Ob Otfried Zerfass vom Schönebecker SV wohl vor dem Turnier geahnt hatte, dass er ins Finale des Bezirkspokals kommt, kann wohl nur er selbst beantworten. Von den 16 Schachspielern, die in diesem Turnier antraten, musste sich der Schönebecker nur Thomas Frotscher vom TuS Magdeburg-Neustadt geschlagen geben.

Magdeburg (aka/nrc) l Der Magdeburger fuhr seinen achten Pokalsieg innerhalb von zehn Jahren ein. Neben dem Schönebecker Zerfass nahm auch Joachim Breitfeld von der TSG Calbe am Turnier teil.

Zunächst wurden in den Achtelfinalpartien die Teilnehmer des Viertelfinales gesucht. Zerfass konnte seinem Gegner schnell entscheidend Material abnehmen und die Partie gewinnen. Breitfeld traf als Favorit der Partie auf einen wertzahlschwächeren Karl Friedrichaus Burg. In verwickelter Stellung drohte sein Gegner, mit einem Doppel-angriff einen Figurengewinn zu erzielen. Breitfeld gab auf und beendete das Turnier vorzeitig. Für den freiwillig ausgeschiedenen Saalestädter stieg Uwe Lechnauer (TuS Magdeburg-Neustadt) in das Turnier ein.

Im Viertelfinale konnte Zerfass mit den weißen Figuren einen direkten Königsangriff mit dem h-Bauern starten. Nach Öffnung der h-Linie gab es für den schwarzen König kein Entrinnen. Er kam nur bis zur Brettmitte, wo er dem weißen Angriff erlag. Damit hatte sich der Schönebecker den Einzug ins Halbfinale gesichert.

Dort hatte Zerfass Losglück, da er noch nicht auf Frotscher, sondern auf Thomas Langosch vom SV Freibauer Barleben traf. Trotz aussichtsreicher Stellung gelang dem Elbestädter kein Gewinn. Nachdem der Gegner die Schwerfiguren tauschen konnte, verblieb ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und so einem unausweichlichen Remis. Da im K.o.-System jedoch ein Sieger vonnöten ist, wird auch im Schach auf eine "Verlängerung" in Form von zunächst zwei Blitzpartien zurückgegriffen. Die erste gewann Zerfass, die zweite Langosch. Die dritte und entscheidende Blitzpartie entschied wieder der Schönebecker für sich und zog damit ins Finale ein.

Im Endspiel traf Zerfass mit den weißen Figuren gegen Frotscher an. Die Partie war lange Zeit ausgeglichen. Nach einem ausgelassenen Bauerngewinn neigte sich die Waagschale aber doch zugunsten von Frotscher, wobei dieser seine Routine und wertzahlmäßige Überlegenheit nutzen konnte. Für den alten und neuen Bezirkspokalmeister bedeutet der Sieg gleichzeitig die Qualifikation für den Landeseinzelpokal.

Die ausgeschiedenen Teilnehmer kämpften im Rahmen eines im sogenannten Schweizer System (die erste Runde wird gesetzt oder gelost, nach jeder Runde wird der Zwischenstand bestimmt und in den folgenden Runden spielt der Führende gegen den Zweitplatzierten, der Dritte gegen den Vierten, Anm. der Red.) ausgetragenen Turniers weiter um Punkte und Platzierungen. Bestplatzierter des Schweizer System-Turniers war am Ende Michael Domröse (TuS Magdeburg-Neustadt).

Ergebnisse des K.o.-Turniers

Vorrunde

Thomas Frotscher, (TuS 1860 Magdeburg) - Alexander Niemann (Aufbau Elbe Magdeburg) 1:0; Joachim Breitfeld (TSG Calbe) - Karl Friedrich (Burger SK) 0:1; Frank Brüggemann (SF Zeitnot) - Ottfired Zerfass (Schönebecker SV) 0:1; Thomas Langosch (SV Freibauer Barleben) - Tung Pham Tanh (TuS 1860 MD) 1:0; Gerd Ogrisek (SV Rochade Magdeburg) - Jörg Vogt (TuS 1860 Magdeburg) 0:1; Michael Domröse, (TuS 1860 Magdeburg) - Maik Voigt (SV Freibauer Barleben) 1:0; Cecilia Cejda (SG AE Magdeburg) - Stefan Knappe (TuS 1860 Magdeburg) 1:0; Torsten Kriegler (SK Oschersleben) - Karsten Zamzow (TuS 1860 Magdeburg) 0,5:0,5 Blitzentscheid 2:0

Viertelfinale

Thomas Frotscher - Domröse, Michael1:0

Karl Friedrich - Jörg Vogt1:0

Ottfried Zerfass - Torsten Kriegler1:0

Cecilia Cejda - Thomas Langosch, Thomas 0,5:0,5, Blitzentscheid 0:2

Halbfinale

Thomas Frotscher - Karl Friedrich1:0

Thomas Langosch - Ottfried Zerfass

0,5:0,5, Blitzentscheid 1:2

Finale

Ottfried Zerfass - Thomas Frotscher0:1