Die meisten Schulterklopfer erhielt Josephine Suchan, weil sie sich immer mehr steigerte, im Endspurt viele Bälle hielt, darunter einen Siebenmeter, und beim 26:24 (13:14)-Sieg der SG Lok Schönebeck über den Magdeburger SV ein wichtiger Rückhalt war. Lob hatten sich indes alle Mannschaftsmitglieder verdient.

Schönebeck l Großer Jubel brach nicht nur auf dem Feld, sondern auch auf den Zuschauerrängen aus, als Josephine Suchan das Bein nach oben riss und somit den Strafwurf-Versuch von Magdeburgs Anika Kracht vereitelte. Es war ihre zwölfte Parade in der zweiten Halbzeit. Zu diesem Zeitpunkt stand es 26:24, es wäre bei 30 Sekunden verbliebener Spielzeit noch einmal eng geworden.

So aber durfte Lok nach dem Abpfiff feiern. Anteil daran hatten nun alle Mannschaftsteile, wie Trainer Dirk Schedlo betonte. "Auch die moralische Unterstützung von der Bank war immens wichtig und großartig", beispielsweise durch die erkrankten Karin Stagge und Steffi Sauer. "Es war eine geschlossene Teamleistung, vor allem in der Abwehr haben wir hervorragend gearbeitet und gekämpft."

Beispiel Melanie Schafflik: Erst wurde sie von Magdeburgs Sandra Körtge zu Bode gerissen und schmerzhaft eingequetscht, so dass sie behandelt werden musste. "Aber Handballer beißen auf die Zähne", betonte Schedlo, der sich über die Rückkehr seiner Aufbauspielerin einige Minuten später freute, noch mehr allerdings über ihren wichtigen Treffer zum 25:23 (58.) in der dritten Welle.

Ihr Auftritt war also ebenso ein Zahnrädchen, das in eines der anderen griff, wie der von Janka Bauer, die zumeist auf Aufbau Mitte agieren musste und somit als Torschützin weitgehend herausfiel, ihre Mitspielerinnen aber gut in Szene gesetzt hatte, so dass beispielsweise Lisa Wolf mit vier Treffern von der Halbposition oder Sabrina Koeck bis zu ihrer Hinausstellung mit sechs Treffern auftrumpfen konnten.

Die dritte Zwei-Minuten-Strafe gegen die Schönebeckerin war ohnehin ärgerlich. Nachdem sie Magdeburgs Anika Kracht "festgemacht" hatte, wurde sie von ihr provoziert, beide "behakten" sich daraufhin - und beide bekamen als Konzessions-Entscheidung von den Unparteiischen eine Zeitstrafe. Auch wenn es in dieser Situation schwierig ist, "muss man als erfahrene Spielerin versuchen, ruhig zu bleiben und nicht darauf zu reagieren".

Wenngleich die Treffer von Koeck in den letzten 14 Minuten fehlten, trumpfte Schönebeck mit einer starken Teamleistung auf, kompensierte den Ausfall vor allem durch starke Arbeit in der Defensive und verdiente sich den knappen Erfolg - den Jubel mit den Fans natürlich ebenso.

Lok Schönebeck: Suchan - Wolf (4), Schafflik (1), Schedlo (5/1), Bauer (4), Depta (2), Koeck (6/2), Krause (4/2), Freiberg, Moschner, Bullert, Rauschenbach

Magdeburger SV: Schöneck, Wolfien - Kracht (3/2), Zunkel (5), Jessica Reß (5/1), Körtge, Borth (3), Jennifer Reß (2), Lincke (2/2), Bormann (4)

Siebenmeter: Schönebeck - Magdeburg 9/5, Zeitstrafen: Schönebeck 10 - Magdeburg 4; Rot: Sabrina Koeck (3x2 Minuten, 45:56) -Schönebeck-