Staßfurt l Der HV Staßfurt hat sich gestern Abend für die Niederlage im Hinspiel gegen die TSG Calbe (24:27) revanchiert. Der Mitteldeutsche Handball-Oberligist gewann das Derby in der Paul-Merkewitz-Halle vor mehr als 500 Zuschauern mit 32:24 (13:14).

Andreas Stops, der fast die komplete zweite Halbzeit beim HVS zwischen den Pfosten stand, hatte das Lob nun vor allem für seine Abwehr übrig, obgleich er selbst die meisten Schulterklopfer verdient hatte. Der Co-Trainer hielt zehn Würfe auf seinen Kasten und war damit maßgeblich am deutlichen Erfolg beteiligt. "Wir haben in der zweiten Halbzeit viel aggressiver verteidigt. Die Einstellung hat gestimmt. Dann hält man auch mal zwei, drei Bälle und steigert sich rein." Und der parierte Siebenmeter gegen Martin Sowa (36.) "puschte natürlich zusätzlich".

Und so kam der HVS ins Rollen. Erst holte er den Rückstand nach der Pause postwendend auf. Dann markierte er durch viel Bewegung im Positionsangriff sowie starken Würfen aus dem Rückraum durch Nils Hähnel, Sebastian Retting oder Nilas Praest die 18:16-Führung und nutzte dann eine Schwächephase der Gäste, die in den zweiten 30 Minuten bei elf Angriffen einen Regel-Technik-Fehler produzierten.

Somit fiel die Niederlage der Calbenser "am Ende etwas zu hoch aus", wie auch Trainer Peter Weiß resümierte. "Bis zur 45. Minute haben wir an unserem Konzept festgehalten und uns super verkauft. Dann haben wir zu viele Fehler gemacht."

In den ersten 30 Minuten überraschten Christian Hübner und René Hulha immer wieder durch verdeckte Hüftwürfe, die TSG lag praktisch die gesamte erste Hälfte in Führung. Dank der guten Deckungsarbeit in der 6-0-Abwehr parierte Keeper Stefan Wiederhold zehn Würfe auf seinen Kasten, zudem entschärfte Daniel Bertram zwei Siebenmeter, was viel Auftrieb gab.

Doch nach der Halbzeit schienen die positiven Emotionen verflogen zu sein, zudem rannten sich Hulha, Ronny Krause oder Ron Barby an der nun energisch verschiebenden 5-1-Defensive der Gastgeber mit Nilas Praest auf Spitze oftmals fest. Nach dem 22:20 (47.) durch Felix Kralik per direkt verwandeltem Freiwurf in Unterzahl musste die TSG den HVS ziehen lassen, weil sie selbst den Ball verlor, beispielsweise bei zwei Kontern, oder weil sie aufgrund der schwierigen Würfe an Stops scheiterte.

Bei den Staßfurtern hingegen lief in der Offensive einfach alles. Die besten Beispiele dafür lieferte Tobias Rindert, der erst einen Konter im Fallen zum 26:21 (52.) abschloss und dann schon fast auf dem Boden liegend noch mit einem Heber zum 30:23 (57.) traf.

Während der HVS zumindest bis heute Abend auf den sechsten Platz kletterte, rutschte die TSG wieder auf den vorletzten Rang, womöglich auch nur bis heute Abend.

Staßfurt: Stops, Schliwa - Frank (3), Oswald, Ortmann, Bruchno (1), Retting (5), Jacobi (3), Ernst, Praest (5), Hähnel (5), Scholz (7/3), Rindert (3)

Calbe: Wiederhold, Bertram - Walter, Barby (2), Krause (3), Hulha (3), Kaiser, Rätzel, Lange (4/2), Marschall, Weiß, Sowa (2/2), Kralik (3), Hübner (7)

Siebenmeter: Staßfurt 6/3 - Calbe 5/4; Zeitstrafen: Staßfurt 7 - Calbe 6; Rot: Roman Bruchno (3x2 Minuten, 44:05) -Staßfurt-