Bis zur 25. Minute war Lok-Trainer Dirk Schedlo zufrieden mit der Arbeit seiner Handballerinnen gegen den Zweiten der Sachsen-Anhalt-Liga, HC Burgenland. Die zweite Halbzeit gehörte dann jedoch ganz den Gastgebern, die über Kontertore den 29:17-Sieg einfuhren. Die Deckung erntete von Schedlo dagegen viel Lob, vor allem Torhüterin Josephine Suchan.

Von Nadja Reichert

Burgenland l "Bis zum 6:5 für den HC war das Spiel völlig ausgeglichen", bewertete Schedlo. "Die Mannschaft hat sich richtig gut angestellt."

Lok fand in der Tat gut ins Match hinein und bot dem Tabellenzweiten mehr Paroli als dieser wohl selbst erwartet hatte. Beim Stand von 8:12 hatten die Elbestädterinnen allerdings eine kleine Schlafphase, die dem HC den Vier-Tore-Vorsprung ermöglichte. "Trotzdem kann ich mit der Leistung noch zufrieden sein", schätzte der Coach ein. "Auch wenn die Burgenländerinnen ausgeglichener spielten."

In der zweiten Halbzeit trat Lok dann allerdings wie verwandelt auf; im negativen Sinne. "Jede wollte die Verantwortung übernehmen, das führte zu vielen Fehlentscheidungen", haderte Schedlo. Das Zusammenspiel gelang fast gar nicht mehr. Dies erlaubte dem HC immer wieder Kontermöglichkeiten, die in Tore umgemünzt wurden. "Der Gegner hat uns für unsere Fehler rigoros bestraft", konstatiert Schedlo.

Durch das mangelnde Zusammenspiel fehlte es im Angriff am nötigen Durchsetzungsvermögen. Burgenlands Defensive hatte kaum Probleme, die Torversuche der Schönebeckerinnen abzuwehren. Nur sechs weitere Treffer erzielte Schönebeck in Hälfte zwei. "Das können wir besser", betonte der Trainer.

Lok war allerdings keine vollkommene Baustelle. Im Angriff mangelte es an Zusammenhalt und Druck, dafür stand die Deckung umso sicherer. "Aus dem Spielfluss heraus kam der Gegner kaum zu Toren", lobte Schedlo. Besonders Christine Broßat verdiente sich die Anerkennung ihres Trainers. Nach zwei Monaten Verletzungspause "hat sie schon wieder gut in der Deckung gestanden."

Auch Schlussfrau Josephine Suchan zeigte an diesem Tag eine starke Leistung. "Sie trug maßgeblich dazu bei, dass wir in Hälfte zwei nicht noch mehr Gegentreffer kassiert haben", so der Trainer.

Torwart und Deckung konnten jedoch die vielen individuellen Fehler, die vorn zu Standen kamen, nicht wettmachen. "Da können wir noch so gut hinten stehen, wenn wir vorn die Bälle vergeben", ärgerte sich Schedlo.

Auffällig an dieser Partie waren zudem die 18 gegebenen Siebenmeter, neun für jede Mannschaft. "Diese Entscheidungen waren teilweise etwas unglücklich", schätzte Schedlo ein. "Allerdings war das Schiedsrichtergespann noch recht jung, da fehlte es wohl noch an Erfahrung."

Von den gegebenen Siebenmetern verwarf Lok drei. "Das klingt erst mal nicht schlecht, aber in den Situationen, in denen die Strafwürfe vergeben wurden, war es schon ärgerlich."

Frustriert ist der Coach über die 17:29-Niederlage vor allem deshalb, weil "die erste Halbzeit so gut lief und ich zu diesem Zeitpunkt niemals mit einem solchen Ergebnis gerechnet hätte." Ärgerlich ist das Resultat auch, da Lok bereits in der Hinrunde gegen Burgenland mit 23:29 (10:14) verloren hatte.

Im Training unter der Woche wird nun verstärkt am Zusammenspiel gearbeitet, um für die nächste Partie gegen den HCS 2000 Magdeburg gewappnet zu sein. Den Schwung der guten Defensivleistung aus dem Match gegen den HCB will Schedlo aber in jedem Fall mitnehmen.

Lok Schönebeck: Suchan - Wolf (1), Schafflik (1), Schedlo (4), Bauer, Depta, Koeck (5), Sauer (2), Stagge, Broßat

Siebenmeter: Lok 9/6 - HC Burgenland 9/6; Zeitstrafen: Lok 4 - HC Burgenland 4