Jena (kla/fna) l Beim Sparkassenpokal, dem zweitgrößten Turnier Mitteldeutschlands, starteten auch vier Schönebecker. Die Judokas von der Elbe liefen in der Altersklasse (Ak) U 12 auf, die mit 184 Athleten sehr gut besetzt war.

Selena Pfannenschmidt, die eigentlich noch in der U 11 starten dürfte, hatte sich die Teilnahme durch sehr gute Trainings- und Wettkampfleistungen verdient. Pia Stäwen (Rodewisch) hatte bereits den gelb-orangen Gürtel, war aber vom Kampfgeist der Schönebeckerin so überrascht, dass sie sich in die Defensive zurückzog. Selena setzte konsequent ihren Griff durch und brachte die Gegnerin ins Wanken. Ein linker O-goshi (Hüftwurf) brachte den ersten Waza-ari.

Gegen Malin Lange (Eilenburg) ließ sich Selena von der ruppigen Art einschüchtern und verlor. In der Hoffnungsrunde machte Selena gegen Jenny Drechsler (Aue) kurzen Prozess. Nach 30 Sekunden war der Kampf vorbei. Gegen Michelle Greiß (Halle), die schon mehrfacher Landesmeister war, fand Selena nicht zu ihrer Linie zurück und musste eine Niederlage hinnehmen - Platz sieben.

Moniek Reinicke war aufgrund ihrer Erfahrung in der Favoritenrolle, Joelle Zeiger (Stotternheim) bekam dies zu spüren. Ein starker Griff und Vielseitigkeit verdeutlichten die Überlegenheit. Ein rechter Seoi-Toshi mit einer Anschließenden Festhalte brachten den ersten Sieg. Jessica Baumgart (Leipzig) hinterließ einen starken physischen Eindruck. Somit kam es zu einigen spannenden Situationen, die Moniek aber mit Ruhe abwehrte. Dafür setzte Moniek im Boden klare Akzente. Mitte des Kampfes fand sie zu ihrer Linie zurück. Die Technikgestaltung der Schönebeckerin war sehr abwechslungsreich. Moniek gewann dann am Boden eine Festhalte und sicherte sich den Turniersieg.

Julien Freiheit hingegen, der das vergangene Jahr mit sehr starken Leistungen beendete, versagten die Nerven. Seine eigensinnige Art ist ihm diesmal zum Verhängnis geworden. Im ersten Kampf führte er, verschenke den möglichen Erfolg durch eine völlig unüberlegte Aktion, in der er sich selbst in eine Festhalte legte. Auch im zweiten Kampf hielt er sich nicht an die Vorgaben. Das Trainerteam hofft, dass dieses Verhalten eine Eintagsfliege war und Julien beim nächsten mal sein volles Potenzial ausschöpft.

Niklas Tausch arbeitete sich indes durch die Gewichtsklasse bis 32 Kilogamm, die mit 25 Judokas die größte Teilnehmerzahl bereithielt. Julius Nerlich (Leipzig) wehrte den Tomo-nage (Über-Kopfwurf) von Niklas mit einem einhändigen Rad ab. Doch als der Leipziger seinen Wurf vorbereiten wollte, war Niklas zur Stelle, er setzte einen O-Uchi-Gari (Große Innensichel) an und bekam dafür einen Waza-ari. Vom orang-grünen von Tim Suchsland (Mattenteufel) ließ sich der Schönebecker nicht beeindrucken. Mit einem Tomo-Nage und einer Festahlte beendete er nach kurzer Zeit den Kampf - zum Erstaunen der Zuschauer. Nick Schluz (Erfurt) machte eigentlich alles richtig, doch wieder einmal war es ein Bruchteil einer Sekunde, den Niklas mit einem sehr schnellen und sehr sauberen De-Ashi-barai nutzte. Ein raunen ging durch die Menge, da Fußwürfe selten geworden sind.

Im Halbfinale traf Niklas dann auf Mikolaj Filipek (Bochina/Polen). Niklas wurde von Trainer Kevin Ladebeck sehr gut eingestellt. Der Schönebecker nutzte den Übergang von Stand zum Boden. Jedoch reichte es nicht für eine Festhalte. Dann - wie aus dem nichts - ein blitzschneller De-ashi-barai. Der wendige Pole konnte sich gerade so auf die Seite retten, doch einen Yuko gab es für Niklas trotzdem. Diesen hielt er bis Ende.

Im Finale wurde es richtig spannend. Emil Radon (Dahme) war ein echter Brocken, gewann das Turnier in Potsdam, in dem Niklas keine Platzierung erkämpfen konnte. Doch der Schönebecker brachte den Berliner mit ständigen Fußwürfen ordentlich ins Wackeln. Dessen Seoi-toshi wusste Niklas geschickt zu verteidigen, so dass sein Kontrahent sogar einen Shido für Herunterziehen (Eindrehen ohne Wirkung, wird auch gerne als Aktivitätsvortäuschen genommen, Anm. d. Red.) bekam. Diesen Shido hielt Niklas mit einer taktischen Meisterleistung bis zum Ende des Kampfes. Somit erreichte er verdient den ersten Platz.

Das Trainerteam mit Kevin und Joachim Ladebeck sowie Egor Lapygin hofft, dass sich Niklas diesen Wettkampf zu Herzen nimmt und immer mit genügend Weitsicht an die bevorstehen Aufgaben geht, denn dieses Turnier war eines der schwersten in diesem Jahr.