerfabrik" noch, da wir sonst nicht wissen, wohin mit den Jugendlichen und Erwachsenen. Darüber hinaus wird die Halle aber nicht zu halten sein.

Volksstimme: Apropos Sportstätten: Da scheint es durch die Kommunalaufsicht ja auch Forderungen zu geben.

Hause: Ja, diese sind ein großes Problem. Die Kommunalaufsicht fordert die Privatisierung einzelner Sportstätten bis zum 31. Dezember 2014. Angeblich dienen diese nicht dem Breitensport. Es ist eine Betrachtung, die so nicht hinnehmbar ist und der Klärung bedarf.

Volksstimme: Einige Abteilungen waren stark vom Hochwasser betroffen. Gibt es bei den Fördergeldern gute Nachrichten?

Hause: Hier haben sich die Stadt und die betroffenen Abteilungen bisher stark engagiert. Ziel ist, die zerstörten Sportanlagen wieder in vollem Umfang in Betrieb nehmen zu können. Doch bis es soweit ist, wird es noch weitere umfangreiche Gespräche mit der Stadt, dem Land und anderen Institutionen geben müssen.

Volksstimme: Das klingt nach einer Menge Arbeit.

Hause: Ja. Bei 15 Abteilungen heißt das: Viele Gespräche stehen an. Ich möchte mir persönliche Informationen über die jeweilige Lage holen. Der persönliche Eindruck ist immer noch der beste. Ich hoffe, mittelfristig die personelle Struktur im administrativen Bereich festigen und sichern zu können, damit eine unterstützende Kraft für die Nachbereitung der Formalitäten bei Hochwasserfragen und so weiter mitwirken kann.

Volksstimme: Auch die Außendarstellung soll für den Gesamtverein verbessert werden. Wie sehen dabei Ihre Vorstellungen aus?

Hause: Dies war eine Forderung der Delegiertenkonferenz. Wir wollen perspektivisch die Außendarstellung und Öffentlichkeitsarbeit als Gesamtverein verbessern. Im ersten Halbjahr 2014 möchte ich einen Workshop mit interessierten Mitgliedern aus den Abteilungen zum Thema Homepage und Öffentlichkeitsarbeit veranstalten.

Volksstimme: Sie wollen in diesem Jahr für das Amt des Bürgermeisters in Calbe kandidieren. Können Sie beide Ämter ausüben, wenn sie gewählt werden?

Hause: Selbstverständlich. Beides ist gut zu vereinbaren. Mir kommt dabei auch die Erfahrungen aus anderen Tätigkeiten der vergangenen Jahre zugute.

Die TSG Calbe wurde am 21. Januar 1967 aus den Vereinen BSG "Stahl", BSG "Aktivist" und BSG "Lokomotive" gegründet.

Ende 2013 hatte der Verein 1404 Mitglieder, die sich in 15 Abteilungen organisiert haben. Damit ist er der größte Verein im Salzlandkreis. Von den Mitgliedern waren 276 über 60 Jahre und 651 über 40 Jahre.

Insgesamt sind 80 Übungsleiter aktiv, die sich ständig weiter qualifizieren.

Den aktuellen Vorstand bilden unter anderem Sven Hause (Vorsitzender), Christel Löbert (Stellvertreter), Anne-Katrin Marwinski (ehremamtlicher Geschäftsführer) und Peter Müller (Schatzmeister).