Es war die erwartete Abwehrschlacht. Am Ende verloren die Handballer der TSG Calbe gegen den SV Oebisfelde ganz knapp mit 22:23 (10:9). Auf beiden Seiten waren die Torhüter die besten Akteure der Partie in der Mitteldeutschen Oberliga.

Calbe l Calbe startete alles andere als gut. Zu viele Fehlwürfe schenkten Oebisfelde Kontermöglichkeiten, sodass sich der Gegner binnen fünf Minuten zum 4:0 absetzen konnte. Erst in der siebten Minute erzielte die TSG den ersten Treffer. Danach konnten die Gastgeber allerdings einen guten Lauf nutzen und kamen zum 3:4 heran. Der SVO erhöhte noch einmal zum 5:3, doch dann war die "Schlafphase" der TSG vorbei und in der 18. Minute erzielte sie den 6:6-Ausgleich. Das gab nicht nur der Mannschaft neuen Mut, sondern motivierte auch die Fans, die nun ordentlich für Stimmung sorgten. Die Saalestädter ließen sich davon tragen und legten nun ihrerseits mit drei Toren vor (9:6). Den Gästen gelang es über fünf Minuten nicht, einen Treffer zu erzielen. Die Gründe dafür lagen in der TSG-Defensive. Die Deckung packte gut zu, blockte selbst hohe Würfe. Und wenn doch ein Wurf die Mauer durchbrach, stand Stefan Wiederhold bereit. Schließlich konnten die Gäste aber wieder zum 9:9 ausgleichen. Calbe schenkte begünstigte zudem zwei der drei Tore durch Technik-Regel-Fehler. Doch zehn Sekunden vor dem Halbzeitpfiff fiel das zehnte Tor für die TSG.

Die Abwehrschlacht ging auch in der zweiten Halbzeit weiter. So startete SVO-Akteur Andreas Kalupke zwei Minuten nach Wiederanpfiff einen Konter, wurde aber am Kreis von TSG-Spieler Christian Hübner gestoppt. Zudem offenbarte sich immer mehr, dass beide Mannschaften sehr unkonzentriert im Abschluss agierten. Die Würfe wurden zu schnell ausgeführt, blieben an der Deckung hängen, gingen über das Tor hinweg oder prallten an die Latte. Somit fiel der erste Treffer der zweiten Hälfte erst nach fünf Minuten per Siebenmeter für die Oebisfelder, die damit zum 10:10 ausglichen. In der 38. Minute gingen die Gäste dann wieder mit 11:10 in Front. Calbe zeigte sich im Angriff zu verkrampft, spielte dem Gegner so immer wieder in die Hände. Der SVO erhöhte seinen Vorsprung auf zwischenzeitlich sieben Treffer (23:16).

Fünf Minuten vor Abpfiff startete die TSG dann noch einmal eine Aufholjagd - sie kam jedoch zu spät. Als die Uhr 59:58 anzeigte, fiel das 22:23. Dann gab es einen Zusammenstoß zwischen Martin Sowa und einem Oebisfelder. Die Fans des SVO sprangen von ihren Sitzen auf und forderten vehement die Rote Karte. Die TSG-Fans sahen dies natürlich anders. Die Unparteiischen dagegen hatten auch ein Foulspiel seitens Sowa gesehen und gaben Rot. Das beschwichtigte einige Fans der Gäste jedoch nicht, denn sie schimpften auf den TSG-Akteur.

Einigen Calbenser Spielern war die Enttäuschung über die knappe Niederlage ins Gesicht geschrieben. Auch TSG-Trainer Peter Weiß war nicht zufrieden. "Die Abwehr hat zwar einen tollen Job gemacht, vor allem unsere beiden Torhüter waren großartig. Aber 28 Fehlwürfe sind einfach zu viel. Zumal Oebisfelde nicht sein Bestes gegeben hat und zu schlagen gewesen wäre." Dem stimmte überraschenderweise auch SVO-Coach Hendrik Tuschy zu. "Das war eines unsere schlechtesten Saisonspiele. Wir haben zu viel vorn vergeben." Lediglich für Keeper Alexander Neumann hatte der Trainer lobende Worte übrig. "Er hat uns im Spiel gehalten."

Calbe: Wiederhold, Bertram - Walther, Barby (1), Krause (7/1), Hulha (5), Kaiser, Rätzel (2/1), Lange (1), Weiß (2), Sowa (2), Kralik (2), Hübner (4)

Oebisfelde: Neumann, Stefani - Bischoff (1), Koiteck (1), Herrmann (1), Thiele (7), Meinel (2), Vogel, Kalupke (4), Seiler (5/3), Götz (2), Meichsner, Schliephake

Siebenmeter: Calbe 4/2 - Oebisfelde 5/3; Zeitstrafen: Calbe 7 - Oebisfelde 6; Rot: Martin Sowa (59:58, Foulspiel)- Calbe