Trotz Personalnot verkaufte sich die TSG Calbe mehr als ordentlich bei den "Hornets" aus Gotha und Goldbach. Der Mitteldeutsche Handball-Oberligist hatte sogar die Chance, Punkte zu entführen, doch am Ende gab es eine 22:26 (7:14)-Niederlage.

Gotha l Mal wieder war es so eine Schwächephase, die den Saalestädtern ein besseres Resultat verbaute - diesmal gleich zu Beginn. Zehn Minuten hatte es gedauert, bis die Gäste ihren ersten Treffer erzielten, weil sie erneut mit der Trefferquote haderten. Zu diesem Zeitpunkt waren die "GoGo Hornets" bereits zum 5:0 enteilt. "Diesem Rückstand sind wir das gesamte Spiel hinterher gelaufen", konstatierte Trainer Peter Weiß. "In dieser Liga wird das sofort bestraft und dann ist es ganz schwer, wieder ins Spiel zurückzukommen. Vielleicht waren wir zu motiviert, zu verkrampft, wir wollten es besonders und absolut richtig machen."

Aufgrund der personellen Situation, da das Team ohne fünf Stammkräfte angereist war, gestaltete es sich natürlich extrem schwierig, diesen Rückstand zu relativieren. Die Gastgeber hingegen, die mit voller Kappelle angetreten waren, konnten das Tempo oben halten und viel durchwechseln.

Die TSG gab sich - angefeuert von ihren zahlreich mitgereisten Fans - dennoch nicht auf und gestaltete die zweite Halbzeit mehr als offen. Vor allem die beiden "Youngsters" Lucas Marschall und Maximilian Weiß, die René Hulha abwechselnd im Aufbau vertraten, zeichneten sich durch kluge Pässe aus. "Sie haben ihre Aufgabe wunderbar gelöst", lobte auch der Trainer.

So blieb die TSG in Schlagdistanz, zudem setzte sie kurz vor dem Ende alles auf eine Karte, ging zur offenen Manndeckung über. Damit stellte sie die Gastgeber durchaus vor eine schwierige Aufgabe, die entscheidende Wende gelang jedoch nicht mehr.

"Wir hätten sie eigentlich knacken müssen", haderte schließlich auch Weiß. Für seine Schützlinge ist der Klassenerhalt scheinbar in weite Ferne gerückt, wenngleich rechnerisch noch alles drin ist. "Wir haben aber das schwerere Restprogramm", schätzte der Coach realistisch ein. "Wir werden trotzdem um jeden Punkt kämpfen und versuchen, so viele wie möglich zu sammeln."

Am kommenden Wochenende heißt der Gegner dafür HSG Freiberg. Sicherlich kein einfaches Unterfangen gegen den Siebten der Tabelle, doch vor eigenem Publikum und mit den Fans im Rücken ist durchaus etwas möglich, das hatte bereits die Partie gegen Oebisfelde - immerhin Dritter der Liga - bewiesen. Gegen die Altmärker stand die TSG nämlich dicht vor einem doppelten Punktgewinn. "Für einen vollen Erfolg müssen wir aber von Anfang bis Ende 100 Prozent geben."

Auftrieb sollte die zweite Hälfte bei den "Hornets" geben, schließlich entschieden die Saalestädter diese mit 15:12 für sich. Zudem "kann jeder jeden schlagen", betonte Weiß. Längere Schwächephasen sind allerdings von jetzt an tabu.

TSG Calbe: Wiederhold - Krause (1), Kaiser (2), Rätzel (1), Lange (2/1), Marschall (5), Weiß (2), Kralik (4), Hübner (5)

Siebenmeter: Hornets 6/4 - Calbe 3/1, Zeitstrafen: Hornets 4 - Calbe 3