Schönebeck (chj) l Nach dem 3:1-Erfolg gegen den Spitzenreiter der Verbandsliga, den BSV Halle-Ammendorf, ist die Stimmung beim Schönebecker SC rosig. Einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Sieg hatten dabei die Besucher. Zählt man die Mitglieder dazu, so feuerten etwa 450 Fans ihre "Grünen" an. "Hut ab, Kompliment an die Zuschauer", bedankte sich Heiko Böhler aus dem Trainergespann mit René Kausmann. Er sieht Freitagsspiele als "Mega-Event", da die Partien des SSC momentan zu den "sportlichen Highlights in Schönebeck" gehören.

Den zahlreichen Zuschauern dürfte nicht entgangen sein, dass mit Sergio Luciano Barrano ein neues Gesicht den Schönebecker Rasen betreten hat. Er kam in der 57. Minute für Fabian Falkenberg und wurde ins kalte Wasser geworfen. "Er konnte weder den Gegner noch unsere Mannschaft einschätzen", erklärte Kausmann. Am Donnerstag stellte Böhler Kontakt zum 22-jährigen Studenten aus Magdeburg her, bereits am Freitag war er spielberechtigt. Zuvor lief der Kamerun-Italiener für den FC Einheit Rudolstadt (Oberliga) auf.

Er kam auf den linken Flügel, wechselte dann nach rechts. Seine technischen und läuferischen Fähigkeiten waren offensichtlich, doch auch seine körperlichen Defizite. Oft trennte er sich spät vom Ball, der Grund war für Kausmann offensichtlich: "Er kam im Spitzenspiel rein und wollte sich natürlich gleich beweisen." "Wir müssen ihm unser System noch nahe bringen", so Böhler.

Der Mann des Tages war jedoch ein Rückkehrer. Luiz Adriano De Oliveira eroberte sich im Mittelfeld die Bälle, verteilte diese clever auf die Außen und war auch vorn meist anspielbar. Er lieferte eine starke Partie ab. Das Gute ist laut Trainer Böhler, dass "er sogar noch stärker wird".

Ein weiteres Extralob bekamen Mario Hosenthien und Andreas Sommermeyer, die den Ammendorfer Sturm - immerhin der erfolgreichste der Liga - nicht zur Entfaltung kommen ließen. "Sie waren sicher und souverän und haben damit den Grundstein zum Erfolg gelegt", so Böhler.

Dass das einzige Gegentor mit Robert Renger ausgerechnet ein Schönebecker erzielte, sah Böhler halb so wild, eher positiv. "Es fiel in einer Phase als Sand im Getriebe war und war wie ein Weckruf." Fortan bekamen die Gastgeber das Geschehen wieder vollends in den Griff.

Für das Trainergespann bedeutet der Sieg mehr als nur drei Punkte. "Das hat die Spitze der Liga wieder zusammenrücken lassen", erklärte Kausmann. "Nun haben wir eine sehr gute Chance, oben anzugreifen." Böhler misst dem Sieg eine große Bedeutung bei. "Das weckt Hoffnungen."

Das Verfolgerfeld hinter Halle-Ammendorf rückt immer näher zusammen. Der SSC hat als Zweiter mit 29 Punkten sechs Zähler Rückstand, dahinter folgen mit jeweils 28 Punkten Askania Bernburg und der 1. FC Magdeburg II. Am Sonnabend könnte der SSC im nächsten Spitzenspiel den 1. FCM II im direkten Vergleich abschütteln. Anpfiff auf dem Nebenplatz der MDCC-Arena ist um 14 Uhr.