Calbe (nrc) l Die Erzählungen über Janus (griechischer Gott mit zwei Gesichtern, Anm. d. Red.) könnten für die Fußballer der TSG Calbe fast sinnbildlich sein, denn seine zwei Gesichter entsprechen genau dem Verlauf der Hinrunde der TSG in der Landesliga. Der Start hätte schlechter nicht verlaufen können, bevor es für die Saalestädter rasant bergauf ging.

Trainer Thomas Sauer dürfte sich die Haare gerauft haben, als nach drei Spielen ein Unentschieden (0:0 gegen den 1. FC Einheit Wernigerode) und zwei Niederlagen (2:4 gegen den SV Förderstedt, 0:1 gegen den SV Fortuna Magdegurg) zu Buche standen. "In der vergangenen Saison haben wir eine gute Rückrunde gespielt. Vielleicht hat die Mannschaft gedacht, dass sie es schon schaffen werden und haben es deshalb zu locker angehen lassen", sagte Sauer.

Läuferisch und in den Zweikämpfen zeigten die Calbenser nicht die vom Trainer geforderte Einstellung, das Ergebnis war ein Fehlstart. Und es wurde zunächst auch nicht besser. Bis zum 8. Spieltag musste die TSG auf ihren ersten Sieg warten. "Darunter litt auch das Selbstbewusstsein", so Sauer. Mit dem 5:3-Erfolg gegen den VfB Germania Halberstadt II schien das Tief jedoch endlich überwunden zu sein. "Die Jungs haben begriffen, dass sie mehr in die Partien investieren müssen. Leider hat es sieben Spiele gedauert, bis sie das begriffen haben."

Mit dem Sieg über Halberstadt II startete Calbe eine kleine Erfolgsserie. Drei weitere Triumphe folgten gegen den SV Lok Aschersleben (2:0), den Schönebecker SV (1:0) und gegen den Magdeburger SV Börde (5:0). Sauer veränderte einiges in seiner Aufstellung. "Durch einige Ausfälle war das auch nötig", erklärte der Coach. So wechselte Neuzugang Sebastian Jakobs von der Abwehr auf die Sechser-Position. Christian Gille, der eigentlich den Posten des Co-Trainers inne hat, sprang in einigen Partien auf der Position Linksaußen ein. Zudem setzte Sauer auf Schnelligkeit im Sturm und brachte August Schultz und Sascha Bergholz in den Angriff. "Die beiden fühlen sich zwar im Mittelfeld wohler, aber es geht schließlich darum, die Mannschaft so gut wie mölich in Szene zu setzen", betont Sauer.

Außerdem achtete der Coach verstärkt darauf, dass sich das Zweikampfverhalten seiner Schützlinge änderte. "Die Jungs haben von sich aus viel mehr investiert und das hat sich auf dem Platz bemerkbar gemacht." Der Erfolg spricht für sich. Durch die Siegesserie arbeitete sich die TSG stetig aus dem Tabellenkeller heraus und konnte sich schließlich im oberen Mittelfeld positionieren.

Zurzeit belegt Calbe Platz fünf in der Tabelle. "Unsere Zielsetzung, einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen, haben wir erreicht." Für die Rückrunde wollen die Saalestädter an diesem Ziel festhalten. "Außerdem arbeiten wir an der Konstanz in unserem Spiel, vor allem bei unseren jüngeren Akteuren", verrät der Trainer.

"Am Ende der Saison wollen wir mehr Tore und Punkte als im letzten Jahr auf dem Konto haben."