Rico Willner hielt zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht nur einfach einen Ball, der Keeper gab mit seiner Parade auch das richtige Signal, sodass der Schönebecker SV den 0:2-Rückstand gegen Grün-Weiß Potzehne zur Pause noch in einen 3:2-Sieg drehen und auf Rang vier der Fußball-Landesliga klettern konnte.

Schönebeck l Die Gastgeber waren in der ersten Hälfte nun keineswegs zwei Tore schlechter, "wir haben nur unsere Chancen nicht genutzt", erklärte Trainer Marko Fiedler. Geärgert hatten ihn die Gegentreffer dennoch. Dem 0:1 ging zwar ein Ballverlust im Mittelfeld voraus, dennoch "dürfen die Gegenspieler nicht so frei vorm Tor auftauchen", haderte der Coach mit dem Defensivverhalten. "Vielleicht haben wir Potzehne etwas zu leicht genommen, weil das Team auf dem vorletzten Platz steht, obwohl wir im Vorfeld davor gewarnt hatten und genauso geduldig spielen wollten wie in Möringen." Das war dem SSV zunächst nicht gelungen.

Wenngleich die Schönebecker mit erhobenem Kopf in die Kabine gingen und den Eindruck hinterließen, diese Partie noch drehen zu wollen, waren sie kurz nach dem Wiederanpfiff nicht sofort auf der Höhe, Willner parierte gerade so den abgefälschten Schuss von Ingo Wiegmann (46.). "Das 0:3 wäre sicherlich der Genickbruch gewesen", schätzte Fiedler ein. So aber blieb der SSV im Spiel, er stellte durch die Einwechselung von Patrick Ebeling vom 4-1-4-1 zum 4-4-2 um und erhöhte das Tempo. Mit langen Abschlägen oder Befreiungsschlägen von Willner wurden über Kopfballverlängerungen viele gefährliche Szenen kreiert. Eine führte nach Foul an Rolf Schulze zum Elfmeter, den Tim Pülicher sicher verwandelte. Eine führte zum Ausgleich durch Schulze, nachdem er sich durch die Mitte durchgesetzt hatte. Und eine sorgte für den 3:2-Siegtreffer durch Denis Neumann. "Sicherlich hatten wir in einigen Szenen auch Glück, dass Potzehne seine Konter nicht gut ausgespielt hatte", relativierte Fiedler.

In Potzehne war man sichtlich enttäuscht. "Bei uns haben in der zweiten Halbzeit zusehends Kraft und Kondition nachgelassen", erklärte Trainer Nico Bremse. "Auch nach dem 3:2 hatten wir noch Chancen, um zumindest auszugleichen. Das war einfach nur ärgerlich."

Schönebeck: Willner - R. Schulze, Bruchmüller, Neumann (90. +2 Kauczor), Gondeck (89. Kühn), Sommer (57. Ebeling), Schuller, Palm, Wagner, Pülicher, Kellermann

Tore: 0:1 Ingo Wiegmann (17.), 0:2 Mario Stolle (34.), 1:2 Tim Pülicher (52.), 2:2 Rolf Schulze (63.), 3:2 Denis Neumann (77.); SR: Tim Heyer, ZS: 60