Marienberg (ttr/nrc) l Mit einer bitteren, aber letztlich in der Höhe verdienten 20:41 (11:19)-Pleite kehrten die Oberliga-Handballerinnen der TSG Calbe vom Tabellenzweiten HSV Marienberg zurück. "Um es auf den Punkt zu bringen: Wir haben nicht stattgefunden", stellte TSG-Trainer Frank Mühlner nüchtern fest. So waren die favorisierten Gastgeber, die sich gegenüber dem Hinspiel noch einmal verstärkt hatten, in allen Belangen überlegen.

"Die Niederlage an sich ist nicht das Problem, aber das `Wie` war ärgerlich", urteilte der Trainer und erklärte: "Wir haben die taktische Aufgabe nicht gelöst." Ein Beispiel war die offensive 4-2-Abwehr der Sächsinnen. Diese bietet naturgemäß ein recht offenes Abwehrzentrum. Mit druckvollen Eins-gegen-Eins-Aktionen hätten die Saalestädterinnen daraus Kapital schlagen können. Dies wurde auch angesprochen, erfolgreich probiert, aber am Ende verlief es im Sande.

Ähnlich düster sieht das Bild aus, das der Coach von der Abwehr zeichnete. Die Abstimmung passte nicht. Calbe war konsequent zu spät an der Gegenspielerin dran, die dadurch weitgehend ungehindert agieren konnten. Die Torhüterinnen hatten folglich trotz einiger Paraden keine Chance mehr, sodass der HSV das Ergebnis immer weiter in die Höhe schraubte. Die Gastgeberinnen erzielten 22 weitere Treffer, den Rolandstädterinnen gelangen dagegen nur neun.

Marienberg gehört sicherlich nicht zu den Gegnern, mit denen sich die TSG in dieser Saison zu messen hat. Und so zeigte auch Mühlner abschließend Realismus: "Wir hatten nicht die Spur einer Chance, das Spiel erfreulicher zu gestalten." Zumindest in der Fairness schien die TSG allerdings die bessere Mannschaft zu sein. Calbe bekam in der Partie keine Zeitstrafe, während Marienberg fünf Mal mit zwei Minuten vom Feld musste. Drei davon kassierte Stefanie Gaitzsch, die in der 58. Minute deshalb die Rote Karte sah.

In den Köpfen der Spielerinnen muss die Partie schnellstmöglich abgehakt werden, denn neue, lösbarere Aufgaben warten in den kommenden Wochen. Dann empfängt die TSG den Tabellenvierten HSV Haldensleben.

TSG Calbe: Eichhorn, Baier - Bischoff (1), Hüls (6/3), Mewes (1), Prokop (4), Sprotte (2), Sroka (6/1), Wenzel, Wurbs

Siebenmeter: Marienberg: 1/1 - Calbe: 4/5; Zeitstrafen: Marienberg: 5 - Calbe: keine; Rot: Stefanie Gaitzsch (3x2 Minuten, 58. Minute, Marienberg)