Schönebeck (nrc) l Es ist schon etwas enttäuschend, wenn alle anderen Mannschaften einheitliche Trikots auf einem Foto tragen. Noch enttäuschender ist es, wenn man zu den Jüngsten eines Vereins zählt. So, wie Lea Virkus. Die Vierjährige ist Mitglied der Handball-Bambini-Gruppe der SG Lok Schönebeck und war, ebenso wie die 25 anderen Gruppenmitglieder gar nicht begeistert, dass alle die gleichen Sachen tragen, nur sie und ihre Freunde nicht.

Aus diesem Grund sprach Leas Großmutter, Susi Virkus, Trainerin der Bambinis, gleich nach dem Fototermin mit den Eltern, wie ein einheitlicher Satz Trikots zu bekommen sei. Einer der Väter, Chris Heider, meldete sich sofort als Sponsor. Und nun haben die Bambinis der SG Lok auch einheitliche Trikots.

Für Heider, Geschäftsführer der Mineralöl-Transportfirma MG-Heider, war das Sponsoring selbstverständlich, ist er doch familiär sehr mit dem Verein verwurzelt. "Mein Vater Manfred hat schon für Lok gespielt. Er war Torwart", erklärte er. "Und mein Sohn Erik ist jetzt bei den Bambinis."

Die jüngsten Handballer waren natürlich von den neuen Trikots ganz begeistert. "Das ging wirklich schnell", freute sich auch Trainerin Virkus. Seit einem Jahr betreut sie ihre Gruppe. "Die Idee kam von meiner Enkelin. Sie kam schon mit zwei Jahren zu mir und wollte Handball spielen. Ich sagte ihr, wenn sie vier ist, kann sie noch einmal zu mir kommen", erinnerte sich Virkus lachend.

Lea liebt diesen Sport, "weil ich gerne renne und schnell bin." Leas Mutter spielte zudem für Loks Frauenmannschaft. "Lea war quasi seit der Geburt beim Handball dabei", so Virkus. Das Vorbild der Vierjährigen ist allerdings eine andere Lok-Akteurin, Katharina Depta. "Sie ist eine gute Werferin", sagte Lea. "So will ich auch mal spielen."

Da sich 26 Kinder allein kaum betreuen lassen, bekommt Virkus Unterstützung von Christin Broßat. Sie spielt auch bei Loks Frauen, hilft aber gleichzeitig als Co-Trainerin bei den Bambinis aus. Die dritte im Team ist Nicole Withand, die Betreuerin. Deren Tochter Laura ist ebenfalls in der Bambini-Gruppe. "Mit den beiden habe ich wirklich tolle Helfer", lobte Virkus.

Bei Loks Jüngsten geht es in erster Linie noch nicht ums Handballspielen. "Viel mehr schulen wir zunächst einmal die Ausdauer und Koordination", erklärte die Trainerin. Dafür baut sie in jeder Stunde einen Kreis aus Reifen, Bänken und Matten auf. "Dann müssen die Kinder zum Beispiel in die Reifen und über die Bänke springen oder den Ball auf ihnen entlangrollen.", erläuterte Virklus. "Aber wir üben auch schon das Werfen, Fangen und Prellen. Einige der Kinder führen auch schon sehr sauber den Arm." Bis März waren es noch 24 Kinder, mit Mika und Maximilian kamen nun zwei Neuzugänge.

Heute laufen die Bambinis mit ihren neuen Trikots an der Seite der ersten Männermannschaft in die Franz-Vollbring-Halle ein. Dann bestreitet Lok seine Verbandsliga-Partie gegen den Ersten der Tabelle, die SG Kühnau. Die Partie beginnt um 17.30 Uhr. Deshalb trainierten die Bambinis auch im Training noch einmal das Einlaufen. "Jeder Spieler bekommt zwei Kinder an die Hand", so die Trainerin. "Zusammen laufen sie dann quer über das Spielfeld."

Bevor die Kinder allerdings ihren großen Auftritt haben, organisieren Virkus, Broßat und Withand ein Familienfest. "Unter anderem spielen dann die Kinder gegen ihre Eltern", erklärte Virkus. "Und die Kinder gewinnen natürlich", fügte sie lächelnd hinzu. "Außerdem gibt es einen kleinen Kuchenbasar, auf dem wir Geld sammeln wollen. Damit möchten wir in der Sommerpause einen Kino- oder Schwimmbadbesuch für die Kinder organisieren, damit sie sich in dieser Zeit auch einmal sehen."