Calbe l Die Handballerinnen der TSG Calbe unterlagen zwar dem TSV Niederndodeleben mit 28:33 (14:17), doch es war einer ihrer stärksten Auftritte in der Mitteldeutschen Oberliga. Unterm Strich waren es nur wenige Minuten, die die Favoriten in einer Partie auf Augenhöhe zum Auswärtssieg nutzen.

Der TSV Niederndodeleben hat sich für seine Vorstellung in der Calbenser Hegersporthalle gewiss mehr ausgerechnet, am Ende gab es zwar den Sieg, die Freude über ein gelungenes Spiel lag aber auf Seiten der TSG-Fans. Calbes Trainer Frank Mühlner zeigte sich ebenfalls hocherfreut über den Auftritt seiner Schützlinge: "Wir haben richtig Handball gespielt", sagte er nach dem Spiel und ergänzte: "Da gibt es heute nichts zu meckern."

Die Gäste versuchten frühzeitig, in ein schnelles Umkehrspiel zu kommen. Die TSG-Frauen erkannten das und hielten effektiv dagegen, zwangen Niederndodeleben in den Positionsangriff. Auch hier arbeiteten die Gäste druckvoll und variabel, doch Calbes Abwehrreihe bewies Disziplin und stand im Mittelblock zusammen. So blieb es bis zum 4:5 (11.) ausgeglichen, ehe der TSV aus einigen Fehlern des Calbenser Angriffs Profit schlagen konnte und zum 8:4 (14.) erhöhte.

Knackpunkt war in dieser Phase die auf Dauer kräftezehrende Angriffstaktik der TSG. "Wir erarbeiten uns unsere Chancen fast alle im Positionsangriff, könnten aber noch mehr einfache Tore erzielen", analysierte Mühlner. Immerhin kamen diese einfachen Tore dann im weiteren Spielverlauf: Calbe ging bisweilen druckvoll in zweite Welle, brachte dank Kristin Sroka einige Konter im Tor von Vanessa Sichmund unter. Nach Treffern hielten die Saalestädterinnen wacker einen Drei-Tore-Rückstand und retten den auch über die Pause.

Nach dem Wechsel ging es weiter Schlag auf Schlag. Die Gäste hielten das Tempo weiter hoch und Calbe ging diesen Weg mit. Spannend blieb es allemal, und als Lisa-Marie Prokop gar zum 18:20 (40.) verkürzte, war auf Seiten des TSV Nervosität zu spüren. Umgehend wurde die erste Garnitur wieder eingewechselt, die zwar den alten Vorsprung wieder herstellte, aber für einen wirklichen Aufbruch nicht sorgte. Einen großen Anteil daran hatte die in der zweiten Hälfte deutlich stärkere Leistung von TSG-Torhüterin Sarah Eichhorn, die den Gästen aus der Börde sogar Konter abkaufte.

Am Ende waren es zwei schwächere Phasen von nur wenigen Minuten, die das Spiel zu Gunsten der favorisierten Niederndodeleberinnen entschieden. Sicherlich traten die Gäste im Konterspiel effektiver auf, in der Spielanlage zeigte sich die TSG aber deutlich wacher als im Hinspiel. Unaufgeregt und mit viel Disziplin zog die Mühlner-Sieben bis zum Ende durch und hielt dem Druck der Gäste bis zum Schluss stand.

TSG Calbe: Baier, Eichhorn, Mennecke - Bischoff (3), Hüls (5/3), Mewes (1), Prokop (7), Schreiber, Sprotte (1), Sroka (10/1), Wenzel, Wurbs

TSV Niederndodeleben: Sichmund - Bange (5/2), Bruckbauer (6), Klöppel (5), Matthei (5), Maue (3), Schottstedt (1), Schröder (4), Thomas (2), Tornow, Wilke (2)

Zeitstrafen: Calbe 1 - TSV 0; Siebenmeter: Calbe 4/4 - TSV 5/2

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